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+++ LERNEN DURCH FEHLER - DIE INTERAKTIVE PREPPER FALLSIMULATION +++ NEUER FALL 2025/2026

  • Frische Ware dürfte jetzt verbraucht sein.
    Jetzt also vermehrt gelagerte Lebensmittel und Fleisch aus dem TK.
    Milch kann noch durch H Milch ausgeglichen werden, Eier ggf. von den Nachbarn. Obst gibt es jetzt nur aus Dosen oder eingemacht. Vielleicht sind noch Äpfel übrig. Der Speiseplan wird jedenfalls etwas enger.

    Ansonsten keine Besonderheiten.
    „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

    Henry Ford
  • Weiterer Verlauf und Auflösung:

    Am Morgen des 19. Januar erwacht ihr und begebt euch, fast schon routiniert und wie eingeübt, ins Badezimmer. Der obligatorische Griff zum Lichtschalter erfolgt beinahe automatisch, begleitet von der stillen Frage, ob die Stromversorgung inzwischen wiederhergestellt ist. Geblendet und zugleich überrascht stellt ihr fest, dass der Strom zurückgekehrt ist und alle Lichter den Raum hell erleuchten. Ein Moment der Erleichterung macht sich bemerkbar.

    Nach dem Badezimmergang lauscht ihr aufmerksam den aktuellen Nachrichten, um Gewissheit über die Lage zu erhalten. Diese berichten, dass es in der Nacht gegen 01:00 Uhr gelungen ist, die flächendeckende Stromversorgung in Deutschland wiederherzustellen. Im Verlauf des Tages kommt es jedoch vereinzelt noch zu kurzzeitigen Unterbrechungen der Stromversorgung von bis zu 30 Minuten. Erst gegen 18:00 Uhr ist eine gewisse Stabilität im Netz deutlich wahrnehmbar. Viele Einzelhändler bleiben an diesem Tag weiterhin geschlossen, da der reguläre Geschäftsbetrieb nur eingeschränkt möglich ist und organisatorische Herausforderungen bestehen.

    Die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk sowie teilweise der Bundeswehr konzentrieren sich währenddessen auf die Räumung von Dächern und Straßen. Ziel ist es, Gefahren zu beseitigen und einen bedingten Fahrzeugbetrieb schrittweise wieder aufnehmen zu können. Die Anstrengungen der Helfenden prägen das Bild des Tages und verdeutlichen das Ausmaß der vorangegangenen Ereignisse.
    In den darauffolgenden Tagen kehrt langsam eine Form von Normalität in den Alltag zurück, auch wenn dieser durch die weiterhin liegenden Schneemengen deutlich erschwert bleibt. Mit zunehmender Berichterstattung, die nun auch wieder umfassend durch Fernsehsender übertragen wird, wird das volle Ausmaß der Geschehnisse erst nach und nach sichtbar. Insgesamt waren sieben Länder von dem Blackout betroffen. Laut Medienberichten ist nach aktuellem Stand mit über 1400 Todesopfern in ganz Europa zu rechnen, die durch unmittelbare und sekundäre Folgen der Ereignisse ums Leben kamen.

    Nach weiteren vier Wochen hat sich der Alltag weitgehend normalisiert. Die Schneemassen in Deutschland sind so weit abgetaut, dass das öffentliche und private Leben wieder ohne größere Einschränkungen fortgesetzt werden kann. Die Ereignisse dieser Wochen bleiben jedoch präsent und wirken als stille Erinnerung an die Verletzlichkeit moderner Infrastruktur und die Bedeutung gemeinschaftlichen Handelns in Ausnahmesituationen.

