Angepinnt Wasserfilter im Labortest (Achtung ca. 4 MByte)

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    • Wasserfilter im Labortest (Achtung ca. 4 MByte)

      Dieser thread hatte mich damals animiert, mal das Wasser aus diversen Wasserfiltern im Labor untersuchen zu lassen...

      Sawyer Point One - Praxis- und Labortest

      Von der Ankündigung bis zur Umsetzung verging etwas Zeit, aber schlussendnlich habe ich 10 Wasserproben von diversen Outdoor-Filtersystemen ins Labor geschickt und dort auf Trübung, Koloniezahl, Coliforme und teilweise E. coli testen lassen.

      Rohwasser habe ich mir selbst angemischt aus diversen Quellen (Teich, Drainagewasser aus meinem Vivararium, daher wohl auch die starke Färbung durch Tannine, eine Handvoll Kompost, etwas Drainagewasser aus meinem Wurmkomposter und dann noch ein paar Zutaten aus meiner Kloschüssel und das mangels ausreichend großem Gefäß über Nacht in der Badewanne bebrütet...

      Freiwillig würde man die Brühe niemals benutzen, ich wollte aber einen Härtetest.

      Die Probenahmegefäße waren angeblich steril, ich hab sie trotzdem nochmal ca. 1h lang bei 80°C in den Backofen gestellt.

      Die Ausgänge aller Filter wurden mit Alkoholtüchern entkeimt.

      Die 1l Trinkflaschen für den Test mit Steripen wurden in kochendem Wasser sterilisiert, ebenso der Verbindungsschlauch von Katadyn Pocket zu nachgeschaltetem Aktivkohlefilter. Auch dieser Add-on Filter wurde leer in kochendem Wasser sterilisiert, diese Aktivkohle kam frisch aus dem original Katadyn Päckchen. (Leider hatte sich etwas Aktivkohle in der Dichtung eingeklemmt und ich hatte mangels Erfahrung damit, des Problem unterschätzt so dass das Teil nicht ganz dicht war, aber im Grunde hatte das für den weiteren Test keine Relevanz)

      Alle Filter wurden vor Gebrauch mit demineralisiertem Wasser aus meiner Umkehrosmoseanlage gespült. Dieses Wasser hatte ich zuvor im großen Topf zum Kochen gebracht habe und danach logischerweise wieder abkühlen lassen. Es war somit frei von jeglichen Mineralstoffen und Keimen.

      Der schon gebrauchte Sawyer Mini war mir leider eingetrocknet und dadurch nicht mehr durchlässig. Diesen musste ich daher vor dem Test zuerst mit Essigsäure spülen.

      Die Proben wurden erst entnommen, nachdem eine gewisse Menge Wasser gefiltert war, typischerweise so 1 Liter. Der alte Sawyer sowie der Aquamira Frontier Pro wurden nach dieser Menge bereits sehr schwergängig.

      Alle Proben wurden im Kühlschrank auf ca. 4°C gekühlt und zum Versand ins Labor gemeinsam mit gefrorenen Kühlakkus verpackt. Bei Ankunft lag die Temperatur der Proben zwischen ca. +3°C und +6°C.

      Die Bilder zeigen das angemischte Probenwasser in der Badewanne, die Filtersysteme auf einem Haufen, die Probengefäße mit den Kühlakkus sowie einenoptischen Vergleich der gefilteren Proben (aus zwei Einzelbildern zusammen gefügt, ich besitze nicht ausreichend viele identische Gläser).

      Keine der Proben hätte ich freiwillig getrunken, hätte ich mich mit der Pistole am Kopf entscheiden müssen dann die vom MSR Guardian.

      Außerdem angehängt sind die Laborergebnisse als Tabelle und als Grafik (Achtung, logarithmische Darstellung)

      Alle Filter:



      Das "Testwasser" in der Badewanne:



      Gekühlte Proben:



      Optischer Vergleich:



      Übersicht:



      Grafische Darstellung (logarithmische Skala beachten):

    • Zu den Resultaten:

      Test #1:
      Die Referenz: Starke Trübung und übel belastet, wie zu erwarten war

