Globaler Stromausfall div. Fragen dazu

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  • Globaler Stromausfall div. Fragen dazu

    hey Leutz!

    Vorstellung kommt noch :) solang müsst ihr mit Rene vorlieb nehmen.

    ich lese ja schon seit ein paar Monaten Hier und habe noch einige Fragen gerade was Blackout betrifft:

    szenario:
    das Stromnetz bricht zusammen Grund nehmen wir einen Sonnensturm -> Transformatoren machen pew pew..
    was geschieht mit den Atomkraftwerken?
    jetzt hätte ich eine Theorie welche für mich als etwas schlüssig erscheinen mag:
    Auch wenn sie Kühlbecken haben und diese mit Wasser evtl rein mechanisch gespeist werden können so verdampft das Wasser zuschnell.
    da ja die Brennstäbe, bitte korrigiert mich ungekühlt 2000grad C erreichen, liegen die bald am Boden (Halterungen schmelzen) irgendwann ist dass Becken auch durch ... Erdreich Grundwasser..
    im bestenfall würde ich sagen das ganze Erdreich Schutt dergleichen zerfällt von oben und schüttet alles zu und könnte sich evtl dadurch verschließen. Wenn nicht? oder liege ich mit meinem Hirngespinst soweit daneben das sich das ganze anders klärt?

    bin auf eure Meinungen gespNnt

    danke
    mfg
    rene
  • AKW haben mehrere redundante Notstromaggregate aus Generatoren und auch Batterien um bei solch einem Fall auch läöngere Zeit "Autark" zu sein.

    Ich weiß zwar nicht ob das ebenfalls einem EMP standhält aber ich gehe einfach mal davon aus das diese Systeme besonders geschützt sind.

    Muss der Reaktor sofort abgeschaltet werden nutzt man dafür Borsäure welche die radioaktive Kettenreaktion stoppt und die Brennstäbe nur noch Nachzerfallswärme produzieren.

    Bei einer Kaltabschaltung wird das Kühlsystem nicht über 95°C erhitzt (Atmosphärendruck). Das bedeutet, dass bei diesen Temperaturen das Wasser weder siedet noch verdampft und so bekommt man die Lage relativ schnell unter kontrolle.

    Diese Kaltabschaltung herrscht z.B. dann, wenn man die Kontrollstäbe ordnungsgemäß reingezogen hat Sprich: eine normale Abschaltung oder aber auch eine Sofortabschaltung

    Eine Kaltabschaltung ist übrigens auch NACH einer Kernschmelze durchführbar.
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    S
    tay Tuned and Be Prepared!
  • Oh okay danke für die Info.

    Wobei ja auch bei 95grad das Wasser gut verdunstet, wobei interessant wäre wielange die 95grad bestehen? Oder kühlen diese trotzdem schnell auf "Raumtemperatur" ab?

    Und jetzt stellt sich sich für mich weiter die Frage: die alten Brennstäbe werden doch auch in "Kühlbecken" gelagert? Oder haben diese Becken eine andere "Funktion"?

    danke für die Geduld für meine Unwissenheit.

    mfg
    rene
  • Der Fachausdruck lautet "Abklingbecken". Die Brennstäbe sollen dort nicht auf Dauer gelagert werden, sondern nur so lange, bis sich ihre Radioaktivität so weit verringert hat, dass man sie zur Wiederaufbereitung oder zur Endlagerung abtransportieren kann. Das dauert in etwa fünf Jahre. Da die Endlagerung bekanntermaßen problematisch ist, werden die Aklingbecken in vielen Kraftwerken als Zwischenlager verwendet.

    Details gibt's hier: de.wikipedia.org/wiki/Abklingbecken
  • Holywood01 schrieb:

    Wobei ja auch bei 95grad das Wasser gut verdunstet, wobei interessant wäre wielange die 95grad bestehen? Oder kühlen diese trotzdem schnell auf "Raumtemperatur" ab?


    Du darfst dir das System nicht als offenen Kochtopf vorstellen, sondern eher wie eine Art Druckkochtopf. Das Wasser verschwindet verdunstet da nicht wirklich.

    Bei der Kaltabschaltung steigt die Temperatur nicht über ein gewisses Niveau, eben diesen max. 95°C.

    Da reicht das vorhandene Kühlwasser aus um schlimmeres zu verhindern. Der ganze Reaktor ist dann eine Art Abklingbecken.

    Nur die Zeit die es benötigt um eben eine Kaltabschaltung zu erreichen muss mit Pumpen überbrückt werden und das geschieht in der Regel in den ersten Tagen bzw. innerhalb einer Woche. Eben so lange bis die Nachzerfallswärme nurnoch einen Bruchteil der Wärmeleistung erreicht hat.

    Kleiner Auszug aus Wiki

    Zeit nach Abschaltung: Nachzerfallswärme in Prozent:

    10 Sekunden 3,72%
    1 Minute 2,54%
    1 Stunde 1,01%
    1 Tag 0,44%

    Das ganze zieht sich dann natürlich.