    ENDE
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
  • Auswertung des Fallbeispiels

    Vorbemerkung zur Analyse:
    Ich habe die nachfolgende Analyse allgemein gehalten und nicht explizit, einzelne User die daran teilgenommen haben entsprechend benannt. Die jeweiligen Beiträge und Vorgehensweisen sind den einzelnen Usern bekannt und können individuell reflektiert werden. Bitte versteht die geäußerte Kritik nicht als persönliche oder abwertende Einschätzung, sondern als konstruktive Rückmeldung. Sie soll dabei helfen, bestehende Vorbereitungen und Handlungsweisen weiter zu reflektieren und gegebenenfalls zu verbessern. Die Bewertung erfolgte vor dem Hintergrund meiner beruflichen Erfahrung und dient ausschließlich diesem Zweck.

    Mir ist aufgefallen das einige User dieses Mal nicht durchgehend am vorgegebenen Szenario orientiert waren und zu fokussiert auf ihre eigene Wohnsituation bzw. Wohnumgebung waren, was eine Auswertung erschwerte. Es ist leider nicht möglich im Rahmen einer solches Fallbeispiels alle solche Faktoren zu berücksichtigen, dieser Aspekt war Teil der einleitenden Rahmenbedingungen. Auch die inhaltliche Ausschmückung der Antworten um zusätzliche, situationsbeeinflussende Faktoren, hat mir die strukturierte Auswertung teilweise erschwert.

    Wer Verbesserungsvorschläge oder Kritik zum Fallbeispiel hat, kann mir diese sehr gerne via PN zukommen lassen, so dass ich diese für das nächste Mal archivieren und berücksichtigen kann und nicht in den tiefen des Forums verloren gehen. Aber nun zur eigentlichen Analyse.

    Analyse:
    Wie einige in diesem Fallbeispiel gemerkt haben, hat dieser Fall diesmal weniger auf Infrastrukturzerstörung gesetzt wie der Fall 2018, sondern war vielmehr auf situative Entwicklungen basiert. Trotz Katastrophe war es ein Ereignis, das man widererwartend doch recht gut überstehen konnte ohne große Entbehrungen. Trotzdem wurden Schwachstellen offensichtlich.

    Schauen wir ganz an den Anfang zurück.

    Der Fall begann mit einer Wettermeldung und einem zu erwarteten Vb Tief in den kommenden Tagen. Hier zeigte sich bereits bei allen Teilnehmenden, in der Reaktion ein bekanntes Phänomen in Bezug auf Vb tief Wetterlagen. Wenn man mal reale Katastrophen der vergangenen 25 Jahre rückwirkend betrachtet, so wird man feststellen das in vielen Fällen der Begriff Vb tief Wetterlage nicht bei allen die Alarmglocken schrillen lässt. Bei Hochwasser 2003 an der Elbe, beim Sturmtief in NRW 2014, dem Ahrtal 2021. Immer wieder zeigt sich die Hinweise auf 5b Tiefs vorlagen aber nicht berücksichtigt wurden, wie auch hier im Fallbeispiel. Man nahm es einfach zu Kenntnis, wenn auch in diesem Fallbeispiel ohne gravierende Auswirkungen.
    Hier mal ein paar Hintergrundinfos zum Thema Vb Tief: meteonews.ch/de/News/N14151/Was-ist-ein-Vb-Tief%3F

    An dieser Stelle möchte ich die hypothetische Frage stellen – Hätte im aktuellen Fallbeispiel eine frühere Handlungsweise einen Unterschied gemacht?

    Nachdem im vorliegenden Fall nun der Ausfall der Energieversorgung eingetreten war, haben nicht alle die notwendigen Sofortmaßnahmen ergriffen um zum einen den Blackout auszuschließen. Keine Nachrichten kontrolliert oder auch ein Spaziergang waren hier die falschen Maßnahmen. Es ist immer sinnvoll zu schauen ob es sich um einen Stromausfall oder einen Blackout handelt. Ein Blackout kennzeichnet sich in Abgrenzung zu einem Stromausfall in einem Ausfall des Mobilfunks, vieler Nachrichtensender (die Anzahl der empfangenen Sender ist deutlich reduziert) und ggf. dem Ausfall von TV Sendern. Insbesondere da ihr im Fallbeispiel den genauen Zeitpunkt des Ausfalls nicht mitbekommen habt.

