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Bug Out im Winter - Wärmeerhalt - Was gilt es zu beachten ?

    • Bug Out im Winter - Wärmeerhalt - Was gilt es zu beachten ?

      Hello @ all,

      unter Umständen kann es ja vorkommen (auch wenn dies vielleicht nicht das wahrscheinlichste Ereignis ist) das man im Winter die eigenen vier Wände verlassen muss und einige Nächte im Freien oder behelfsmäßigen Gegebenheiten verbringen muss.

      Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt gilt es draußen Erfahrungsgemäß viel zu beachten.
      Vom Schutz des Wasserfilters über Schutz der Wasservorräte vor Frost bis hin zu den Schuhen vor dem Einfrieren.

      Aber was gilt es zu beachten um sich bei mehreren Tagen unterhalb des Gefrierpunktes warm zu halten am Tag und in der Nacht ?
      Habt ihr Tipps oder Erfahrungen die ìhr mitteilen könnt?
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Moin.

      Also ich gehe davon aus das dieses Szenario der absolute Ausnahme Fall darstellt. D.h. das ich mich auch nicht so genau an geltende Regeln halten muss (werde).

      Deshalb würde ich schauen das ich zur Übernachtung Scheunen, Maschienenhallen ect. aussuchen würde, mit dementsprechenden Wetterschutz.
      Bin mir natürlich im klaren das sowas Strafrechtlich Problematisch ist, deshalb - Ausnahmesituation.
      Sich und seine Ausrüstung trocken zu halten ist das A&O was in einem Zelt oder Tarp midest. problematisch ist.

      Gruß
      Mein Körper,
      meine Entscheidung.
    • oldman schrieb:

      Deshalb würde ich schauen das ich zur Übernachtung Scheunen, Maschienenhallen ect. aussuchen würde, mit dementsprechenden Wetterschutz.
      Kirchen und Moscheen, das hört sich jetzt erst mal seltsam an aber egal wo auf der Welt kein gläubiger wird dir die Türen verschließen wenn du in Not bist.

      Eine weitere Alternative sind Tiefgaragen, dort sollte man allerdings beachten das sie meist für jeden zugänglich sind.
    • Okay sorry....

      ...also Wasserfilter in meinem Fall ein Lifestraw der bleibt im Chestrig bis er das erste mal benutzt wurde danach kommt er so nah am den Körper wie möglich um ein einfrieren zu verhindern.

      Was das Trinkwasser angeht.... so lange ihr in Bewegung seid gefriert das nicht sooo schnell, eine halbwegs gute Flasche ist wichtig. Ich habe die letzten 25 Jahre so viel Zeit draußen verbracht bei jedem Wetter und hatte nie Probleme mit einfrierendem Wasser.

      Solltet ihr in der Nacht draußen schlafen, kocht Wasser ab füllt es in eure Flasche (ich nutze Edelstahl) legt es in den Schlafsack an die Füße. So habt ihr es warm und das Wasser friert nicht ein über Nacht.

      Was die Schuhe/Stiefel angeht kann ich euch nicht helfen denn ich trage IMMER nur ganz dünne schwarze Socken auch in Winter.
    • Man muss es einfach mal ausprobieren, bevor in der Krisensituation am nächsten morgen alles eingefroren ist.

      -Kleidung, die direkt auf der Haut getragen wird, also Hemd, Socken, Pulli, Hose, Handschuhe unten in den Schlafsack stopfen an die Füße. Schlafsack sollte für etwas größere Körpergröße geeignet sein.
      -Schuhe auf zwei Stöcke stecken mit Öffnung nach unten.
      -Zelt doppelwandig
      -Nahrung mit viel Zucker, Kohlehydrate und Fett, wenig Wasser. Gesalzene Erdnüsse gibts in Kilopackungen.
      -Ohrstöpsel, weil Nähe bringt Wärme.
      -Wenn man keinen so Extremschlafsack hat, kann man auch zwei oder mehrere Schlafsäcke übereinander ziehen. Fünf Stück am Nordkapp hab ich schon gehabt, da kann man sich aber nicht mehr sehr bewegen... Alle haben gelacht, aber ich war der einzige, der in der Unterhose geschlafen hat, und mir wars fast zu warm :)


      Nick
    • Winter ist nicht gleich Winter! In Anbetracht immer milderer Verläufe der kalten Jahreshälften könnte man beinahe meinen dass die Winter im letzten Jahrzehnt so was wie Sommerbedingungen bei etwas niedrigeren Temperaturen sind. Mit Winter verbinde ich definitiv Kälte u. vor allem Schnee, was Wasserfilter schon beinahe überflüssig macht da man für flüssiges Nass sowieso Schnee oder Eis schmelzen muss. Das Wasser wird entweder zum kochen oder für den Tee in der Thermosflasche genutzt, d.h. es wird erhitzt und mit Verunreinigungen die via Luft in den Schnee eingetragen werden muss man halt leben und die werden einem sicherlich nicht umbringen ;) Schneeschmelzen ist die Paradedisziplin der Multifuelkocher da sie auch bei Minusgraden problemlos funktionieren und dabei hohe Performance bieten.

