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Bildung

    • Mal vollkommen abseits ein Thema.
      Ich habe mich die letzten Tage etwas mit Mandarin beschäftigt, rein aus Interesse, ohne Hintergedanken.
      Dazu einige Videos geschaut, wie man chinesische Schriftzeichen schreibt und aus welchen Piktogrammen sie entstanden sind.
      Dabei ist mir ein Video vorgeschlagen worden, wie die kleinen Chinesen schreiben lernen. Und wie es heute für alle vorgeschlagen wird schreiben zu lernen. Die "Krücke" heißt Pinyin.
      Das sind lateinische Buchstaben über den chinesischen Schriftzeichen die die Laute abbilden.
      Ich kann's nicht kopieren aber über dem MandarinWort für Hallo steht dann ni hao. Nun lernen die kleinen Chinesen also ab etwa sechs Jahren ihre Schrift und zusätzlich, nebenher lateinische Buchstaben.
      Nach der ersten Klasse sollten Chinesen etwa 4-500 Schriftzeichen können. Dazu gibt's zwei Methoden, erstens Wiederholung. Wiederholung, Wiederholung und zweitens Tests.
      Jetzt im Vergleich dazu, bei uns wurden die Bundesjugendspiele abgeschafft. NRW verzichtet auf schriftlichem Difidieren
      news4teachers.de/2025/12/bildu…s-dividieren-mehr-lernen/ ( ich hab den ersten Link verwendet den ich gefunden habe, aber es gibt mehrere).
      Zudem soll es entfallen mit Kommastellen zu rechnen ( Ausnahme Währung).
      In einigen Bundesländern wird Schreibschrift nicht mehr gelernt.
      Alles mit verschiedenen Begründungen, zu aufwendig, zu fehleranfällig, Schüler die nicht so sportlich sind fühlen sich benachteiligt.
      Ich will jetzt nicht unterschlagen, dass es in China einige Programme gibt die Pinyin auf der Tastatur in Chinesische Schriftzeichen umsetzen und es da sehr wohl eine Debatte darüber gibt in wie weit man noch schreiben lernen muss.
      Wenn ich mir das überlege komm ich auf zwei Folgerungen.
      Erstens, wir der Westen sind "doomed". Es fehlt in der Bildung mMn ein wirklicher Leistungswille. Die Lehrpläne entwickeln sich in die falsche Richtung hin zu weniger.
      Zweitens, der Osten hat uns wahrscheinlich schon längst überholt in einigen Bereichen, wir merkens nur nicht in unserer Überheblichkeit.
      Das dritte wäre, lebenslanges Lernen ist wahrscheinlich nicht nur als Gedächtnistraining wichtig, überspitzt formuliert, auch für die "Erhaltung" einer gewissen Kultur ( nicht im politischen Sinn gemeint) und Resilienz der Gemeinschaft. Wissen sollte sich ja weiter geben.

      Die Vereinten Nationen haben sechs offizielle Sprachen, Arabisch, Russisch, Englisch, Französisch, Spanisch und Chinesisch ( hier glaub ich Mandarin nicht Kantonesisch).
      Wer spricht denn mehr als eine Sprache? Und wer bildet sich weiter? Nicht unbedingt als Skill, sondern um wirklich Wissen aufzubauen?
      Und welche Quellen kann man nutzen? Evtl sogar kostenlos.
      Von @Bodo Blockmann kam der ganz hervorragende Tipp über diese Universität.
      Sind Volkshochschulen und Sprachapps noch zeitgemäss?

      Persönlich habe ich auf Englisch B1. Ich verstehe mehr, dazu aber nicht die passende Grammatik.
      Mein Handy ist russifiziert. Was wirklich sehr gut funktioniert.
      Für Mandarin gibt's wirklich einige Hilfen ( evtl schieb ich noch Links nach) auch eine kostenlose App.
      Für andere Sprachen fällt mir das Goethe Institut ein.evtl bekommen wir einen Thread hin mit ( kostenlos) Links zu verschiedenen Wissensgebieten. Nicht nur Sprachen.
      @Bodo Blockmann du könntest zu den Angeboten der Uni verlinken.
    • Fifth age schrieb:

      @Bodo Blockmann du könntest zu den Angeboten der Uni verlinken.

      Vielleicht der beste Startpunkt ist CS50’s Introduction to Computer Science

      Ich habe da in 2025 die Kurse CS50 Python, CS50x, CS50 Web, CS50 AI und CS50 Cybersecurity gemacht.
      Bis auf Cybersecurity habe ich alle Kurse fertig gemacht und da ein einfaches Zertifikat für bekommen. Bei Cybersecurity fehlt mir noch das Abschlussprojekt, zu dem ich bisher keine Lust hatte.