    Theoretisch wäre es aber für jeden ersichtlich gewesen das es sich bereits hier um einen Blackout gehandelt hat. Nämlich der Ausfall Funkweckers hätte jedem zu denken geben müssen. Funkwecker beziehen ihre Signale(DCF77 Signal) von dem Zeitzeichensender in Mainflingen. Dieser ist Teil der kritischen Infrastruktur und für mehrere Stunden Notstrom gepuffert. Sollte dieser ausfallen so kann man durchaus in Kombination, mit einem lokal vorliegenden Stromausfall vom Blackout ausgehen.
    Und da im Fall der Ausfall bereits in der Nacht stattfand, erklärt dies den Senderausfall nach vielen Stunden.
    Insgesamt wurde zu spät auf die Blackout Situation reagiert, da man diesen nicht erkannt hat.

    Es wurde dann im Verlauf versucht mit einem Solarplanel eine Jackery Powerstation auszuladen. Zumindest die Jackery Powerstation braucht eine Mindesteingangsspannung zur Aufladung von 12 V da der Solarladeregler in der Station mind. 10V benötigt. Man kann davon ausgehen das eine Aufladung bei Schneefall nur sehr geringe Werte bringt die ein Ladung nicht ermöglichen. Dies gilt es als Vorbereitung vorab auszuprobieren. Es gab auf dem Markt in den letzten 20 Jahren immer wieder Überraschungen bei den Solarplanels die teilweise sogar bei Schneefall im ZELT(!) eine Ladung ermöglichten. Es kommt hier aber auf die verbauten Solarzellen an. Zumal die Betriebstemperatur nur bis maximal minus 10 Grad verlässlich ist.

    Zum Thema Anlaufstellen und Notfalltreffpunkte habe ich festgestellt da einige hier sehr zögerlich waren. Mann muss an solchen Anlaufstellen und Notfalltreffpunkten (mancherorts auch Leuchtturm genannt) nicht zurückhaltend sein. Hat man Fragen so kann man diese dort ohne schlechtes gewissen stellen, genau dafür ist das gedacht. Das Aufladen von Handys und Energieträgern wird an solchen Hilfeleistungs- und Informationspunkten, oft der Bevölkerung ermöglicht. Dies ist allerdings kein Standard und lokal sehr unterschiedlich geregelt, weshalb man nicht darauf setzen sollte. Das aufladen von Powerstations dürfte als unrealistisch einzuschätzen sein, da viele Konzepte hier in D bei den Notfalltreffpunkten nur auf kleine Aggregate setzen.

    Einige Hintergrundinfos wo auch das Thema KatS Leuchtturm angesprochen wird, könnt ihr im bereits bekannten Online Kurs der Virtuellen Hochschule Bayern abrufen:
    open.vhb.org/blocks/occourseme…ge.php?id=396#vvmpbiZ-0lw

    Wer sich umfassend zum Thema Notfalltreffpunkte/Leuchttürme informieren will kann das hier tun:
    bbk.bund.de/SharedDocs/Downloa…_blob=publicationFile&v=4

    Es war auffällig das einige reagiert haben auf Internetmeldungen oder TV Beiträge aus dem Ausland die sie ohne satellitengestütztes Internet (z.B. Starlink) überhaupt nicht abrufen können in der Realität.
    Also bitte in der Realität dran denken das ihr auf sowas nur zugreifen könnt wenn ihr Notstrom und SAT Verbindung habt. Da einige Probleme mit der Verständlichkeit geäußert haben: Man kann insofern man eine SAT gestützte Internetverbindung zu Verfügung hat ganz normal über den Browser übersetzen. Markieren, dann rechts Klick und auf „Ins deutsche Übersetzen“ klicken.