      Test #2.
      Katadyn Kombi (inkl. Aktivkohle): Relativ trüb, aber keine Keimbelastung. Als Trinkwasser geeignet, wobei die Trübung schon nahe dem Grenzwert lag.
      Als Aktivkohle verwende ich welche aus dem Lebensmittelbereich (wird für Weine benutzt), die ist einen Tick gröber als die von Katadyn, kostet dafür nur 1/100stel. Nach jeder Tour tausche ich die Aktivkohle wieder gegen eine neue aus.
      Beim Katadyn Combi ist die Aktivkohle dem Keramik-Filterelement vorgeschaltet.
      Wie man aus den Detailaufnahmen sehen kann verschmutzte der Filter bei diesem Wasser bereits nach kurzer Zeit recht stark. Man sieht in der Makroaufnahme auch, dass der Filter auch größere Poren enthält, das schadet seiner Wirkung allerdings nicht.

      Der Combi brauchte hier ca. 1:40 Minuten um 1 Liter Wasser zu filtern, der Kraftaufwand dafür war ok.
      Mit Aktivkohle wiegt mein Katadyn Combi so wie gezeigt in trockenen Zustand ca. 630g. Der Schlauch mit Vorfilter wiegt weitere 80g.
      Mich selbst stört an dem Filter noch, dass man die Kartusche manchmal nur etwas mühsam heraus geschraubt bekommt, weil die es dafür unten am Filter nur diese 2mm dünne Riffelung gibt, an der man drehen muss.
      Bisher war das mein Filter im bug out bag und wenn ich es mit üblem Wasser tu tun hatte. Wie man sieht kommt er damit zurecht, zumindest droht keine Gefahr durch Bakterien. Man muss den Filter regelmäßig reinigen und man muss ihn vor Frost schützen, was aufgrund der Größe unangenehm werden kann. Es dauert ca. 3 Tage bis die Filterkerze richtig durchtrocknet, am besten mit Luftzufuhr lagern, damit sie nicht schimmelt.
      Auch die Aktivkohle kann schimmeln, ich kippe die benutzte daher weg.
      Die Bilder zeigen den Katadyn Combi und Details dazu, außerdem die gebrauchte Kartusche vor der Reinigung sowie eine Makroaufnahme der Filteroberfläche nach Reinigung.

      Katadyn Combi:


      Zerlegt:


      Integrierte Aktivkohlekartusche mit unbenutzter Aktivkohle aus dem Lebensmittelhandel:


      Keramikkerze nach dem Test:


      Makroaufnahme der gereinigten Oberfläche:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cephalotus ()

    • Test #3+#4:

      Katadyn Pocket. Den hat mir jemand geliehen (Danke!) und mir fehlte die Erfahrung mit dem Gerät. Leider kam esbei dem Filter zu einen Bypass. Das war mir im Grunde schon bei der Färbung klar, aber da waren die Proben schon im Gefäß. Die Ursachen dafür sind mir unbekannt. Flasch herum angeschlossen kann ich ausschließen.

      Mir fällt auf, dass man Ober- und Unterteil des Filters ohne Gehäuseschale weiter ineinander schrauben kann als mit Gehäuse und an diesem Gewinde im Unterteil keine Dichtung vorhanden ist. Siehe Bild. Ich dachte das wäre die Ursache, allerdings ist gemäß Internetbildern hier tatsächlich keine Dichtung vorgesehen. Die Kartusche des Pocket hat außerdem einen kleinen "Riss". Wie tief er reicht ist nicht erkennbar. Dass sich alles Wasser da durch so schnell gequetscht hat kann ich mir aber fast nicht vorstellen. Die Probe war ja wie komplett ungefiltert.

      Auch die Kartusche meines Kombi hat "Krater" in der Nahansicht, aber eben keinen vergleichbaren "Canyon"... (angesichts dieser Vertiefungen in denen sich Rückstände sammeln kann man die Keramikkartuschen niemals nur rein mechanisch wirklich sauber bekommen)

      Möglichkeit drei ist schlichtweg ein Bedienfehler. Ich wüsste aber nicht was. Ich hab ihn nur handfest zusammen geschraubt, wär's mein eigener hätte ich vielleicht etwas stärker zugedreht. Aber nach außen hin war er definitiv dicht.

      Test #4 war noch mit vorgeschaltener Aktivkohle, das hat aber keinen Unterschied gemacht.