      Unter MIT OpenCourseWare findet man noch mehr Kurse. Ein großer Teil der Kurse ist kostenlos, wenn man jetzt nicht unbedingt ein offizielles Abschlusszertifikat möchte. Dafür müsste man Geld bezahlen.
      Außerdem bietet NVidia auch viele Kurse im Bereich KI an. NVidia Deep Learning Institute

      Weitere freie KI-Zertifikate, die man belegen kann: World-Class Free AI Certifications (Zero to Hero)

      Was auch sehr gut sein soll, das ist die Universität von Helsinki und deren KI-Kurse: Artificial Intelligence Collection
    • Mit Chinesisch befasse ich mich gerade ein wenig. Mir gefällt die Sprache ungemein.
      Aber mittlerweile ist auch in China, auf jeden Fall in den Städten, die Romanisierung so weit fortgeschritten, dass man die Schriftzeichen vernachlässigen kann.
      Kann man etwas sprechen und verstehen, ist das auch schon etwas wert.
      Im Pinyin sind die diakritischen Zeichen echt abenteuerlich. Aber vielleicht kommt mir das nur so vor. Im Deutschen muss man schließlich auch den Unterschied der Aussprache des a im Wort ab und im Wort Rabe lernen.
      Ich werde noch ein paar Lektionen mitnehmen und dann vielleicht Rumänisch anschauen.
    • Dazu muss den meisten erst mal klar werden das lebenslange Bildung ultimativ wichtig ist und wenn es nur informell ist.
      Aber solange die 100 Euro Handyrate fürs neuste i Phone wichtiger ist als ab und zu mal ein Seminar für 170 Euronen wird sich da auch nix ändern.
      Lernen ist eine gesellschaftliche und persönliche Einstellung. Solange das bei den Menschen nicht ankommt, wird es immer welche geben die irgendwo nicht weiterkommen.
      Das ist vergleichsweise wie in den Internetforen. Viele lesen all das was geschrieben wurde und setzen das um was ihnen passt davon, ohne sich damit wirklich auseinanderzusetzen oder darüber zu diskutieren und wir wissen alle das dies meist nach hinten losgeht beim preppen wenn man abschaut.
      Das wahr in der Schule schon so, das ist in den Foren so und das ist im normalen Leben bei anderen Lernthemen so.

      Hier spiel die Lernpyramide eine essentielle Rolle:
      Die Lernpyramide - Erklärung & Tipps - Lerne zu Lernen
      Das heißt ändert sich die Einstellung und somit die Interaktion mit dem zu lernenden Stoff, desto höher ist der Lerneffekt, welcher dann auch den Horizont wieder erweitert und man dadurch sich immer weiter entwickelt.

      Aber solange in der Politik Leute sitzen die der Bevölkerung verkaufen wollen das unser CO2 Ausstoß in D, das Klima in derartiger Art und Weise beeinflusst das wir alle daran sterben werden (und die anscheinend alle selber daran glauben) wird sich auch nix ändern. Die Masse wird einfach kognitiv verdummt in immer mehr Bereichen, das ist das Problem. Hätte man sich mal mit Erderwärmung auseinandergesetzt die es unbestritten auch gibt, dann würde man richtigen Umweltschutz diskutieren und anordnen das man zum Beispiel PET soweit als möglich auf Glas und Papiertüten umstellt um den Nanoplastikeintrag in Gewässer zu vermeiden. Die dadurch ihre natürliche Wärmeleitfähigkeit sukzessive verlieren. Aber das versteht man halt nur wenn man sich damit befasst.
      Ich denke das man einfach akzeptieren muss das sich ein immer größerer Teil diesbezüglich selbst zerstört ob er das will oder nicht. Es wird halt für den Einzelnen gefährlich wenn diese kognitive Verschiebung bei zu vielen Menschen sich immer weiter ausgeprägt. Das macht mir am meisten Sorgen . Aber um nicht zu weit abzuschweifen und den Kreis wieder zu schließen:

      Fifth age schrieb:

      Das dritte wäre, lebenslanges Lernen ist wahrscheinlich nicht nur als Gedächtnistraining wichtig, überspitzt formuliert, auch für die "Erhaltung" einer gewissen Kultur ( nicht im politischen Sinn gemeint) und Resilienz der Gemeinschaft. Wissen sollte sich ja weiter geben.
      Es gibt unzählige kostenfreie Möglichkeiten im Netz sich weiterzubilden zu allen möglichen Themen.
      Beispielsweise hat die virtuelle Hochschule BY ein Online Angebot an dem sogar für umme kostenfreie Kurse MIT Zertifikat angeboten werden. Eine weitere bekannte Plattform ist Cousera die ebenfalls hunderte Kurse zu allem möglichen hat.
      Kurs: Kursübersicht | open.vhb.org
      Beste Kostenlose Onlinekurse Kurse & Zertifikate 2026 | Coursera

      Auch für den Prepper Bereich gibt es immer mehr Möglichkeiten, dazu haben wir sogar einen eigenen Faden:
      E-Learning Kurse / Webinare und Podcast´s - Off Topic - Das deutschsprachige Survival und Preppingforum

      Diese Liste könnte man jetzt unendlich fortführen mit Möglichkeiten wo man sich weiterbilden kann. Letztlich muss man halt auch wissen das Lernen drei Möglichkeiten Bietet:

      Informelles Bildung: Bücher, Stadtbibliotheken, Internetrecherche, Internetforen usw.
      Non-Formale Bildung: Kurse, Seminare, Workshops, Fernkurse, Online Kurse, Webinare usw.
      Formale Bildung: Schule, Studium, Berufsausbildung, Fahrschule usw.

      Wenn man andere Sprachen lernen will gibt es auch unzählige kostenlose Möglichkeiten z..B. hier:
      Online Sprachen lernen: kostenlos mit dem Lernen loslegen - Busuu

      Also Möglichkeiten hat es mehr als genug, aber es scheitert an der Einstellung des einzelnen.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • goethe-verlag.com/

      Ein Link zu ( dem Beginn) den ersten, kurzen je 100 Lektionen in 50 Sprachen. Kostenlos. Es reicht zumindest um mal in eine Fremdsprache reinzuschnuppern.
      Zu Deinem Beitrag oben ist allgemein @Südprepper noch zu sagen, Bildung wird uns auch in gewisser Weise abtrainiert. KI liefert schnelle Antworten. Meine eigene Erfahrung damit, die Antworten wiedersprechen sich teilweise oder sind unlogisch. Ich sehe da eine gewisse Gefahr darin, wenn man Antworten der KI unreflektiert übernimmt.
      Ums nochmal mit China zu vergleichen, sie sollen 97% Alphabetisierungsrate haben. Und das bei einem Schriftsystem welches mind 3000 Schriftzeichen zum Zeitungslesen braucht. Und Pinyin quasi nebenbei erlernt wird. Auch wenn die Aussprache via Pinyin dann recht abenteuerlich ist, es wird so nebenher gelernt. Wir haben eine Rate von funktionellen Analphabeten von etwa 10-12% je nach Quelle,bei nur 30 Zeichen.
    • Fifth age schrieb:

      goethe-verlag.com/

      Ein Link zu ( dem Beginn) den ersten, kurzen je 100 Lektionen in 50 Sprachen. Kostenlos.
      Danke für den Link. Bei Japanisch sind leoder so viele Fehler drin. Zum ernsthaften Lernen würde ich es nicht unbedingt empfehlen, aber um mal reinzukommen ist es gar nicht schlecht.
      Urbanprepping - Die beste deutschsprachige Preppingseite. Mit Abstand. Zu previval sag ich besser mal nix.
    • Das ist wirklich ein heißes Eisen.
      Es fing ja in den 70er Jahren damit an, das jeder Abi machen sollte, und zu diesem Zweck das Gymnasialniveau gesenkt wurde. Inzwischen erlaubt die Heterogenität in der Sprachkompetenz vieler Grundschüler es nicht mehr, die Menge an Wissen zu vermitteln wie vor 50 Jahren. Dann kamen noch die Corona Einschränkungen hinzu, die viele auch in der Lernbiographie gestört haben. Selbst wenn man Morgen wieder Unterricht wie vor 50 Jahren einführen würde (kann das überhaupt noch ein Lehrer) wären die ersten Uni Absolventen in knapp 20 Jahren zu erwarten.
      Unser Land ist traditionell auf eine leistungsstarke Exportwirtschaft , und damit auf kompetente Meister und Ingenieure in Fertigung und Entwicklung angewiesen. Das wird so nicht aufrechtzuerhalten sein. Ich persönlich sehe deswegen komplett Schwarz für die Zukunft, da anderswo erfolgreich ausgebildet wird. Diese Länder werden uns in den nächsten 10-15 Jahren komplett den Rang ablaufen, da es aufgrund der Systemträgheit unmöglich ist da zeitnah gegenzusteuern.
      Bei Asiaten habe ich oft einen großen Bildungshunger festgestellt, da die Bildung als Schlüssel zum Erfolg verstehen. Das war früher in D ähnlich. Ich habe zwar einige sehr gute Jungingenieure kennengelernt, aber die waren eher die Ausnahme. Viele sind eher auf Technikerniveau. Über Weiterbildung und lebenslanges Lernen denke ich bei einer Klientel, bei der es schon im ersten Anlauf nicht so richtig geklappt hat,gar nicht erst nach.
      Wer sich zum Stand des Rechenunterrichts in der Grundschule informieren will, sollte sich den YT Kanal von Prof. Bernhard Krötz von der Uni Paderborn anschauen. Der verdeutlicht die Misere sehr verständlich.
    • Da bin ich bei dir, wobei ich nochmal 10-15 Jahre drauf geben würde bei der Problematik mit dem Abi.
      Ganz extrem hat man das ganz gemerkt ab den 2000er Jahren, seit die ganzen Bachelor Studiengänge aufgepoppt sind. Man hat quasi berufliche Aufstiegsweiterbildung in etlichen Bereichen durch Bachelor Studiengänge ersetzt, mit Abiturienten jetzt quasi in führenden Stellen sitzen.