    Im weiteren Verlauf kam es ja dazu das ein Baum unter der Schneelast auf ein stehendes Fahrzeug gestürzt ist. Hier ist aufgefallen das einige allgemein nicht reagiert haben und einige unter der Prämisse „ich kann eh niemand eingeklemmtes befreien und die schnelle Hilfe entfällt ja“ nicht gehandelt haben.
    Es ist JEDER Bürgern gem. §323c StGB unabhängig davon ob er eine entsprechende Ausbildung besitzt oder nicht, dazu verpflichtet Hilfe zu leisten solange er sich keiner Gefahr dabei aussetzt. Alles andere ist eine Unterlassungsstraftat. Zumal verlängerte Rettungszeiten in solchen Ausnahmesituationen erst recht dazu verpflichten, weil die Situation für einen eventuell betroffenen dadurch schnell lebensbedrohlich werden kann.
    So können Patienten mit zunehmender Unterkühlung, zum Beispiel schneller ausbluten können, vereinfacht ausgedrückt, da mit sinkender Körperkerntemperatur die Blutgerinnung nachlässt.
    Hier wäre deutlich mehr Solidarität gefragt in einer Krise, denn so eine Situation ist A nicht gestellt und B wird auch derjenige der evtl. in so einem Auto sitzt für euch keine Gefahr darstellen. Das heißt eine Erkundung ob sich jemand in dem Fahrzeug befindet (was ja einige richtigerweise getan haben) wäre jedem zu zumuten und somit rechtlich zu erwarten. Ob man, insofern sich niemand in dem Fahrzeug befindet, das dann melden muss steht auf einem anderen Blatt Papier, das lass ich daher mal offen.
    Aber zumindest nachschauen und ggf. Hilfe zu holen ist nicht nur rechtlich, sondern auch menschlich und moralisch verpflichtend. Zu diesem Zeitpunkt lag keine Gefährdung im Gesamtszenario vor.

    gesetze-im-internet.de/stgb/__323c.html
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
  • Nachdem die Feuerwehr kam um den Baum zu beseitigen wurde vermutet, das alles noch so einigermaßen gut funktioniert da die FW bei sowas noch rauskommt. Es wussten an der Stelle ja nicht alle ob sich eine Person in dem Auto befand. Von daher gesehen hätte es auch sein können das die FW nur die Meldung bekommen hat das ein Baum auf ein Fahrzeug gestürzt ist. Genau so unklar wie die Situation für euch hier teilweise war, war sie auch für die Feuerwehr.
    Daher lässt das kein Rückschluss zu das die Feuerwehr noch rauhe Betriebsstoffmengen verfügt. Es zählt zur Aufgabe der allgemeinen Gefahrenabwehr Verkehrswege freizuhalten. Das heißt FW, THW oder Bundeswehr werden immer zumindest die Verkehrswege freiräumen, auch im weiteren Verlauf solcher Ereignisse. Zumal die Betriebsstoffversorgung für die Feuerwehr ein kleineres Problem darstellt. Viele Berufsfeuerwehren haben eigene Tankstellen in ihren Feuerwachen (zumindest bei uns) und können im Zweifel auch Betriebsstoffe aus Tankstellen umpumpen. Ein Ausfall ist bei BOS Organisationen eher unwahrscheinlich wenn auch nicht problemlos.

    Im weiteren Fallverlauf gab es dann mehrfach Situationen in denen längere Wegstrecken zurückgelegt wurden.
    Hier empfiehlt sich immer etwas warmes zu trinken und ein extra Paar trockene Socken.
    Dies hatte keiner beachtet, obwohl schon beachtliche Schneemengen waren. Nasse Füße können gerade im Winter schnell mal Fußpilz o.ä.hervorrufen. Zum Thema trinken muss man wissen das die Wärmeregulation sehr stark vom Flüssigkeitshaushalt, auch im Winter abhängig ist.