      Ein Bild zeigt die beiden Filterkartuschen im Vergleich, die länglichere ist die vom Pocket. Man sieht auch die Aktivkohlekartusche mit original Katadyn Kohle in trockenem Zustand (die Wassertropfen sind von der Desinfektion des leeren Gehäuses in kochendem Wasser)

      Der Katadyn Pocket braucht ca. 1:20 Minuten für 1 Liter Wasser bei wenig Kraftaufwand (naja, ging ja auch nicht durch die Kartusche durch). Kein nennenswerter Unterschied ob mit oder ohne Aktivkohle.

      Der Katadyn Pocket wiegt trocken ca. 540g. Die Zuleitung mit Vorfilter weitere 80g. Die gefüllte Aktivkohlekartusche in trockenem Zustand ca. 50g.

      Von der Verarbeitung her hat mir der Pocket am besten von allen Pumpfiltern gefallen Auch die schlanke Form und den kleinen Pumpgriff finde ich angenehmer als beim Katadyn Combi.

      Bei diesem Test war mir auch ohne Labor aufgefallen, dass hier etwas nicht stimmen kann. Bei etwas besserem Wasser hingegen hätte ich nicht bemerkt, dass der Filter hier im Test bei mir keinerlei Funktion hatte.

      Neben den Kontamination des Ausgangs ist das eins der Hauptprobleme bei Wasserfiltern, man merkt meist nicht wenn sie versagen bzw wenn man Bedienfehler macht.

      Katadyn Pocket:



      Zerlegt:



      Riss(?) in der Kartusche:



      links Pocket, recht Kombi:



      Hier ist keine Dichtung vorgesehen, möglicherweise entsand dort der Bypass?



      Katadyn Aktivkohlekartusche mit unbenutzter Katadyn Aktivkohle

    • Test #5:

      Sawyer Mini gebraucht. Der Filter war erstmal verstopft. Vermutlich "Kalk"ablagerungen, weil er ausgetrocknet ist. Mir war lange nicht bekannt, dass der Filter niemals austrocknen darf. Nach Spülung mit Essig wurde er aber wieder halbwegs brauchbar, zumindest hat das für den Geschwindigkeitstest und die Probe gereicht. Das Laborergebnis ist einwandfrei (hat mich positiv überrascht)

      Den Filter habe ich mehrmals mit deionisiertem Wasser und Micropur Forte rückgespült und nach ein paar Tagen mal aufgeschnitten.

      Ich hatte bisher vermutet, dass sich in diesen Filtern viel sichtbarer Dreck ablagern müsste, aber das ist zumindest bei meinem Filter nach dem Rückspülen zu meinem Erstaunen gar nicht der Fall. Die größeren "Brösel" im Bild stammen vom Aufsägen.

      Die sichtbaren Faserbögen sind die Eingangsseite des Filters, am Ausgang sieht man die Innenseiten der verklebten Hohlfasern. Die Poren sind zu klein um sie auf dem Foto erkennen zu können.

      Beim gebrauchten Sawyer war es mir nicht möglich einen ganzen Liter zu filtern, da er zu schnell verstopfte. Für den ersten halben Liter dauerte es ca. 1:50 Minuten und es war bereits nach kurzer Zeit eine ziemliche Anstrengung erforderlich.

      Der gebrauchte Sawyer wog vor dem Rückspülen 40g, genauso wie ein neuer trockener.

      Test #6.

      Sawyer Mini neu.

      Bei dem ging es deutlich schneller, auch hier ist das Ergebnis einwandfrei.

      Die Zeit für 1 Liter Wasser betrug 1:10 Minuten, allerdings wurde es dann schon deutlich langsamer und anstrengender

      Neu wiegt so ein Filter 40g, gut ausgeschüttelt aber noch feucht dann ca. 60g. Er sollte nie austrocknen, mir erscheint daher sehr sinnvoll, den Filter stets vor dem lagern mit Micropur zu spülen um Bakterienwachstum im Inneren des Filters zu unterbinden.

      Meine beiden Sawyer Mini:



      Nach Test und Reinigung aufgeschnitten, hier der Einlass:



      Und hier der Auslass.



      ---

      Test #7.

      Ein gebrauchter Aquamira Frontier Pro.

      Dieser wird nur mit 2 Mikron Porengröße beworben, ich hätte aber gedacht, er würde die Bakterienfracht zumindest reduzieren, das tut er aber keineswegs. Das Ergebnis bleibt recht trüb.