    Der Wärmeaustausch zwischen den einzelnen Wasserschichten gewährleistet dann, dass das Kühlwasser nicht über das vorherbestimmte Nivaeu steigt. Das ganze nennt man dann "Kaltabschaltung"
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  • Hallo zusammen ,

    ich hoffe das ich hier richtig bin. Habe gerade eine interessante Doku gesehen.
    Eigendlich geht es um das Erbe des Kohleabbaus aber bei ca. 25,22min kommt etwas, das alle Interessieren dürfte die aus dem Pott kommen.



    Ich fand es sehr gruselig wenn ich mir einen längeren und vor allen Europa weiten Stromausfall vorstelle.
    Evtl. hilft es ja den einen oder anderen seine Vorbereitungen auszuweiten/ aktuallisieren.

    Gruß
    Oldman
    Gelobt sei der HERR, mein Fels,
    der meine Hände kämpfen lehrte
    und meine Fäuste, Krieg zu führen.
  • Ich nutz das ganze mal um eine Frage zu stellen die ich mir brim Hören des Hörbuchs Blackout gestellt hab.
    Was sind eure musst haves um durch einen längerfristigen Blackout zu kommen. Wir nehmen mal an der Blackout ist Europa weit. Ihr habt genug Vorräte an Wasser und Essen. Da müssen wir nimmer drüber reden das haben ja alle hier zusammengestellt. Was gehört für euch sonst noch dazu an must haves?
    Professioneller Zombie Jäger. (Entsorgung kostet extra)

    Brandolinis Gesetz
    Die «Bullshit-Asymmetrie»: Einen Unsinn zu widerlegen kostet x-mal mehr Kraft, als ihn in die Welt zu setzen.
  • HobbyPrepper schrieb:

    Was gehört für euch sonst noch dazu an must haves?
    Hygieneartikel aller Art. Klopapier, Zewa, Einweg-Handschuhe (am besten Nitril und helle Farbe), Handdesinfektionsmittel, (Flüssig-)Seife, Müllbeutel, Campingklo oder Eimer-Toilette etc. Ersatz-Zahnbürsten und Zahnpasta nicht vergessen, braucht man aber nicht in Massen.

    Dazu für die Frau:
    Tampons, Slipeinlagen.

    Dazu für Babys/Kleinkinder:
    Windeln, noch mehr Windeln, Feuchttücher, Wickelunterlagen, Zinkoxidsalbe. Zusätzlich unbedingt Fieberzäpfchen/Fiebersaft (ist aber kein Hygieneartikel).
  • Neben dem, was Josef schon aufgezählt hat würde ich einfach alles das anschaffen, was Du für einen normalen Stromausfall sowieso hast. Halt nur in größeren Mengen.

    • alternative Koch- und Heizmöglichkeit, Einweggeschirr, Müllbeutel
    • Licht und alles, was damit im Zusammenhang steht (Kerzen, Feuerzeuge, Taschenlampen, Leuchten, Batterien, Powerbanks, Solarpanelen, Generatoren usw.)
    • Medikamente und Verbandsmaterial
    • Treibstoff
    • Kommunikationsmöglichkeit (Radio, Funk)
    • Bargeld


    Wenn mit Feuer gekocht, geheizt oder beleuchtet wird, Brandschutz nicht vernachlässigen. Ach ja und vielleicht solltest Du eine Möglichkeit haben, all das was Du hast, zu behalten. Denn wenn wir von vier Wochen flächendeckendem Stromausfall reden glaube sogar ich nicht mehr an das Gute im Menschen...
  • Ich würde gerne eine Checkliste erarbeiten für dieses Szenario. Aufgeteilt in:

    –Vorbereitung (Nahrung, Wasser, Gear, Skills)
    -verhalten im Stromausfall (erste Maßnahmen, regelmäße Tätigkeiten, nogo‘s)

    Oder so ähnlich. Will mich wer dabei unterstützen oder hat gar schon was fertig?
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  • BugOutSurvival schrieb:

    Holywood01 schrieb:

    Wobei ja auch bei 95grad das Wasser gut verdunstet, wobei interessant wäre wielange die 95grad bestehen? Oder kühlen diese trotzdem schnell auf "Raumtemperatur" ab?
    Du darfst dir das System nicht als offenen Kochtopf vorstellen, sondern eher wie eine Art Druckkochtopf. Das Wasser verschwindet verdunstet da nicht wirklich.

    Bei der Kaltabschaltung steigt die Temperatur nicht über ein gewisses Niveau, eben diesen max. 95°C.

    Da reicht das vorhandene Kühlwasser aus um schlimmeres zu verhindern. Der ganze Reaktor ist dann eine Art Abklingbecken.

    Nur die Zeit die es benötigt um eben eine Kaltabschaltung zu erreichen muss mit Pumpen überbrückt werden und das geschieht in der Regel in den ersten Tagen bzw. innerhalb einer Woche. Eben so lange bis die Nachzerfallswärme nurnoch einen Bruchteil der Wärmeleistung erreicht hat.

