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Wie müsste moderner Selbstschutz in Deutschland aussehen – und was muss der Staat dafür schaffen?

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    • Wie müsste moderner Selbstschutz in Deutschland aussehen – und was muss der Staat dafür schaffen?

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      Hello @ all,

      Preppen wird oft auf Vorräte, Taschenlampen und Fluchtrouten reduziert. Aber ist das wirklich der Kern von Vorsorge?

      Ich finde: Moderner Selbstschutz beginnt nicht beim einzelnen Bürger – sondern bei der Frage, welche Voraussetzungen Staat und Gesellschaft schaffen müssen, damit Menschen in einer Krise überhaupt handlungsfähig bleiben.

      Stellt euch einmal folgendes Szenario vor: Stromausfall, gestörte Kommunikation, überlastete Behörden, Lieferketten unterbrochen, vielleicht gleichzeitig ein Unwetter oder eine andere größere Krise. Keine Weltuntergangsfantasie – sondern eine Situation, in der ganz normale Strukturen für einige Tage oder länger nicht zuverlässig funktionieren.

      Dabei würde mich besonders interessieren, wo ihr die Verantwortung zwischen Bürger, Kommune, Bundesland und Bund ziehen würdet.

      Denn vielleicht ist die spannendste Frage überhaupt:

      Wie sähe ein Deutschland aus, in dem 80 Millionen Menschen nicht nur „versorgt werden müssen“, sondern im Krisenfall selbst einen Teil der Resilienz des Landes darstellen können?

      Lasst uns das einmal ohne Untergangsromantik und ohne politische Scheuklappen durchdenken.

      Was müsste ein Staat seinen Bürgern ermöglichen?
      Was sollte jeder Einzelne selbst beitragen?
      Und welche drei Maßnahmen würden Deutschland eurer Meinung nach sofort deutlich krisenfester machen?

      Ich bin gespannt auf eure Konzepte – gerne konkret, kontrovers und praxisnah.

      Grüße Südprepper
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
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      Jeder Einzelne sollte schon mal die Standards des BBK umgesetzt haben. Denn egal was wir von den Behörden fordern, auch das braucht Zeit bis es getan wird und die Helfer sind auch alles nur Menschen. Diese Zeit bis erste Hilfe kommt sollte jeder "ohne Probleme" überstehen können.
      Der Staat sollte jedem ermöglichen, auch diese Standards umsetzen zu können, bzw. sollte aktiver werden um dieses Wissen zu verbreiten (siehe u.a. Später). Es sollte zu etwas vergünstigen Preisen "Vorrats"-Kits o.ä. geben. In versch. Varianten, damit es Auswahl gibt und die Menschen das auch jedes Jahr verbrauchen ums sich ein neues zu kaufen. Dann reichen auch Standard Dosen und Verpackungen. Das erhöht den Anreiz das zu kaufen und zu konsumieren. Dennoch soweit kontrolliert, dass es einigermaßen Ausgewogen ist und die Kalorienmenge passt. Die Industrie und der Staat sind bei der Werbung und Zusammenstellung bestimmter Produkte sonst auch kreativ genug, dass es viele kaufen.
      Hier war eben ein Punkt, wie Deutschland u.a. Krisenfester werden könnte.
      Dann ein Punkt bei dem ich mit selbst nicht so sicher bin, wie man das umsetzen könnte: Pflichtuntericht in den rudimentären Basics für Krisenfälle. Wie verhalte ich mich bei: Stromausfall, Flut, Erdbeben, Feuer im Haus, Feuer beim Nachbar, bei Personenräumungen, etc. Was sollte ich im Haus haben für bestimmte Situationen, was sollte Griffbereit sein wenn man schnell raus muss? Das sollte alles dazu dienen die Reaktions-und Schockzeit der Bevölkerung zu verkürzen, die Eigenversorgung erhöhen, die benötigten Fremd-Hilfsmittel zu reduzieren und die Zeit bis man externe Hilfe benötigt zu verlängern.
      Parallel dazu sollten EH Kurse ab der Schule eingeführt werden. JEDER sollte ein regelmäßig geschulter Ersthelfer sein. Wie viele PKW Fahrer hatten ihren letzten EH Kurs mit 17/18 für den Führerschein gemacht und das ist jetzt 10,20,30 Jahre her? Auch hier: Ziel ist es, die Rettungskräfte zu entlasten und die "Überlebenschancen" ohne externe Hilfe so lange wie möglich hinauszuzögern.