      Wenn man den Filter öffnet erkennt man im Grunde nur eine Röhre aus gepresster Kohle, zumindest sieht das für mich an der Bruchstelle so aus.

      Die Filterzeit betrug ca. 2 Minuten für einen halben Liter. Dazu war bereits eine gewisse Anstrengung nötig, einen weiteren Liter konnte/musste ich aber noch für Test #8 filtern.

      Der Frontier Pro wiegt mit dem Kleinkram drum herum ca. 60g, der nackte Filter (was ausreicht) kommt auf40g.

      Im Vergleich zum Sawyer Mini trocknet der Filter erheblich schneller, mir ist nicht bekannt dass ihm das schaden würde.

      In meinen Augen ist das Teil als "Trinkfilter" (siehe Mundstück!) vollkommen untauglich oder aber die meinen sind Fakes. Auch als Vorfilter fand ich zumindest in diesem Fall das Ergebnis eher enttäuschend.

      Test #8. Das Wasser aus dem Aquamira noch zusätzlich mit dem Steripen UV behandelt. Das dauert 90s für 1 Liter mit reichlich umrühren. Da mir der Steripen zwischendrin versehentlich ausgegangen ist beim Foto knipsen waren es in der Summe sogar eher 120 Sekunden. Es gibt zwar tatsächlich eine messbare Reduzierung der Keimzahlen, aber das Ergebnis ist leider trotzdem völlig inakzeptabel und wäre so auf gar keinen Fall trinkbar.

      Den Steripen hatte ich nach diesem Test nur sauber gespült aber nicht desinfiziert. Würde ich in der Praxis ja auch nicht tun.

      Gebrauchter Aquamira Frontier Pro



      nach dem Test:



      augeschnitten:



      das "Kohleröhrchen"(?) im Detail:



      Steripen:



      im Einsatz:

    • Test #9. MSR Guardian.

      Der Filter war ganz neu aus der Packung. Dieser Filter filtert schnell und mühelos, einwandfreies Ergebnis, geringste Trübung und auch das optisch beste Ergebnis von allen.

      1 Liter zu filtern dauerte ca. 1:10 Minuten und ging mühlos. Ein Nachlassen der Filterleistung war bei meinem Test nicht erkennbar.

      Der MSR Guardian wiegt trocken aus der Packung ca. 380g. Ca. 140g wiegt der Doppelschlauch mit Vorfilter und Schwimmer. Im feuchten Zustand nach Gebrauch mit etwas Luft durch pumpen und Schütteln muss man mit ca. 100g mehr Gewicht rechnen.

      Auch dieser Filter darf laut MSR einmal im Gebrauch nicht mehr austrocken.

      Gut gefallen hat mir der Verschluss beim Ausgang. Somit sind alle Stellen an denen Kontamination droht im Transport gut geschützt und die eingebaute Dichtung sollte ein Austrocknen verhindern.

      Ein Reinigen und Rückspülen des Filters soll nicht nötig sein, habe ich auch nicht gemacht. ich hab aber Wasser mit Mikropur durchgepumpt.

      Die Ersatzkartusche kostet derzeit ca. 150 Euro. Somit entfallen 200 Euro auf den Rest des Filters und ich sehe nicht ganz, wo da das Geld drin steckt.

      In meinen Augen ist es aber trotzdem der beste Filter von allen hier probierten, ob er wirklich Frostfest und Fallsicher ist wie beworben hab ich nicht testen wollen, ich gehe mal davon aus. Vor allem von der Selbstreinigung verspreche ich mir sehr viel und ihn nicht wegwerfen zu müssen wenn er mal einfriert gefällt mir auch. Der Filter kommt nun in meinen bug out bag.

      Test #10.

      Aktivkohle-Vorfilter + MSR Guardian und danach noch mit dem Steripen hinterher.

      Den Steripen von Versuch #8 hatte ich bewusst nicht desinfiziert, sondern nur mit dem keimfreien Wasser geputzt. Scheinbar habe ich dadurch zumindest 3 Koloniebildner in die Probe eingeschleppt die auch noch die UV Behandlung überlebt haben. Es wäre trotzdem als Trinkwasser nutzbar. Der Grenzwert sind 100 Koloniebildner.