      Das ganze berufliche NowHow von früher ist quasi nicht mehr im "System" an der Stelle wo es weiter gegeben wird, sondern nur noch an der harten Arbeitsfront, bei dem der die Arbeiten ausführt.
      Diese Bildungskatastrophe hat zur Problematik geführt warum auch die Arbeitsbedingungen überall schlechter werden. Da in den Führungsetagen wirkliches NowHow fehlt und die welche NowHow besitzen diese Probleme immer härter ausbaden müssen.

      Bestes Beispiel ist hier der Pflegesektor - Pflegemanagement, Pflegepädagogik und zig weitere Studiengänge gibt es hier mittlerweile. Früher gabs Krankenschwester/Krankenpfleger mit der Aufstiegsweiterbildung zum/zur Lernschwester/Lernpfleger bzw. PDL Im Rettungsdienst gleiches Bild, da gleicht sich auch sehr viel an die Pflege an. Viele junge stehen somit gar nicht mehr der eigentlichen Pflege zur Verfügung sondern gehen mit ihrem Abitur direkt über die Ausbildung ins Studium.
      Alleine dieser kleine Fakt trägt schon zu einem riesen Fachkräftemangel bei.

      Der Bildungshunger der bei den Asiaten noch zu finden ist, der wird hier in D halt komplett ertränkt durch solche verfehlte Bildungsentscheidungen die keinem was bringen. Denn ich kann sagen das wenn man nur "seinen Job machen soll" auch keine großartigen Lustsprünge macht sich für was weiterzubilden was keinen Effekt hat. Und genau daher machen auch viele AG nur noch das was vorgeschrieben ist, oder hier und da mal was drüber hinaus

      Das heißt im Umkehrschluss entweder man hat heute noch das Mindset sich selber informell und non-formell weiterzubilden oder man bleibt zurück.
      Hier greift dann wieder das nächste Problem an nämlich das finanzielle. Bildung ist mittlerweile leider keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern eine Ware geworden, was erstmal nicht schlimm ist, aber durch die Faktoren steigender Immobilienpreise, Spekulationen usw. sich immer mehr verteuert und zunehmend für bestimmte Einkommensgruppen nicht mehr erschwinglich ist. Ich merke das als Dozent selbst das bestimmte Kostenpunkte bei der Seminarpreiskalkulation so groß geworden sind, das da enorme Seminarpreise dabei raus kommen, wo ich verstehe das sich das nicht mehr jeder leisten kann.
      165 Euronen für einen Tag 290 Euronen für zwei Tage sind wenn man die Kalkulationen betrachtet ein Witz was da noch hängen bleibt, aber das muss jemand mit einem kleinen Einkommen Unter 1600 Euro erst mal beisammen haben.

