- WERBUNG - Werbung

Ausfall des internationalen Internetverkehrs infolge Kriegshandlungen - Die Folgen in Deutschland

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Ausfall des internationalen Internetverkehrs infolge Kriegshandlungen - Die Folgen in Deutschland

      Neu

      Hello @ all,

      ich habe in den letzten Wochen mehrfach gelesen, dass der Iran droht Unterseekabel für das Internet anzugreifen. Ein solcher Schaden würde zu Ausfall bestimmter Knotenpunkte führen, was den globalen Internetdatenverkehr massiv gefährdet bzw. unmöglich macht.

      science.orf.at/stories/3234791/

      Karte Kabel- und Knotenpunkte: de.wikipedia.org/wiki/Datei:Submarine_cable_map_umap.png

      Letzten Endes heißt allerdings ein Angriff auf so ein Kabel bzw. einen Knotenpunkt außerhalb Deutschlands, nicht das auch in D physisch gehostete Server / Adressen ausfallen. Somit hätten wir nach wie vor eine nationale Internetverbindung deutscher Server / Adressen.

      Allerdings und damit kommen wir zum Kasus Knaxus, D sehr viel seines lebensnotwendigen Warenverkehrs importiert wäre zwar eine Bestellung der Supermärkte beim Logistikzentrum möglich, aber das Logistikzentrum kann zumindest international nichts nachordern. Das bezieht sich eigentlich auf alle Waren die international geordert werden.

      Auch die Steuerung von Gaspipelines wäre hier eine Schwachstelle.

      Ich möchte mit euch mal ein begründetes Brainstorming durchführen was in so einem Fall in Deutschland alles vom Ausfall betroffen wäre und welche Versorgungs-/Gebrauchsgüter hier betroffen wären.

      Grüße Südprepper
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Neu

      Spannendes Thema. Aber wenn das Internet ausfällt, könnten wir nicht einfach telefonisch Bestellungen aufgeben? (Oder wir leihen uns in den Gesundheitsämtern die Faxgeräte aus :-))

      Wir importieren ja recht viel.
      Was davon ist existentiell?

      1. Nahrung
      Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Landschaft, Ernährung und Heimat ist der Selbstversorgungsgrad an Lebensmitteln

      landwirtschaft.de/wirtschaft/a…it-lebensmitteln-bestellt

      graphisch sehr übersichtlich abgebildet. (Scrollen) 84% Selbstversorgung, Rest wird derzeit importiert. Allerdings gibt es auch Rubriken mit Überschüssen (Fleisch, Kartoffeln). Demnach werden wir nicht hungern müssen, allerdings wird sich die Zusammensetzung auf den Tellern ein bisschen ändern: viel mehr Kartoffeln, weniger Gemüse und Obst, und dann auch nur saisonal. Wohl dem, der einen Garten hat und selbst ergänzen kann.

      2. Pharmazie
      Das Statistische Bundesamt hat für 2025 Importe von 73,5 Milliarden Euro angegeben, hauptsächlich aus China, den Niederlanden und den USA, Indien. Hier ist Deutschland bequem geworden und hat die Produktion von Medikamenten ausgelagert. Das ist nichts, was wir nicht wieder zurück verlagern könnten. Wäre halt teurer. Und es gäbe eine Versorgungslücke, bis die Produktion wieder läuft. Und man bräuchte dafür halt auch

      3. Energie.
      Dank unglaublich inkompetenter politischer Entscheidungen müssen wir ja Strom aus dem Ausland zukaufen, hier gehe ich davon aus, dass es langfristige Verträge gibt, z. B. mit Atomstrom aus Frankreich usw. Also wäre Internet nicht unbedingt notwendig?

      4. Alles andere
      Wir importieren auch Fahrzeuge, Maschinen, Chemie usw. Davon nichts bestellen zu können ist sicher zu komplex, als dass man die Auswirkungen im Einzelnen antizipieren kann.