      Um das evtl. ein paar Prof. Bereiche zu schaffen: Geförderte Ehrenamtliche Vereine für ?Selbsthilfe?" Krisenhilfe? Oder eben angegliedert an die Freiwillige Feuerwehr/THW u.ä. Also Praktisch unser Forum nur als Verein auf Lokaler Ebene. Nennt es von mir aus eine Art Pfadfinder. Wenn wir annehmen durch mehr öffentlich Präsens der Themen Krisenvorsorge etc. entsteht auch mehr Sympathie für das Thema. Wenn es "Alltagstauglich" und allgegenwärtig als Normal angesehen wird, würden solch gemeinnützige Vereine von alleine Zulauf haben. In diesen Vereinen etc. können sich dann die "Profis" tummeln, Workshops organisieren (auch für die Öffentlichkeit), etc.

      Das soll Absichtlich nicht auf Bushcraft oder Bunkerbau etc. ausgerichtet sein. Genau sowas führt, m.M.n. zu mehr Ablehnung und Unverständnis in der Öffentlichkeit. Das wären Themen für die Vereine etc.
      Einfach die Basics die bei (Achtung Ragebait) "jeder Krise gleich sind".
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      Gezielte Förderungen von nützlichen Dual Use Anschaffungen.
      Bestes Beispiel wäre nicht die xte Solaranlage auf der schattigen Nordseite zu fördern sondern mal auf inselfähige Speicher umzustellen, diese würden das aktuelle Sonnenstromüberschussproblem lösen oder zumindest mildern und durch die Insel Fähigkeit bei Stromausfall auch etliche Menschen aus der akuten Notlage nehmen=> Die Masse an hysterischen Menschen, die plötzlich panisch die "Leuchttürme" stürmen würde, wäre reduziert.

      Maßnahmen zum privaten Hochwasserschutz fördern. Zum Beispiel kleine Mauern um das Grundstück / Zaunsockel . Natürlich ist mir klar dass man den Igeln und Co eine freie Wanderung bieten will, aber da kann man mit Durchlässen arbeiten, die man bei Hochwasser abschottet.
      Wasserrückhaltebecken und Löschteiche anlegen, die aktuell geringen Niederschläge zeigen das dies gar nicht so schlecht ist.

      Schulen, Krankenhäuser, Feuerwehren, Vereinsheime und ähnliche Gebäude mit Notstrom und anderen Dingen die dem Gebäude angepasst sind wie etwa Notkommunikation, Feldbetten oder Material für die dort vorhandenen Küchen ausrüsten. Etwa in der Art: Die Gaststätte im Schützenheim versorgt das Altersheim neben an und gibt einmal am Tag Eintopf aus.
      Der Bäcker X bekommt eine Förderung dafür dass er sein Mehl nicht Just in Time bestellt sondern einen 4 Wochenbedarf vorrätig hält.
      Und die Tankstelle darf beim Notstromer mit 80% Zuschuss rechnen.
      Also nicht nur einen Alibi Leuchtturmprojekt, sondern viele kleine nützliche Ameisen.
    • Neu

      Radioactiveman schrieb:

      Jeder Einzelne sollte schon mal die Standards des BBK umgesetzt haben. Denn egal was wir von den Behörden fordern, auch das braucht Zeit bis es getan wird und die Helfer sind auch alles nur Menschen. Diese Zeit bis erste Hilfe kommt sollte jeder "ohne Probleme" überstehen können.
      Ja aber wie soll man diese Kognition hinbekommen, dass die Bevölkerung ins handeln kommt und vorsorgt? Es ist ja mit einem Vorrat nicht getan - Das ist ja das große Problem.

      Das mit dem Vorratspaket finde ich gut, das wäre eine Sache wo das BBK mit den Unternehmern zusammensetzen müsste. Die Frage ist hier aber wieder ob es angenommen wird, so das sich die Arbeitszeit bei der Zusammenstellung weder amortisiert.

      Radioactiveman schrieb:

      Der Staat sollte jedem ermöglichen, auch diese Standards umsetzen zu können, bzw. sollte aktiver werden um dieses Wissen zu verbreiten (siehe u.a. Später).
      Das BBK ist hier ja dran, die Frage ist nur wie kriegt man die Leute dazu das sie sich damit beschäftigen – Was könnte man hier tun.