      Bekleidungsmäßig mach das Zwiebelprinzip absolut Sinn, als 1te Schicht direkt am Körper bewährte sich Merinounterwäsche, das Material kratzt weniger auf der Haut als man annimmt, fühlt sich wohlig warm an und falls durchgeschwitzt muffelt es weniger stark als Synthetikstoffe. Solange man in Bewegung bleibt genügt die Quali 200, 260iger oder gar 400erter wird man nur benötigen wenn es 2-stellig unter Null geht oder man sich kaum bewegt - also eher was für Jäger auf Ansitz ... Darüber ein dickes Flanellhemd aus Polyester oder BW, als wärmende Zwischenschicht würde ich Jacken mit Primaloft od. Daunenfüllung empfehlen. Diese haben deutlich besseres Wärme- zu Gewichtsverhältnis als gängiges Fleecezeugs und sind dabei deutlich kleiner im Packmaß. Habe zugegeben gerne Merinopullover mit auf Tour, deren höheres Gewicht u. lange Trocknungszeit ich in Kauf nehme. Als Windbreaker eignen sich leichte Softshells oder ungefütterte Jacken aus dem bewährten 35/65iger Polycotton (G1000, LPC, ...) an denen sich Feuchtigkeit weniger staut.

      Wenns stark windet, schneit oder gar regnet kommt man an beschichteten Stoffen nicht vorbei, die Atmungsaktivität von GoreTex & Co wird vor allem bei tiefen Temperaturen massiv überbewertet und geht bei nasskaltem Bedingungen gefühlt gegen Null. Ob man typische Winterfeatures wie z.B. eine Schneeschürze an der Taille braucht ist Geschmackssache. Lange Bein-Reißverschlüsse sind an Nässeschutzhosen Pflicht, gerade im Winter will man nicht aus den Schuhen um sich was regendichtes überzuziehen. A propos Schuhwerk - abgesehen von Skischuhen f. Bindungssysteme sind Stiefel mit höherem Schaft empfehlenswert. Hab hier z.B. Garmont Lynx Full Grain GTX u. Lundhags Vandra. Socken mit Fußteil aus dickem Plüsch und hohem Wollanteil sind super (Falke TK-1 Adventure Wool od. TK-X Expedition). Gegebenfalls dünne Unterziehsocken aus Wollmisch (Pflicht bei den ungfütterten Lundhags zur Blasenvermeidung) und dicke Filzeinlagen gegen Bodenkälte. Die typischen Canadaboots mit weichem, aber wasserdichtem Kunststofffussteil u. fettem Innenschuh aus Filz sind für lange Gehetappen nicht ideal.

      Bei 10-15cm Schneehöhe kommt man noch ohne Hilfsmittel durch, darüber machen typ. Winter-Fortbewegungsmittel Sinn wie z.B. Schneeschuhe, Langlauf- oder Tourenskier. Für Schneeschuhe benötigt man weder spezielles Training od. Schuhwerk, die Bindung ist schon das komplizierteste an diesen Dingern und der Gehrythums am natürlichsten. Im flachen oder leicht hügeligen Gelände kommt man auf breiten X-Country od. BC-Langlaufskiern m. nordischen Bindungen (NN-75 od. NNN-BC) mitsamt Pulka am schnellsten voran da man schon im leichten Gefälle energiesparend gleiten kann (ohne Steigfälle natürlich). Gebirgiges Terrain m. Hängen ist wiederum die Domäne der Tourenski, die Ausrüstung erinnert am ehesten an Pistenequipment und entsprechendes Können vorausgesetzt sind steilste Abfahrten kein Thema.

      bc_langlaufski_schuppen_steighilfe.jpg
    • ... weiter wegen Zeichenlimits:

      Als Campbekleidung eignen sich dicke gefüttere Primaloft- od. Daunenjacken oder massive Unterbuxen aus Merino und Biwakschuhe - also dick gefütterte Footies die man rasch an- und ausziehen kann. Gegebenfalls machen Gamaschen Sinn, Handschuhe u. Mütze sind im Winter sowieso Pflicht und hier würde ich auf alle Fälle Reserve einpacken denn ein Handschuh geht leicht verloren. Schon alleine an der Bekleidung ist erkennbar dass ein 40-50L Rucksack im Winter kaum reicht, meine Winterrucksäcke haben gerne 85-100L Packvolumen und sind auf Wochenendtouren schon schwer bepackt!