    Dann gab es eine Situation mit unwetterartigem Schneefall der einen Aufenthalt im Gebäude erforderlich machte (Simulationsvorgabe). Hier haben einige dann Unternehmungen wie Schlittenfahren und Fußmärsche unternommen. Das schiebe werte ich an der Stelle jetzt einfach mal so, das der Textverlauf nicht detailliert gelesen wurde und auch die Bilder nicht richtig angeschaut wurden. Denn die Zeitangaben waren teilweise hier unrealistisch. Ich glaube kaum das jemand bei Unwetterartigem Schneefall einen vierstündigen Fußmarsch bei extrem hohen Schneemengen durchführt. Praktischer Erfahrungswert: Bei 1.26 m Pulverschneehöhe sinkt man bei einer Körpergröße von knapp 1,90 bis zu den unteren Oberschenkeln (kurz über Kniehöhe) ein.

    Auch hier mal ein aktuelles Beispiel aus Russland wie extrem solche Schneemengen sind:
    n-tv.de/mediathek/videos/panor…ohnblocks-id30254186.html

    Und wir sind hier nicht in Russland und auch nicht in der Schweiz wo riesige Schneemengen gewohnt sind, sondern im aktuell verdrehten Deutschland, wo bereits 10cm Schnee in der Stadt den Ausnahmezustand hervorrufen. Ich meine wir sind hier einfach keine großen Schneemengen mehr gewohnt und ich würde auch bei starkem Schneefall rausgehen, aber in dem vorliegenden Fall war dies Falsch, es ließ sich halt nicht intensiver darstellen. Daher wurde im Verlauf dies als „Unwetterartig“ beschrieben, weil es nicht mehr ging. Es war ja auch nichts beräumt.

    Ein großer Kritikpunkt und zugleich die größte Schwachstelle war der Verletzte Nachbar. Es gab nur zwei User von 10 die eine sinnvolle Versorgung durchgeführt haben. Ich habe in dem Fallbeispiel bewusst auf einen klassischen medizinischen Notfall gesetzt, von dem erwartet wird das ein Ersthelfer diesen händeln kann.
    Wenn ihr in eine solche Situation kommen solltet dann legt jemanden mit einer solchen staken Blutung (war im Bild ersichtlich), direkt da auf den Boden wo er steht. Natürlich nicht im Schnee, aber zumindest im Treppenhaus oder im Eingangsbereich eures Hauses. Zum einen versaut ihr euch dadurch nix und zum anderen wisst ihr nicht wie jemand mit dem Kreislauf, auf ein laufen reagiert, zumal der Nachbar im vorliegenden Fall schon offensichtliche Probleme hatte. Ein Schritt kann bei auftreten von Kreislaufproblemen, ein Schritt zu viel sein und jemand fällt um.

    Im Endeffekt hätte die Versorgung folgendermaßen aussehen müssen:
    Direktes Hinlegen, Druckverband, Schocklage und Wärmeerhalt (Decke, Rettungsdecke). Denkt beim Wärmeerhalt auch an den Boden, darüber geht am meisten Wärme bei verletzten verloren.

    Was ich nicht verstanden habe, dass nur vereinzelt die klare Entscheidung kam Hilfe zu organisieren. Dies führte dazu das ihr eine quasi verletzte Person die einem Krankenhaus bedurfte bei euch in der Wohnung lag. In solchen Situationen ist es wichtig zielgerichtet und nachdrücklich zu handeln. So wäre es denkbar gewesen, an die Tür vom Nachbar zu hämmern und ihn zur Hilfe aufzufordern. Hier müssen gezielt Anweisungen gegeben werden. In Kombination mit der Blutspur erzeugt das bei unbeteiligten Personen den entsprechenden Nachdruck. Das heißt, nicht hingehen und um Hilfe bitten („ich brauche mal deine Hilfe“) sondern („´Du musst mir helfen - Der hat sich massiv geschnitten – Sofort !“). Und dann schickt ihr den Nachbar einfach einen Rettungswagen an der Anlaufstelle organisieren. Das ist dem Nachbar in dem Moment lieber wie im Blut rum zu wurschteln. Manchmal funktioniert das nicht, dann muss man halt auch mit einer Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung drohen.