      Radioactiveman schrieb:

      Dann ein Punkt bei dem ich mit selbst nicht so sicher bin, wie man das umsetzen könnte: Pflichtuntericht in den rudimentären Basics für Krisenfälle.
      Zum Thema Pflichtunterricht kann man festhalten das sowas denkbar ist. In den 1960/70er Jahren gab es ein sogenanntes Selbstschutzgesetz in denen die Bevölkerung zur Teilnahme an Vorsorgekursen und zur privaten Vorsorge per Gesetz verpflichtet wurde. Die Frage die sich hier stellt ist wie man das in die heutige Zeit übertragen könnte, „wobei das Thema Atomkriegsbedrohung dank Berlin wieder aktuell wird“.

      Institutionell müsste man sich hier auch neu aufstellen da die HiOrgs in diesem Kontext einfach ungeeignete falsche Träger sind meiner Erfahrung nach und dass BVS Ende der 90iger aufgelöst wurde. Somit wäre es durchaus denkbar wieder so eine Art BVS aufzubauen.

      Radioactiveman schrieb:

      Um das evtl. ein paar Prof. Bereiche zu schaffen: Geförderte Ehrenamtliche Vereine für ?Selbsthilfe?" Krisenhilfe?
      Das mit dem Verein ist eine interessante Sache. Bei der Förderung sehe ich ähnliche Bedenken wie nachfolgend beim Bodenseemann. Aber ich gebe die Frage einfach mal zurück – Was bräuchte man denn um das aus der Gesellschaft heraus zu starten und wie könnte das aussehen?

      @Bodenseemann
      Bei dem Thema PV Anlagen ist ja jeder selbst verantwortlich, die Förderung gibt es auch für Anlagen die nicht ins Netz einspeisen. Aber ja eine steuerliche Entlastung von Inselanlagen wäre ein Thema wenn man es nicht in den Kontext „Grüne Energiewende“ stellt sondern im Katastrophenvorsorge- kontext. Bei dem Thema private/gewerblich Gebäudeinfrastruktur/Ausstattung stelle ich jetzt einfach mal eine Kontroverse auf, in dem ich sage, dass dies rechtlich und steuerlich problematisch bis unmöglich wäre.

      Zum einen würde das heißen das der Staat Steuergelder in Unternehmen und Vereine investiert, Aber was passiert, wenn dieses Unternehmen Pleite geht, oder der Verein sich auflöst und die Gebäude verkauft werden und anschließend einen komplett anderen Verwendungszweck bekommen? Würde formell heißen entweder man fordert eine Rückzahlung ein oder schränkt den Verkaufsrahmen ein, was beides nicht passieren wird.

      Bei kommunalen Gebäuden ist das weniger ein Problem, aber das fällt auch nicht mehr unter Selbstschutz, sondern unter kommunale Gefahrenabwehr/Daseinsvorsorge. Ebenso das Thema Regenrückhaltebecken und Löschteiche. Das Dort auch massive Lücken sind ist bekannt, fällt aber nicht in das Thema. Mir geht es um Einzelpersonen/Familien.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
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      Südprepper schrieb:

      Radioactiveman schrieb:

      Jeder Einzelne sollte schon mal die Standards des BBK umgesetzt haben. Denn egal was wir von den Behörden fordern, auch das braucht Zeit bis es getan wird und die Helfer sind auch alles nur Menschen. Diese Zeit bis erste Hilfe kommt sollte jeder "ohne Probleme" überstehen können.
      Ja aber wie soll man diese Kognition hinbekommen, dass die Bevölkerung ins handeln kommt und vorsorgt? Es ist ja mit einem Vorrat nicht getan - Das ist ja das große Problem.
      Das mit dem Vorratspaket finde ich gut, das wäre eine Sache wo das BBK mit den Unternehmern zusammensetzen müsste. Die Frage ist hier aber wieder ob es angenommen wird, so das sich die Arbeitszeit bei der Zusammenstellung weder amortisiert.

      Radioactiveman schrieb:

      Der Staat sollte jedem ermöglichen, auch diese Standards umsetzen zu können, bzw. sollte aktiver werden um dieses Wissen zu verbreiten (siehe u.a. Später).
      Das BBK ist hier ja dran, die Frage ist nur wie kriegt man die Leute dazu das sie sich damit beschäftigen – Was könnte man hier tun.