      Die Bilder zeigen auch Nahaufnahmen vom Kartuscheneingang. Im Vergleich zu Sawyer ist es genau umgekehrt, das Schmutzwasser dringt ins Innere der Hohlfaser und geht dann von dort aus durch die Faser. Wie die Selbstreinigung funktioniert weiß ich nicht, 100%ig funktioniert sie nicht, die sichtbaren schwarzen Brösel sind von der Aktivkohle aus Test#10, die ich vor dem Filter gesetzt habe.

      Möglicherweise werde ich sie im realen Einsatz dann hinter den Filter packen, man muss aber höllisch aufpassen, dass man sich in der feuchten Kohle dann keine Kulturen heran zieht.

      MSR Guardian:



      "zerlegt":



      Eingang Hohlfaserfilter, noch unbenutzt



      Makroaufnahme des neuen Filters



      Makroaufnahme des benutzten Filters (andere Lichtbedingungen)

    • Zusammenfassung in Stichpunkten:

      Das mit dem Katadyn Pocket muss man prüfen/diskutieren, wo hier die Ursache des Bypasses lag.
      Der Aquamira Frontier Pro war für mich eine große Enttäuschung, ich hatte mir zumindest eine Reduzierung der Fracht erwartet. Ich werde diesen Filter nicht mehr benutzen, höchstens als Aktivkohle-Vorfilter.
      Beim Steripen könnte man sagen das Wasser war halt zu trüb, aber dass er nicht mal die selbst eingeschleppten Keime im relativ klaren Wasser vom MSR abgetötet hat ist in meinen Augen nicht ok.
      Keiner der Filter hat klares, farbloses Wasser produziert. Die Aktivkohlen waren bei diesem Test scheinbar ohne jede (positive) Wirkung. Die Färbung kommt wohl primär von Gerbstoffen aus dem Torf und von organischen Stoffe aus den Kompostern.

      Einen Geschmackstest habe ich mir nicht getraut. Hätte ich (vor den Laborergebnissen) trinken müssen dann von der MSR Guardian Probe.
      Auch positive Schlüsse lassen sich ziehen: Wenn man mal keine Alternative hat kann man mit dem richtigen Filtersystem und sorgfältigem Umgang tatsächlich auch aus der größten Drecksbrühe noch Wasser erzeugen, das zumindest mikrobiell völlig problemlos trinkbar sein wird.

      Interessant wäre für mich, ob UV bei klarem Wasser besser funktioniert und wo da der Grenzwert liegen soll. In diesem Zusammenhang sehe ich SODIS auch erstmal sehr kritisch.
      Und wenn man sich mal das Ergebnis vom Aquamira mit seinem gepressten und verklebten Kohleröhrchen anschaut, dann kann man sich leicht ausmalen, was diese Selbstbau Filter aus Kohle, Sand, T-Shirt und PET Flasche wohl bringen werden in Bezug auf Bakterien: Meiner Einschätzung nach absolut garnichts.

      ******
      Noch zuletzt aus eigenem Interesse für die, die bis hierher gelesen haben:
      Dieses Experiment hat mich ca. 300 Euro gekostet (Kaufpreise für Filter nicht enthalten),
      Es würde mich freuen, wenn sich der ein oder andere der diesen Test für hinreichend sinn- bzw. gehaltvoll gehalten hat mir via Paypal "Freunde" (sonst kostet es Gebühr!) einen kleinen einstelligen Eurobetrag an die Email mmr22@gmx.de schickt.
      Ich habe noch einige Ideen für ein zweites Experiment (Sodis, UV mit klarem Wasser, Billigfilter aus China, strohhalmfilter, etc...), das mache ich aber auch davon abhängig, wie hier die Resonanz ausfällt. Auch auf Leihgaben benutzter Filter wäre ich dann angewiesen
      ******


      Anmerkungen und Kritik sind willkommen.
    • Danke für deine Mühe.

      Zum Thema Aktivkohle, diese bringt schon etwas natürlich nicht in dem ausmaße wie erhofft. Das erkennt man gut an Test 1 vs Test 3. du hast eine deutliche abnahme bei der Trübung, für so ein wenig Aktivkohle und bei dieser Kurzen Kontaktzeit ist das schon ein ordentliches Ergebnis.