    Wichtig ist das man es nachdrücklich, mit einer Anweisung macht und nicht einfach so mit der bitte zu helfen. Denn derjenige ist erstmal genau so gestresst wie ihr, deshalb müsst ihr jemanden führen, wenn ihr Unterstützung braucht. Weil wenn ihr das nicht macht, dann habt ihr wie im Fallbeispiel euren verletzten Nachbar bei euch zu Hause liegen und das kann in einer solchen Situation niemand gebrauchen.
    Letztlich empfehle ich aus meiner Sicht als Notfallsanitäter euch allen, insbesondere denen die bereits digital aus der Simulation ausgestiegen sind, dringend einen Erste-Hilfe-Kurs oder Kurs für Starke Blutungen. Denn wenn das passiert – Und die Wahrscheinlichkeit für so einen Fall ist in einer Krise groß – dann könnt ihr in der Realität auch nicht aussteigen.

    Danach fing die Zeit des Wartens an und es passierte nicht mehr viel – Die Situation war statisch.

    Hier fiel auf, dass an Tag 4 und 5 niemand Radiomeldungen abgehört hat um z.B. Auskünfte einzuholen. Wenn ihre das getan hättet, so hättet ihr in Erfahrung gebracht das Örtlichkeiten geschaffen wurden wo man sich Aufwärmen kann und zumindest das Handy laden konnte.

    Informationen sind das A und O in einer Krise und Katastrophe und zählt zu den Top 10 der täglich zu verrichtenden Maßnahmen.
    Letztlich setzte die Langeweile und Ernüchterung ein, auch hier im digitalen, ich hätte nicht gedacht das dies so sichtbar wird, das einige sogar aussteigen.

    Somit gilt als daraus resultierende Erkenntnis sich darauf einzustellen und vielleicht das eine oder andere Gimmick wie ne Cola, oder was ihr sonst gerne esst, als Stimmungsaufheller in die Vorbereitung mit rein zu nehmen. Oder zumindest Bewältigungsstrategien im Vorhinein zu erarbeiten.

    Über das gesamte Fallbeispiel hinweg wurde eines vernachlässigt – Die Körperhygiene. Was am Anfang noch gemacht wurde, fiel einfach im Verlauf weg.
    Gerade bei solchen Ereignissen ist Hygiene extrem wichtig, zumindest was die Körperfaltem, Intimregion und das Gesicht und den Mundbereich angeht. Das muss IMMER drinne sein, da hier durchaus gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Hautpilz usw. entstehen können.

    Zusammenfassend sind trotz dessen das die Situation nicht überaus kritisch war für den einzelnen sehr viele Erkenntnisse zusammengekommen. Insbesondere der Bereich Erste-Hilfe-Kurs und Ernüchterung sollte zwingend von euch angegangen werden.
    Denn in der REALITÄT steigt keiner einfach so aus – Oder er geht unter !

    Abschließend möchte ich noch sagen, das ihr mit diesem Fall nun gesehen habt das ein Blackout insgesamt eine Katastrophe ist, für den einzelnen aber mit einer gewissen Vorbereitung durchzustehen ist, ohne das man spezielle Dinge braucht.

    Soviel mal von mir zur Auswertung.


    Noch ein paar Randdaten zum Fallbeispiel für die es interessiert:
    20 Stunden Vorbereitung, 13 DIN A4 Seiten Quelltext und 25 KI generierte Bilder, 6 Stunden Auswertung.

    Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die an dem Fallbeispiel mitgewirkt haben. Die engagierte Teilnahme hat wesentlich dazu beigetragen, dass ich selbst, zumindest methodische Erkenntnisse für meine Tätigkeit als Dozent und auch weitere Fallsimulationen gewinnen konnte.
    Das Fallbeispiel gebe ich nun an dieser Stelle, für alle beteiligten User zur offenen Diskussion in Bezug auf das Fallbeispiel frei, um den gemeinsamen Austausch weiter zu fördern. Ich hoffe, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema auch für euch einen Mehrwert hatte und Impulse für das eigene Denken und Handeln und insbesondere die Vorbereitung setzen konnte.