      Radioactiveman schrieb:

      Dann ein Punkt bei dem ich mit selbst nicht so sicher bin, wie man das umsetzen könnte: Pflichtuntericht in den rudimentären Basics für Krisenfälle.
      Zum Thema Pflichtunterricht kann man festhalten das sowas denkbar ist. In den 1960/70er Jahren gab es ein sogenanntes Selbstschutzgesetz in denen die Bevölkerung zur Teilnahme an Vorsorgekursen und zur privaten Vorsorge per Gesetz verpflichtet wurde. Die Frage die sich hier stellt ist wie man das in die heutige Zeit übertragen könnte, „wobei das Thema Atomkriegsbedrohung dank Berlin wieder aktuell wird“.
      Institutionell müsste man sich hier auch neu aufstellen da die HiOrgs in diesem Kontext einfach ungeeignete falsche Träger sind meiner Erfahrung nach und dass BVS Ende der 90iger aufgelöst wurde. Somit wäre es durchaus denkbar wieder so eine Art BVS aufzubauen.

      Das fängt denke ich dabei an, wie in den Medien (u.a. ÖR) darüber Berichtet wird. Es sollte Überall Thema werden und nicht nur die Youtube Spots des BBK etc. Das Thema darf nicht Stiefmütterlich behandelt werden. Und Thema Amortisation: wenn man über Bevölkerungsschutz spricht, gibt es sowas wie amortisieren nicht.
      Es wird immer Menschen geben, die sagen, dass sowas Unnötig ist etc. Aber alles fängt mal Klein an. Das sollte schon in den Schulen mit auf den Lehrplan. Bei Berufsschulen würde ich das auch ansetzen, ebenso als Pflichtkurs für Arbeitssuchende. Seminare für Rentner, Alleinerziehende. Ferienprogramme für Kinder. Alle Kurse altersgerecht und an das Umfeld der "Schüler" angepasst.
      Ich würde sowas in versch. Phasen sehen.
      Pflicht für Schüler/Berufsschüler, alles andere Freiwillig. Gescheite Spots in allen Medien. Informative Berichterstattung in den Medien. Vorleben des ganzen in der Verwaltung/Beamten etc. Fertige Vorratspackete in den Märkten zu einer bestimmten Saison. Damit es eine Jährliche Zeit gibt alá "Ess die Vorräte und kaufe die neuen Angebote an Vorratspacketen" Gewinne dabei beim Gewinnspiel ein Kurbelradio mit Powerbank oder LED Taschenlampe oder einen Gutschein für die "Jürgen Schweizer" Kurse für Krisenvorsorge. Sowas dann 2x im Jahr.
      Das Thema muss einfach Präsent und Alltagstauglich werden.
      In der nächsten Phase (was ein paar Jahre dauern kann) wenn die Bevölkerung sensibilisiert wurde:


      Südprepper schrieb:

      Radioactiveman schrieb:

      Um das evtl. ein paar Prof. Bereiche zu schaffen: Geförderte Ehrenamtliche Vereine für ?Selbsthilfe?" Krisenhilfe?
      Das mit dem Verein ist eine interessante Sache. Bei der Förderung sehe ich ähnliche Bedenken wie nachfolgend beim Bodenseemann. Aber ich gebe die Frage einfach mal zurück – Was bräuchte man denn um das aus der Gesellschaft heraus zu starten und wie könnte das aussehen?

      Förderung fängt schonmal so an, dass diese Vereine oder sparten die Gemeinnützigkeit erreichen müssen. Indem man z.B. kostenlose Kurse für Krisenvorsorge gibt, sowas als Ferienprogramm anbietet oder eben andere und weiterführende Kurse zur Krisenvorsorge. Hier müsste dann z.B. das BBK eine Art Förderung einführen je nachdem wie aktiv dieser Verein ist.

      Aus der Gesellschaft heraus starten? Wenn man z.B. bei den Kindern spielerisch anfängt, geht das automatisch auf einige Eltern/Familien über. Das meiste kann man ja aus dem Alltag nehmen: Kochen ohne Strom. Umgang mit Kerzen/Feuer. Kontrolle von Lebensmittel ob sie noch gut sind, trotz abgelaufenem MHD. Wie/Was packe ich (in) meinen Koffer für die Notunterkunft. Was tue ich, wenn sich jemand verletzt oder wenn es brennt, wenn der plötzlich das Licht ausgeht, Wie halten Lebensmittel länger uvm. Es wäre zu diskutieren was man wie in welcher Zeit beibringt. Aber man muss sie nur "Ködern", damit es ihnen gefällt und sie mehr machen wollen.
      Natürlich auch für alle andern Altergruppen.
      Es wird sehr wahrsch. sehr viel Arbeit für wenige werden, aber so ist das, wenn man etwas neues startet.
    • Neu