      Allgemeine Betrachtung
      Ich bin nicht sicher, ob es sich in dem Szenario um eine vorübergehende Situation handelt (zu beheben innerhalb weniger Wochen) oder das Problem dauerhaft besteht. Im letzten Fall werden wir uns Richtung DDR 2.0 bewegen: Mangel an allen Ecken. Improvisation wird wieder gefragt und alle horten alles, weil niemand weiß, wann es wieder was gibt.
    • Neu

      Autodidakt schrieb:

      Spannendes Thema. Aber wenn das Internet ausfällt, könnten wir nicht einfach telefonisch Bestellungen aufgeben? (Oder wir leihen uns in den Gesundheitsämtern die Faxgeräte aus :-))
      Ja - Das ist eigentlich gesunder Menschenverstand, nur werfe ich da als Konter mal die weitverbreitete Umstellung auf Voice over IP ein. Viele Firmen haben ihre Telefonanlagen auf Internetverbindungen umgestellt.
      Und selbst wenn dies realistisch betrachtet jetzt kein Beinbruch wäre sowas wieder auf normale Telefonleitungen umzustellen, würde das ja ganz D betreffen. Hier wäre dann die Frage in wie weit das ad-hoc möglich ist und wie lange das im Zweifel dann dauert.

      Autodidakt schrieb:

      Ich bin nicht sicher, ob es sich in dem Szenario um eine vorübergehende Situation handelt (zu beheben innerhalb weniger Wochen) oder das Problem dauerhaft besteht. I
      Ich glaube das wenn wir von Knotenpunkten und Unterseekabeln reden mit Wochen nicht mehr hin kommen. Eher mehrere Monate bis es überhaupt wieder anlaufen kann. Und wenn man das dann mal genauer Betrachtet wird man feststellen das die sekundäre Problematik dann ja noch nicht behoben ist.
      Zumindest meiner Einschätzung/Vermutung nach gehe ich davon aus das wenn Schäden behoben sind es noch Wochen bis Monate dauert bis dann auch die Lieferketten wieder greifen. Und hier reden wir jetzt nur von Beschädigten Internetinfrastrukturen. Wenn da noch weitere Einflussfaktoren dazu kommen bleibt der Zustand weiter kritisch.

      Autodidakt schrieb:

      Demnach werden wir nicht hungern müssen, allerdings wird sich die Zusammensetzung auf den Tellern ein bisschen ändern: viel mehr Kartoffeln, weniger Gemüse und Obst, und dann auch nur saisonal. Wohl dem, der einen Garten hat und selbst ergänzen kann.
      Ich sag ja ne richtige Hungersnot sehe ich in D auch weniger - Eher Versorgungsuntebrechungen und temporäre Versorgungsausfälle bis komplett auf heimische Versorgung umgestellt wird/wurde.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Neu

      Spannendes Szenario.
      Aber bis das Internet international ausfällt muss schon mehr passieren als ein defektes Unterseekabel.
      Das Internet wurde ja durchs Militär geplant/erfunden, damals Arpanet.

      Dabei wurde ganz explizit mit dem Ausfall von Knotenpunkten gerechnet und das Protokoll so designed, dass beim Ausfall eines Knotens oder einer Leitung die Daten eine andere Route nehmen.

      Nach den ersten Fehlern wegen Kabelausfall würde der Traffic dann einfach eine andere Route nehmen, auf der dann dieser zusätzliche Traffic lastet.
      In der Folge würde alles im Internet spürbar langsamer werden.

      Eine Sperre datenintensiver Services wäre theoretisch die konsequente Folge, wenn es allzu so schlimm kommt, also Netflix, Hulu, Disney+, Youtube, Bitchute usw.
      Eventuell auch die Mediatheken der ÖR.

      Internetradios erzeugen zwar nicht so viel Traffic, aber ich schätze, die würden im gleichen Atemzug gleich mit gestoppt werden.
      Urbanprepping - Die beste deutschsprachige Preppingseite. Mit Abstand. Zu previval sag ich besser mal nix.
    • Neu

      Laut der Karte verlaufen ja zig Kabel zwischen den Kontinenten. Da wird ja wohl 1 Zerstörtes von X zu keinem Totalausfall führen? Reduzierte Datenrate ja, aber Totalausfall?