    Grüße Südprepper


    PS. Abschließend noch etwas mehr oder minder Witziges – Gerade in den Medien gefunden: youtube.com/watch?v=G_w5o0i2A7MBeim :D ^^
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
  • Zu allererst ganz herzlichen Dank für deine Bemühungen und die immense Arbeit, die du da reingesteckt hast. Zumindest war ein kleiner Erkenntnisgewinn für dich als Dozent mit drin.

    Persönlich ist mir, und ich rede nur von mir, einiges aufgefallen.
    - der ausgefallene Funkwecker hätte für mich der Startschuss dazu sein müssen, die Fenster gegen Kälte zu schützen. Luftpolsterfolie oä. ( Die Luftpolsterfolie ist im Verlauf des Szenarios geliefert worden)
    - ich habe nicht daran gedacht einen Baldachin übers Bett zu bauen. Ich wollte auch nicht betrügen, das Material dazu hätte ich nicht gehabt. Dabei gab's erst kurz davor ein Video vom Forenbetreiber darüber.
    - ich hatte das Porta Potti im ersten Tag auf den Balkon gestellt, und das nie revidiert. Was extrem unrealistisch ist bei minus 17° draussen.....
    - ich habe den Grill im Verlauf des Szenarios ins Zimmer gestellt, habe aber keinen CO2 Warner.
    - und natürlich das genannte, Erste Hilfe, mangelnde Informationsbeschaffung, mangelnde Hygiene.
    - und die Nahrungszubereitung ist mir aufgefallen. Ich habe zwar reichlich Reis und Nudeln, aber ehrlich in dem Szenario wäre Dose mit Fertigfutter bzw ähnliches wesentlich sinnvoller.

    Allgemein ist mir aufgefallen.
    - wir gehen davon aus, dass wir nicht in die Arbeit gehen, aber die Hilfskräfte schon. Zumindest im Szenario.
    - wir reden meist davon, dass wir in der Krise nicht mit Nachbarn kommunizieren, das Fallbeispiel hat aber gezeigt, die meisten klopfen doch beim Nachbarn. So hab's ich zumindest empfunden. Gefällt mir.
    - und eine Person hat gemeint, am neunten Tag wäre wohl das frische Lebensmittel aufgebraucht. Ich denke wenig hält sich neun Tage.
    - insgeheim hab ich etwas angezweifelt dass die HiOrg in einem Fahrzeug bei minus 17° die ganze Zeit anwesend hätte sein sollen.

    Kurz gefasst, das Fallbeispiel hat bei mir einige Lücken aufgezeigt.
    Nochmals Danke
  • Fifth age schrieb:

    - ich habe den Grill im Verlauf des Szenarios ins Zimmer gestellt, habe aber keinen CO2 Warner.
    DAs habe ich gar nicht gelesen ?(
    Das sollte natürlich in keiner Weise der Fall sein, da ein Grill im Innenraum grundsätzlich gesundheitsschädlich Emissionen abgibt, auch Elektrogrills. Wenn ich das nicht übersehen hätte, dann hätte ich dir vermutlich im Fallbeispiel das Licht ausgehen lassen :D .

    Aber nun gut - Ist halt ein absolutes No Go.

    Fifth age schrieb:

    - insgeheim hab ich etwas angezweifelt dass die HiOrg in einem Fahrzeug bei minus 17° die ganze Zeit anwesend hätte sein sollen.
    Das ist schon realistisch. Wir hatten hier bei uns 2012 zuletzt um die Minus 20 Grad, da hatten wir damals für die Obdachlosen auch Hilfsmaßnahmen ergriffen und waren bei Wind und Wetter draußen.
    Fahrzeug mit laufendem Motor und Standheizung und das ist möglich.
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)