      100l_winterrucksack_gepackt.jpg

      Was das Campieren anbelangt verzichte ich im Schnee mittlerweile komplett aufs Tarp da Zelte einfach wesentlich besseren Wetterschutz bieten - denke hier vor allem an Schneetreiben, starken Wind (Windchill!), uvm. Tunnelzelte mit 3-Gestängebögen mit großen Vorzelten sind super, man bringt in der Apsis nicht nur das Wintergear unter sondern kann sich darin auch einen Fußgraben anlegen um z.B. beim kochen bequem sitzen zu können. Isomatten mit entsprechendem R-Wert sind ebenso Pflicht wie Schlafsäcke die für tiefe Temperaturen ausgelegt sind.

      tunnelzelt_pulka_schlitten_arctic_beding.jpg

      Auf Wärmefeuer zu setzen ist im Winter eine noch schlechtere Idee als im Sommer - man ist beständig am nachlegen, benötigt somit Unmengen an Brennholz und kommt zu keinem Schlaf! Für längere stationäre Aufenthalte sind sogen. Lavvos, also nordische Tipizelte ideal. Sie bieten nicht nur Stehhöhe im Zelt sondern sind auch für Holzöfen vorbereitet. Solch schwergewichtiges wird man nur aufbauen wenn man sich über längere Zeit an einem Ort aufhält ...

      lavvo_holzofen_tipizelt.jpg
    • Opa schrieb:

      -Schuhe auf zwei Stöcke stecken mit Öffnung nach unten.
      Danke für den Tipp, ist auch im Sommer gut zu gebrauchen.

      Opa schrieb:

      -Zelt doppelwandig
      Ja das kann ich bestätigen, der verringerter Wind und Luftaustausch hat einen merklichen Effekt

      bugikraxn schrieb:

      Das Wasser wird entweder zum kochen oder für den Tee in der Thermosflasche genutzt, d.h. es wird erhitzt und mit Verunreinigungen die via Luft in den Schnee eingetragen werden muss man halt leben und die werden einem sicherlich nicht umbringen
      @bugikraxn Erst mal Danke für den Super Beitrag.

      Ja mit den Verunreinigungen da bin ich bei dir, das man das im Winter bei großen schneemengen durchaus machen kann und zu vernachlässigen ist. MIt nem normalen Wasserfilter kriegst jetzt ja auch nicht so viel an chem rausgefiltert wie man denkt. Von daher durchaus machbar.

      bugikraxn schrieb:

      fühlt sich wohlig warm an und falls durchgeschwitzt muffelt es weniger stark als Synthetikstoffe.
      Ist dem wirklich so ? Ich hab da jetzt schon gegensätzliche Aussagen gehört.

      bugikraxn schrieb:

      Bei 10-15cm Schneehöhe kommt man noch ohne Hilfsmittel durch, darüber machen typ. Winter-Fortbewegungsmittel Sinn wie z.B. Schneeschuhe
      Eigener Erfahrungswert ?
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Freut mich wenns gefält @Südprepper ;)

      Hab hier einige Langarm T-Shirts und lange Unterbuxen sowohl in Merino als auch in Synthetik, z.B. aus PES od. PP und in der Thermowäsche aus Synthetik friere ich eindeutig schneller. Was Schweißgeruch und Wollbekleidung betrifft liegt die Betonung auf muffelt 'weniger stark'. Klar nimmt auch Merino Schweißgeruch an, aber riecht weniger streng als KuFa. Neige dazu stark zu schwitzen, nach 3 od. 4 Stunden ist der Unterschied noch nicht gravierend, nach 2 Tagen in Thermounterwäsche allerdings beträchtlich - da hört man dich nicht kommen sondern man riecht dich 8)

      Fortbewegung bei Kälte kostet deutlich mehr Energie als unter temperierten Verhältnissen und Schnee topt das ganze, d.h. man ermüdet durch das einsinken früher da die Füße ständig über die Schneedecke gehoben werden müssen. Bei einer Handbreit Schnee noch ok, bei 15-20cm kostet das schon richtig Kraft was sich auf längeren Strecken massiv auswirkt. Ab 15cm wiegt das Gewicht der Schneeschuhe den Energieaufwand durchs einsinken meiner Meinung nach auf. Unter 10cm Schneeauflage haben Schneeschuhe oder Skier öfter mal Kontakt mit dem erdigen Untergrund und verschleissen dadurch schneller. Man muss zwar im jungfreulichen Schnee auch 'spuren', was aber deutlich einfacher geht als ohne Skier oder Schneeschuhe ...