      Das sind sehr, sehr viele Faktoren die zu dieser Bildungskatastrophe die wir haben beitragen.
      Man hat das deutsche Bildungssystem seit Anfang der 2000er Jahre eigentlich komplett platt gemacht.
      Das was sich früher bewährte hat man mit stylischen und unreflektierten Bildungskonzepten systematisch zerstört und jetzt kommt hat die Quittung....
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Weiteres Beispiel. Ich habe noch "bewehren" gelernt. Also Pläne erstellen nach Statik, welche Stahlstäbe wohin in den Beton gehören, damit das Ding Zugkräfte aufnehmen kann. Nach bachelor war das teilweise keine Ausbildungsberuf mehr sondern es wurden Ingenieure damit betraut.
      Programme taten ein übriges. Fazit, ingenieure verdienen teilweise weniger ( haben ja auch Bauzeichneraufgaben) bauzeichner werden aus dem Beruf gedrängt. Nun, da kann man sich schwerlich selber bilden. Man müsste ein Studium machen.
      Diese ganzen Bildungsanstalten sind auch von zweifelhafter Qualität. Das Arbeitsamt gibt teilweise unsummen aus. Mein Arbeitskollege hatte einen Arbeitsunfall, hatte aber vorher drei Semester Bautechnikerausbildung. Ein Semester hätt noch gefehlt. Wurde vom Arbeitsamt nicht anerkannt. Man hat ihn dann in zwei Jahren zum Bauzeichner umgeschult. Man hätte mit einem viertel Aufwand eine höhere Bildung erreichen können. Ein höheres Gehalt ect
    • Das ist auch ein Fakt der aber auch in anderen Berufen zu beobachten ist.
      Viele Dinge wurden einfach nicht mehr unterrichtet und eine Ebene oben drüber ausgebildet. Das ist ja das was ich teilweise meine, mit dem sukzessiven Wegfall der beruflichen Aufstiegsweiterbildung.
      Das war ja jahrzehntelang der Erfolgsgarant deutscher Bildung, das Praxiswissen weitergegeben wurde. Und das hat man durch diese "Studienorgie" halt unterbrochen, weil nun studierte ohne jahrelang erworbenes Praxiswissen drüber sitzen und teilweise ausbilden.

      Ich persönlich würde das ganze wieder auf Null drehen im Bildungssektor.
      Studiengänge bis auf die etablierten wie Jura, Medizin, Architektur, Deutsch, Mathematik, Gesichte, Chemie usw. abschaffen und die normalen beruflichen Aufstiegsweiterbildungen möglichst flächendeckend über alle Berufe etablieren.
      Und darüber hinaus die non-formale Bildung maximal ausbauen und soweit wie möglich jedem zugänglich machen. Dann gibts auch keine Ausreden mehr. Dann wäre es nur noch eine Sache des Mind Sets.
      Denn entweder ist es ein akademischer Lehrberuf dann studieren, oder es ist kein akademischer Lehrberuf dann Haupt- oder Realschule. Aber diese dualen Systeme die wir da haben sind nicht haltbar.
      Zum einen führt das zu einem massiven Fachkräftemangel und zu einem fortlaufenden Bildungsabfall.
      Denn wenn wir nur noch Theorie und keine Erfahrungen mehr weiter geben dann führt das einfach in die Katastrophe.
      Das Gesamtproblem ist eigentlich derart umfassend, das dies hier in einem Forum gar nicht voll umfänglich bestrichen werden kann.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Ich glaube, Weiterbildung ist nicht das Kernproblem. Die Leute bringen nicht mal mehr die Grundlagen mit. Ich habe vor gut 20 Jahren einen technischen Masterstudiengang absolviert. Dazu gehörte auch ein Modul Betriebswirtschaft. Mathemiveau Klasse 11 in den 80 er Jahren. Wir hatten 6 diplomierte Architekten, Dipl. Ing. und Master. Von denen hat keiner die mathematischen Anforderungen in BWL geschafft. Woran das liegt? Die unglaublich niedrigen Anforderungen in diesem speziellen Architekturstudiengang(ich kannte die Leute aus meiner Studienzeit dort) In mathematisch technischer Hinsicht ist jeder Handwerksmeister besser aufgestellt, praktisch sowieso. Warum das Niveau so gesenkt wurde, keine Ahnung, aber ich fürchte, es ist seitdem nicht besser geworden. Und da reden wir von Akademikern….
      Diese Leute haben dann irgendwo angefangen zu Arbeiten, vermutlich als Sachbearbeiter oder Bauleiter, und machen Jobs die früher gute Zeichner oder Poliere erledigt haben.
      Wenn ich an meinen Vater denke, er war ebenfalls Architekt und Statiker, ist das kein Vergleich. Für den wären das Kopfrechenaufgaben gewesen. Und diese Leute fehlen uns jetzt. Die jetzt noch tätig sind, und gut ausgebildet, gehen bald in den Ruhestand. Damit einher geht ein unglaublicher Kompetenzverlust. Sicher, heute erledigen Computer viel Arbeit, aber wenn man die Grundlagen nocht beherrscht, kann man ihn nicht richtig bedienen, oder man sieht auf der Baustelle die Fehler nicht.
    • Ja das ist ein Faktor der aber allgegenwertig ist.
      Kognitive Fähigkeiten sind seit Jahren auf dem Rückzug, aber auch genau daher das bestimmte Grundlagen nicht mehr verlangt werden.