      Der Staat muss die Rahmenbedingungen vorgeben, aber der einzelne Bürger muss diese umsetzen.
      Und hier fangen die Probleme bereits an. Die wenigsten Bürger sind für eine "Alltagskrise" gerüstet, als einfachste sie hier ein plötzlicher medizinischer Notfall genannt. Die wenigsten meiner Patienten wissen wirklich, warum sie welches Medikament einnehmen oder welche Vorerkrankungen sie haben. Meine liebste Antwort in dem Kontext ist, "weil der Arzt gesagt hat, ich solls einnehmen". Die Gründe sind unterschiedlich, das Ergebnis jedoch stets dasselbe - der Bürger ist mit der Situation überfordert. Und das Prizip lässt sich auf größere Krisen, die auch etwas zeitaufwendigere Vorbereitung brauchen übertragen.
      Und gerade für die etwas größeren Krisen sollte jeder die Ratschläge des BBK als Mindeststandard erfüllen.

      Der Staat muss hier durch entsprechende Aufklärung gegenwirken. Und diese Aufklärung muss früh und effektiv sein, das heißt am besten vermittelt man Kindern in der Kindheit die Grundlagen. Also so Sachen wie erste Hilfe, korrektes Verhalten bei Gefahrensituationen als Basis in der Grundschule und baut in den weiterführenden Schulen darauf auf. Andere Länder machen es z.B. beim Thema Reanimation sehr erfolgreich vor und haben sowohl bessere Quoten bei der Laienreanimation als auch beim Outcome nach KH-Aufenthalt. Dort ist Reanimationsunterricht fester Bestandteil der schulischen Bildung und verankert sich auf diese Weise im kollektiven Bewusstsein. Abhängig des Alters der Kinder kann man dann die Inhalte anpassen und neben dem Verhalten bei Feuer oder der ersten Hilfe weiterführendes einbauen. Nützliche Themen wie Kochen ohne Strom, Vorratshaltung, Bewertung von Lebensmitteln lassen sich in Schulfächern integrieren und z.B. über Ausflüge auch so Kleinigkeiten wie Orientierung in vollständiger Dunkelheit. Koppelt man dies mit einem Wettkampfgedanken ist die Begeisterung sicherlich auch leichter zu wecken als im Rahmen eines Frontalunterrichts durch eine halbmotivierte Lehrkraft, die es halt vortragen muss. Und hat man die Kinder, hat man auch die Eltern. Die Kinder werden diese Themen mit nach Hause bringen und dort wird dieses Thema dann auch weitergetragen. Möglichkeiten gibt es hier sicherlich genug, einziges Hindernis ist hier der deutsche Föderalismus, da jedes Bundesland das wieder als eigenes Süppchen kochen will. Hier müsste der Bund entsprechende Vorgaben machen um eine Umsetzung sicherzustellen.

      Zeitgleich darf unsere Politik - völlig egal auf welcher Ebene - das Thema (Krisen)vorsorge nicht mehr so behandeln als sei es das schlimmste was ein Bürger tun kann. Krisenvorsorge muss durch die Politik aktiv gefördert und befürwortet werden und eher jene, die das nicht tun in die Ecke der Seltsamen gestellt werden. Zeitgleich müssen Behörden und Verwaltungen selbst resilient werden und für sich entsprechende Vorsorge treffen, d.h. die relevanten Aufgaben auch unter widrigen Bedingungen erfüllen können. Hier ist das einfachste als Politiker vorzuleben, was man von seiner Bevölkerung erwartet...
      Vorbereitung vermeidet Panik.
    • Neu

      Und auf lokaler Ebene kann man dann Gasthäuser, Bäckereien etc soweit ertüchtigen, dass sie als Leuchttürme in der Krise funktionieren und sowohl gesellschaftlicher Treffpunkt sind aber auch eine Basisversorgung der Bevölkerung sicherstellen. Bäckereien z.B. erhalten steuerliche Vergünstigungen, wenn sie Mehl für eine gewisse Zeit vorhalten. Restaurants erhalten Vorteile, wenn sie eine netzunabhängige Kochmöglichkeit haben. Hier bietet sich eine an die lokalen Gegebenheiten angepasste Struktur an. Auch die Versorgung von Pflegeeinrichtungen/Krankenhäusern lässt sich über die Stellschraube regeln - mit einer eigenen Küche oder einem lokalen Anbieter, was dann entsprechend gefördert/begünstigt wird.