      Für den Fall des Totalausfalls:

      Es werden uns auch ganz schnell die Softdrinks/Säfte und Kunststoffverpackungen ausgehen.
      Die Rohstoffe für beides werden fast ausschließlich importiert: Saftkonzentrate/pürres und Rohöl.

      Durch den Mangel an Rohöl wird auch die Kraftstoffherstellung und Versorgung ausfallen. Also wird es auch Probleme beim inländischen Transport geben. Die Regierung hält angeblich einen Vorrat an 90 Tagen aus Rohöl und diversen Kraftstoffen. Aber ich denke, dass diese Reserve ganz schnell für die kritische Infrastruktur rationiert werden würde.
    • Neu

      Südprepper schrieb:

      Letzten Endes heißt allerdings ein Angriff auf so ein Kabel bzw. einen Knotenpunkt außerhalb Deutschlands, nicht das auch in D physisch gehostete Server / Adressen ausfallen. Somit hätten wir nach wie vor eine nationale Internetverbindung deutscher Server / Adressen.
      Auch wenn ich das für sehr unwahrscheinlich halte, weil das Internet ziemlich redundant ist und selbstständig andere Routen sucht, wenn es zu einem Ausfall eines Knotenpunktes kommt: Mal angenommen, Deutschland wäre komplett abgeschnitten von außen, dann würden wir zwar die Server ansich noch erreichen können, aber ob die Dienste auf diesen Servern noch funktionieren, ist eine ganz andere Frage:
      Viele Dienste im Internet sind im Hintergrund abhängig von anderen, teilweise ausländischen Diensten. Wir können gar nicht wissen, welche deutschen Internetangebote im Hintergrund auf Daten zugreifen, die auf ausländischen Servern gehostet werden. Offensichtlich ist z.B. der Einsatz von Content Delivery Networks (CDN). Wenn z.B. Cloudflare ausfällt (was ja in letzter Zeit schon einige male passiert ist), funktionieren viele große Seiten nicht mehr, bzw. nicht mehr richtig. Aber für viel gefährlicher halte ich die Fälle, wo es nicht offensichtlich ist.

      Ein fiktives Beispiel:
      Deutschland betreibt zur Alarmierung der Bevölkerung das MoWaS System. In diesem System können auch regional begrenzt Alarmierungen geschaltet werden. Heißt es wird vermutlich für die Leute in den Leitstellen irgendeine Art Karte geben, wo sie die Region abgrenzen können, in der alarmiert werden soll.
      Nun liegt aber zufällig der Kartendaten-Server in der AWS. Weil der AWS-Server in einem EU-Rechenzentrum liegt, war das für alle Beteiligte in der Planung kein Problem. Da an ein solches Szenario niemand gedacht hat, lassen sich keine Alarmierungen mehr in das sonst vollständig funktionierende System eingeben.

      Um das mal weiter zu spinnen: Angenommen wir erreichen den Kartendaten-Server theoretisch sogar noch, weil der Internetverkehr innerhalb Europas noch funktioniert:
      Nun weiß aber niemand so genau, wie sich die AWS verhält, wenn über einen längeren Zeitraum die Verbindung in die USA getrennt ist und z.B. Zahlungsinformationen nicht mehr übertragen werden können? Ich halte es durchaus für möglich, dass die Server dann nach und nach trotzdem ausfallen.

      Fazit:
      Meiner Meinung nach wissen wir gar nicht, was alles ausfallen könnte, wären wir in Deutschland oder in Europa komplett von außen abgeschnitten. Aber ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich, dass wir komplett abgetrennt werden. Das Routing im Internet findet im Zweifel einen Weg zum Ziel.

      Was aber passieren könnte ist, dass einzelne Internetprovider abgetrennt werden. Vodafone hat z.B. das Public Peering komplett aufgegeben und peert jetzt nur noch über einen Transit-Anbieter. Das ist ein Signle-Point-of-Failure. Vodafone-Kunden könnten also schnell ohne Internet da stehen, sollte der Transit-Anbieter ausfallen.