      Früher hatte man große Stoffmengen via Frontalunterricht und durch kombinierte Lehrmethoden vermittelt, heute kommen zunehmend weichgespülte Grüppchenaufgaben und auch die Bewertung ist nicht mehr so streng. Das nennt sich zunehmende Teilnehmeraktivierung. Der Grundsatz ist zwar richtig aber halt nicht ausschließlich und in dieser Ausprägung.
      Wie soll denn jemand dazu lernen wenn er seine Lücken nicht erkennt ? Dazu muss man den betreffenden damit konfrontieren und das macht man auch nicht mehr. Was früher in pädagogischen Seminaren noch Gang und Gäbe war, gilt in Lehrproben und Prüfungen schon als falsch und wird angesprochen.

      Das was du angesprochen hast mit dem Kopfrechnen kann man plakativ auch auf andere Berufe beziehen. Bei mir gibts auch Dinge die wir früher Nachts um drei mit verbundenen Augen können mussten. Dies hat heute gar keinen Fokus mehr und es gibt schicke Taschenkärtchen zum nachschauen. Wo früher also ein Blick reichte, wird heute erstmal das Kärtchen gezückt.

      Aber ich gehe bei dem was du schreibst noch einen Schritt weiter, in dem ich feststelle das halt die Voraussetzungen auch nicht mehr vorliegen das Stoff vermittelt werden kann.
      Wie soll denn bei der Heterogenität der heutigen Schulklassen Stoff überhaupt noch vermittelt werden ? Es wird halt nach unten homogenisiert bei der Bildung anstatt nach oben heterogenisiert. Man kann keine Flüchtlingskinder aus bestimmten Regionen der Welt in eine westliche Schulklasse integrieren - Das funktioniert nicht, aus verschiedenen Faktoren heraus.

      Und dadurch gehen halt auch bei den restlichen Kindern die kognitiven Fähigkeiten zurück. Weil man aus der Not heraus nach unten homogenisiert.

      Ich lege bei der kognitiven Sache aber noch einen drauf.
      Es ist für kleine Kinder für die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten enorm wichtig mit Bauklötzen zu spielen. Und auch um räumliches Denkvermögen zu entwickeln.
      Da aber heute viele Kleinkinder schon mit dem Handy spielen gehen diese Entwicklungen nicht so von statten wie sie müssten. Eigentlich kann man hier schon von kognitiven Entwicklungsstörungen reden.

      Ein passendes Beispiel das ich aus dem Bekanntenkreis kenne - Die kleine hat noch den Schnuller im Mund und sitzt am Handy und weis genau was sie drücken muss.

      Und genau das führt dazu.
      Meiner Einschätzung nach haben wir im Bildungssektor die ganze Katastrophe überhaupt noch nicht gesehen, wobei hier aber die Richtungsänderungen und Erfolge am einfachsten sein werden wenn man sie denn angeht.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Da stimme ich Dir zu hundert Prozent zu. Interessanterweise kenn ich keinen Menschen der das anders sieht, trotzdem wird es von der Bildungspolitik nicht angegangen. Warum weiß ich nicht. Ich weiß nur Eines: Wenn wir uns nicht bald auf die funktionierenden Methoden aus der Vergangenheit zurückbesinnen, haben wir komplett verloren, da der Rückstand irgendwann nicht mehr aufholbar sein wird, und Leute, die noch wissen wie es geht, dann nicht mehr verfügbar sind.
    • Jenkrei schrieb:

      Wenn wir uns nicht bald auf die funktionierenden Methoden aus der Vergangenheit zurückbesinnen, haben wir komplett verloren, da der Rückstand irgendwann nicht mehr aufholbar sein wird, und Leute, die noch wissen wie es geht, dann nicht mehr verfügbar sind.
      Das gilt in ALLEN Bereichen, nicht nur in der Bildung....
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)