      Die Förderung des Ehrenamtes sollte in diesem Kontext nicht unterschätzt werden. Hier muss man zwischen den ehrenamtlichen Hilfsorganisationen (FF, Bereitschaften und THW) und Vereinen ein wenig unterscheiden. Bei ersteren würde es bereits erheblich helfen, wenn sämtliche aktiven Mitglieder einen steuerlichen Vorteil genießen (z.B. Pauschalbetrag zur Angabe bei der Lohnsteuer). Dies würde zum einen die Mitgliedergewinnung vereinfachen und somit mehr Helfer im Bedarfsfall ermöglichen (womit die Arbeitslast in der Krise auf mehr Schultern verteilt wird, was die Ausfälle unter den Helfern reduziert) und zum anderen hätte man mehr resiliente Bevölkerung, weil die Mitglieder ebenfalls wieder privat vorsorgen. Für andere Vereine (Sportvereine, Schützenvereine, Kunst- und Kulturvereine) könnte man die Gemeinnützigkeit an verschiedene Faktoren koppeln, z.B. Anlaufstelle in einer Krise zu sein, bei der Weiterbildung zu diesem Thema zu helfen, entsprechende Ferienprogramme für Kinder anzubieten. Zudem auch hier wieder Förderungen und Zuschüsse gezielt vergeben.


      Was Deutschlands Resilienz direkt massiv verbessern würde, wäre die ehrliche Kommunikation unserer Politik, dass Krisen möglich sind und jeden treffen können und werden (wenn es soweit ist). Und damit verbunden die ehrliche Aufforderung, dass jeder für sich vorsorgen muss.
      Vorbereitung vermeidet Panik.
    • Neu

      Radioactiveman schrieb:

      Das fängt denke ich dabei an, wie in den Medien (u.a. ÖR) darüber Berichtet wird. Es sollte Überall Thema werden und nicht nur die Youtube Spots des BBK etc. Das Thema darf nicht Stiefmütterlich behandelt werden
      Ja das mit den Medien ist ja ein bekanntes Problem. Ich denke das zuerst die Wahrnehmung von Krisenvorsorge als normal geändert werden muss. Dazu müssen aber die GEZ Medien erst mal eine auf den Deckel bekommen oder im Zweifel abgeschafft werden, denn sonst sehe ich persönlich hier schwarz Denn dieser andauernde Prepper= Reichbürger, Extremist, Terrorist oder Verrückter wird halt gerade durch die Medien sehr häufig transportiert wie wir ja alle wissen.

      Aber auch die Form muss sich ändern, hier möchte ich nur mal an die damaligen Horrorhasen erinnern.So ein Schwachsinn lässt sich halt nicht nachvollziehen, denn ich glaube einen wirklichen Effekt hatte das damals nicht.

      Auch hier gabs ja in der Vergangenheit bis 1990 gute Sendeformate die genau das transportierten.
      Hier mal zwei Beispiele aus den 80igern zum Thema Brandschutz:

      Die Feuerwehr hilft - Vorbeugen musst Du (1980er Jahre)
      ARD 12.03.1989 - Die Feuerwehr hilft (Vorbeugen musst du) - YouTube

      Und hier gabs früher noch viele weitere Formate wie der 7. Sinn (für Verkehrsunfallgefahren, Der Katastrophenschutz rät (für Kriegsgefahren), die Polizei rät (Kriminalprävention) usw. Liefen dann immer Sonntags Abend im TV.
      Alles also keine neue Erfindung, aber mal will es nicht, sonst könnte man das jederzeit wieder machen. Natürlich müsste man sowas was die Vertriebskanäle angeht an die heutige Zeit anpassen, aber da sehe ich keine Probleme drinnen. Die GEZ hätten genug Geld zur Verfügung um ihrer Pflicht nachzukommen.

      Radioactiveman schrieb:

      Und Thema Amortisation: wenn man über Bevölkerungsschutz spricht, gibt es sowas wie amortisieren nicht.
      Doch Amortisieren gibt es schon, da wir ja bei Vorratspaketen von Angeboten aus der Wirtschaft reden und das muss sich halt rechnen, zumindest 0 auf 0.
      Das mit dem Amortisieren beziehe ich nur auf Angebote aus der Wirtschaft, natürlich nicht für sonstige Bereiche.

      Radioactiveman schrieb:

      Damit es eine Jährliche Zeit gibt alá "Ess die Vorräte und kaufe die neuen Angebote an Vorratspacketen" Gewinne dabei beim Gewinnspiel ein Kurbelradio mit Powerbank oder LED Taschenlampe oder einen Gutschein für die "Jürgen Schweizer" Kurse für Krisenvorsorge. Sowas dann 2x im Jahr.
      Das mit den Gewinnspiel bei den Vorratspaketen finde ich ne Super Idee!