    Kleiner Auszug aus Wiki

    Zeit nach Abschaltung: Nachzerfallswärme in Prozent:

    10 Sekunden 3,72%
    1 Minute 2,54%
    1 Stunde 1,01%
    1 Tag 0,44%

    Das ganze zieht sich dann natürlich.

    Der Wärmeaustausch zwischen den einzelnen Wasserschichten gewährleistet dann, dass das Kühlwasser nicht über das vorherbestimmte Nivaeu steigt. Das ganze nennt man dann "Kaltabschaltung"
    Ein sehr verspätete anmerkung dazu. 0,44% nach einem Tag klingt ja nicht nach viel, aber das sind mehrere Megawatt wärmeenergie die abgeführt werden müssen. Gibt hier eine schöne Tabelle dazu:
    de.wikipedia.org/wiki/Nachzerf…nach_langer_Betriebsdauer

    Man beachte, die angegeben 4000 MW vor Abschaltung sind die Thermische Leistung, nicht die Elektrische.

    Bei einem Großflächigen langedauernden Stromausfall würde ich mit Großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen das einige AKW's Strahlung abgeben werden. In Fukoshima war das Problem übrigens im endeffekt nur die Nachzerfallwärme, denn das Kraftwerk ist beim Erdbeben natürlich gleich heruntergefahren worden, Kühlung über Generatoren hat dann fast eine Stunde praktisch problemlos funktioniert. Dann kam die Flutwelle und die Kühlung brach weg. Das sorgte dann für die bekannten Probleme im Reaktor aber auch in den Abklingbecken, auch dort musste man ständig Wasser "nachschütten".
  • HobbyPrepper schrieb:

    Ich würde gerne eine Checkliste erarbeiten für dieses Szenario. Aufgeteilt in:

    –Vorbereitung (Nahrung, Wasser, Gear, Skills)
    -verhalten im Stromausfall (erste Maßnahmen, regelmäße Tätigkeiten, nogo‘s)

    Oder so ähnlich. Will mich wer dabei unterstützen oder hat gar schon was fertig?
    Das Primäre Problem bei einem Großflächigen Stromausfall wird meiner Einschätzung nach sehr häufig die Informationsgewinnung sein, wie groß die Ausmaße sind und wie lange der Strom schätzungsweise weg ist.

    Aber Grundsätzlich gehört auf die Checkliste für den 1. und 2. Tag das Verbrauchen / Kochen von gekühlten Lebensmitteln.
  • Also bei 2-4Wochen ist ein Geigerzähler unabdingbar, jeder der Blackout gelesen hat weis warum.
    Ich habe keinen Plan wie lange die Abklingbecken der Atomkraftwerke mitlerweilen noch am laufen gehalten werden können.
    Aber nach 4 Wochen geht einiges den Bach runter das nicht mehr so leicht zu ersetzten ist.

    Da ich in diesen Fall von wirklich langfristigen Folgen (Jahre) ausgehen muss ist Saatgut und alles zur Selbstversorgung wichtig.

    Gruß
    Gelobt sei der HERR, mein Fels,
    der meine Hände kämpfen lehrte
    und meine Fäuste, Krieg zu führen.
  • Es kommt drauf an. Im Normalfall könnten sich die Atomkraftwerke selbst mit Energie versorgen falls das Netz ausfällt und dann geht nix in die Luft. Im Buch Blackout wird nochmal ein anderer Extremfall beschrieben
    Professioneller Zombie Jäger. (Entsorgung kostet extra)

    Brandolinis Gesetz
    Die «Bullshit-Asymmetrie»: Einen Unsinn zu widerlegen kostet x-mal mehr Kraft, als ihn in die Welt zu setzen.
  • Ich denke wenn man das ganze hier mal zusammenfasst, dann werden wir bei einem globalen Stromausfallereignis wohl
    ziemlich gewaltige Probleme durch Atomkraftwerke oder ausgefallene Hebewerke/Pumpen bekommen.

    Man muss man bei der Katastrophenbekämpfung jedoch beachten was die Ursache für ein solches Ausfallereignis ist.
    Reden wir hier von einem EMP durch CME bzw. Atomwaffen, oder reden wir hier von einem Ausfallereignis durch eine Kettenreaktion bei Sicherheitsabschaltungen etc.

    Bei einem EMP haben wir ja die Problematik das dann auch global die Elektronik/Schaltkreise zerstört wird, was der Bewältigung eines solchen Ereignisses wohl
    katastrophale Probleme hervorrufen wird.
    Und das wiederum in seine Vorbereitungen aufzugreifen ist nach meiner Meinung nach nicht möglich, da der Umfang der Vorbereitungen das Budget vom mind 99,99 % aller Foris
    hier sprengen würde.

    Und selbst wenn wir jetzt mal hypothetisch davon ausgehen, das wir dieses mit einbeziehen wollen. Was will man denn bei so viel Atomkraftwerken weltweit machen ?
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)