      Radioactiveman schrieb:

      Förderung fängt schonmal so an, dass diese Vereine oder sparten die Gemeinnützigkeit erreichen müssen. Indem man z.B. kostenlose Kurse für Krisenvorsorge gibt, sowas als Ferienprogramm anbietet oder eben andere und weiterführende Kurse zur Krisenvorsorge. Hier müsste dann z.B. das BBK eine Art Förderung einführen je nachdem wie aktiv dieser Verein ist.
      Das mit den Vereinen ist halt so eine Sache – Gute Idee aber die Umsetzung finde ich schwierig aber trotzdem interessant. Versuchen wir doch mal das von Anfang an aufzudröseln. Eine Vereinsgründung braucht organisatorisch erst mal einen Treffpunkt und damit haben wir in vielen Fällen schon mal einen Kostenfaktor. Dann braucht es eine Ausreichende Anzahl an Interessierten Menschen die regelmäßig kommen. Für die Vereinsgründung selbst müssen es rechtlich mind. 7 Gründungsmitglieder erforderlich. Das Ganze läuft dann alles unter Vereinsrecht.

      Wenn man es jetzt lockerer angehen möchte, dann würde ich die Gründung einer Interessengemeinschaft als sinnvoller erachten, da hier keine rechtlichen Hürden bestehen. Es braucht weder eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern, keine Vereinssatzung, keinen Vorstand, keine Mitgliedsbeiträge usw.
      Es reicht ein Organisationsteam und jeder Teilnehmer trägt seine eigenen anfallenden Kosten selbst. Das senkt erst mal die Mitmach-/Einstiegshürde.
      Das einzige Problem was ich grundsätzlich sehe ist ein geeigneter Treffpunkt und die Kostendeckung dafür. Das ist meiner Einschätzung nach eines der Problemfaktoren.

      Was schwebt euch da vor wie man das lösen könnte?

      Eine staatliche Förderung von Vereinen sehe ich grundsätzlich kritisch auch wenn sie einen übergeordneten Zweck erfüllen. Siehe das aktuelle Problem im Katastrophenschutz. Die HiOrgs sind alles nur eingetragene private Vereine die staatlich anerkannt wurden und nicht mehr. Das sind keine staatlichen Organe wie man immer fälschlicher Weise annimmt.

      Nachtschatten schrieb:

      Was Deutschlands Resilienz direkt massiv verbessern würde, wäre die ehrliche Kommunikation unserer Politik, dass Krisen möglich sind und jeden treffen können und werden (wenn es soweit ist). Und damit verbunden die ehrliche Aufforderung, dass jeder für sich vorsorgen muss.
      Ich denke der letzte Satz ist das zentrale Instrument, nämlich mal ehrlichen Wein einzuschenken ohne Angst und Panik zu Verbreiten.

      Das würde schon viel erreichen, wenn man das mal tun würde. Allerdings bin ich auch der Meinung das die aktuelle Zeit, dafür die Falsche ist. Das hätte man bereits sehr, sehr viel früher machen müssen um da wirklich was zu erreichen.

      Aber das hatten wir auch schon mal in den 80gern und ganz speziell in den 60/70 iger Jahren. Da gab es sogar ein Selbstschutzgesetz wo es eine gesetzliche Verpflichtung zur Eigenvorsorge gab Ich sag ja…. Die sinnvollen Sachen hat man abgeschafft und alles was nix taugt hat man am Laufen gehalten.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Neu

      Das Problem ist einfach, dass wir hier in Deutschland kaum Katastrophen hatten die viele miterleben mussten.
      Ich richte mein Auge mal auf Japan. In Japan müssen sie mit den großen 3 zurecht kommen: Erdbeben, Vulkane, Tsunamis.
      Schon Kindergartenkinder werden geschult richtig zu handeln.

      Was wurde bisher bei uns in Deutschland gemacht? Feueralarm wird einmal pro Jahr gemacht.

      Japan geht sogar soweit, dass im Grunde genommen viele (wohl nicht alle) Haushalte in besonders gefährdetsten Gebieten eine kleine Notfallbox bekommen. Darin sind viele nützliche Dinge drinnen wie Wasser, Anleitungen für Szenarien, Essen und andere Ausrüstungsgegenstände.
      Was haben wir hier bei uns in Deutschland? Nen ollen Rauchmelder.

      Das Problem das ich halt sehe ist: wir hatten bisher kaum etwas, also eigentlich seit den zweiten Weltkrieg nix, wo wir zu Hause wirklich Angst haben musste.
      Egal was man vorschlagen würde, es wäre immer mit gewissen Kosten verbunden. Auch weil hier in Deutschland mit solchen Dingen anders umgegangen wird als in anderen Ländern.
      Nehmen wir jetzt einmal folgendes Beispiel an:

      Jeder Haushalt bekommt pro Person Lebensmittel, Wasser und Ausrüstung für 2 Wochen.
      Menschen sind unterschiedlich. Einige packen es wirklich so weg damit es immer daheim erreichbar ist.
      Andere lachen darüber und werfen die hälfte weg
      Prepper würde es vielleicht 5 Minuten analysieren und entweder als Schrott beurteilen oder es selbst ausbessern.

      80% würden wohl zu den Leuten gehören, die es nicht ernst nehmen. Okay es wäre auch Utpisch weil alleine wenn so eine Notfallkiste 50 Euro pro Person wert wäre, wären das Kosten von 4.2 Milliarden Euro wenn jeder Mensch in Deutschland das bekäme.
      Aber so ein Prinzip fände ich jetzt nicht das schlechteste. Klar jeder Prepper hätte sowas oder sowas ähnliches in mehrfacher Ausführung daheim.

      Wie aber sollte ein "Selbstschutz" denn wirklich aussehen? Weil es gibt ja kaum echte Szenarien wo man sich vorbereiten müssten. Müsste ich spontan raten wären es aktuell folgende Szenarien die recht in Reichweite wären:
      Großfreuer
      Dürre
      Gas wird leer.

      Bei Feuer kann man nicht viel machen. Außer das notwendigste in Griffreichweite haben, also persönliche Sachen wir Geldbörse, Ausweise usw.
      Dürre? Naja Wasser Sparen. Das einzige wäre in guten Zeiten etwas Wasser einzulagern.
      Gas wird Leer. Da wird es schwer wenn der Winter kommt wobei es erst mal wieder ein Winter kommen muss.
    • Neu

      Das was du beschreibst ist ja aber das bekannte Problem und nicht das wie ein moderner Selbstschutz aussehen könnte...

      Daher lautete ja die Frage:

      Südprepper schrieb:

      Lasst uns das einmal ohne Untergangsromantik und ohne politische Scheuklappen durchdenken.

      Was müsste ein Staat seinen Bürgern ermöglichen?
      Was sollte jeder Einzelne selbst beitragen?
      Und welche drei Maßnahmen würden Deutschland eurer Meinung nach sofort deutlich krisenfester machen?
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Neu

      Was müsste ein Staat seinen Bürgern ermöglichen?
      Ich glaube der Staat ermöglicht sehr viel. Wichtig ist aber sicher immer das bereitstellen von Informationen und das die Bürger jederzeit informiert bzw. Gewarnt werden können.

      Was sollte jeder Einzelne selbst beitragen?
      Ich denke jeder sollte sich je nach Lage und Möglichkeit auf Krisen vorbereiten.
      Sich aber auch fragen, wie er die Gesellschaft in einer Krise unterstützen kann. Entweder akut: z.B. Unterschlupf bieten für andere die mehr verloren haben oder Sandsäcke füllen etc.

      Oder sich schon im Vorhinein engagieren: z.B. bei der Freiwilligen Feuerwehr, THW, Roten Kreuz.
      Prepper sollten ehr zu letzteren gehören ;)

      Und welche drei Maßnahmen würden Deutschland eurer Meinung nach sofort deutlich krisenfester machen?
      Ich denke man sollte klar sagen, dass der Saat die Kontrolle behalten kann und organisieren kann die individualhilfe aber nicht gewährleistet ist und jeder sich selbst vorbereiten muss.

      Zudem kann viel übers Baurecht vorgegeben werden, z.B. könnte man ähnlich wie bei Keankenhäusern sagen, dass Tankstellen Notstrom für 24 oder 72h haben müssten, ebenso öffentliche Gebäude etc. Vielleicht erstmal bei Neubauten aber auch dann würde Deutschland mit der Zeit Kriesenfester. Hier wäre es auch sinnvoll Klimageräte vorzuschreiben. In der Schweiz werden auch Schutzräume bei Neubauprojekten vorgeschrieben. Meist sind da Teile der Tiefgaragen ertüchtigt unter den Mehrfamilienhäusern.
      „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

      Henry Ford