      Um Aktivekohle zu testen Müsste man hier auf Chemische Verunreinigungen Testen, z.b. Schwermetalle, Dioxine, PSM, grob Anlage 1 der TrinkwasserVO (Teil I Chemische Parameter, deren Konzentration sich im Verteilungsnetz einschließlich der Trinkwasser-Installation in der Regel nicht mehr erhöht)


      Zum Steripen: er Funktioniert, du hast eine signifikante abnahme im Test 7 / 8, und das bei deutlicher Trübung. Dabei muss man jedoch beachten, dass dieser für Wasser ist, welches man nicht völlig vertraut. Also eh schon sehr sauberes und klares Wasser. Bei dieser enorm hohen Belastung verwundet mich ein Rest an Bakterien überhaupt nicht. Man muss bedenken die Energie die von dem UV-Licht eingetragen wird wird ja auf den ersten paar centimetern schon von 120000 KbE verbraucht.
      Da er das erste Wasser nicht komplet entkeimt hat. Verwenudert mich die Neukontamination im Test 10 nicht.
      Frage dazu hat der Steripen Kanten Spalten Dichtungsringe, in denen etwas Wasser zurückbleiben könnte? -> dort wird kaum entlkeimt -> Bei nächster Verwendung Kontamination.
      Da der Sawyer Mini einen Enormen Anteil an Trübung herrausfiltern konnte (mehr als erwartet) würde ich die Hypothese aufstellen, dass ein Großteil der Trübung von Mikroorganismen an sich herrührt.


      Die Trübung bei Test 4 lässt mich etwas aufhorchen, diese ist deutlich höher als ungefiltertes Wasser. Daraus könnte man vermuten, dass dein Wasser nicht gut Homogenisiert war / beim Filtern zu viel Dreck aufgewirbelt wurde.
      *Ich vermute daher einen größeren Fehler bei der Probennahme... Das Ausbacken der Probengefäße war nicht notwendig, die kamen mit sicherheit aus einem Autoklaven.
      *da jedoch die Mikrobiologie sehr undankbar zu quantifizieren ist, fällt dieser Fehler bei den KbE's kaum ins gewicht.
      *Betrachtet man die Coliformen Keime, sind die Keimzahlen von ~170000 enorm, Das bedeutet es war mindestens eine verdünnung von 1:2000 nötig / wenn ich mich nicht vertue werden Platten ausgezählt, die zwischen 20 und 100 KbE aufweisen. Bei dieser Verdünnung werden auf jeden Fall mehr als zwei verdünnungsschritte vorgenommen. Warscheinlich ist hier sogar eine Verdünnungsreihe durchgeführt worden. Was in der Mirkobiologie eine enorme Fehlerquelle darstellen kann.
      Das in Verbinung mit einer suboptimalen Probennahme lässt einen Fehler bei der Quantifizierung deutlich stärker ins gewicht fallen. Das heist man Sollte obige Werte nur Qualitativ betrachten, (Vergleich Test 1 iund 7) eine zunahme würde ansich keinen Sinn ergeben.
      Betrachtet man jedoch nur die Qualitativen Sati: stark Kontaminiert (größenordnung ungefiltert) , Kontaminiert (Test 8), wenig / nicht Kontaminiert, kann man ohne weiteres diese Ergebnisse als sehr guten Test für die Sicherheit von Wasserfiltern herranziehen.

      Frage: Wurde dir mitgeteilt welche Test durchgeführt wurden? Oder hast du nur Ergebnisse bekommen? Das wäre Interesannt für die Nachweisgrenzen, ggf. Arbeitsbereiche und die Korrektheit der Test's (bei einer solch hohen Kontamination macht eine Membranfiltertest keinen Sinn)

      p.s. Spende ist raus, gerne mehr in diese Richtung :) solltest du Hilfe bei der Beurteilung / Planung von solchen Tests benötigen stehe ich gerne mit meinem Fachwissen zur Seite.

      Grüße zuflucht




      Edit: Habe den Thread im Subforum Wasserbeschaffung angepinnt.
      DON'T PANiC

      Man sollte immer wissen wo sein Handtuch ist.

      ~Douglas Adams / Per Anhalter duch die Galaxis


      Nützliche Links: Wie kann ich die Zugriffsrechte für die SV Waffen und Selbstverteidigung Subforen erhalten? ;; Zugriffsrechte, Bugs, Änderungen ;; Themenverfehlungen und die Konsequenzen ;; Suchfunktion ;; Neue Forenregeln
    • Wow respekt ! Und Danke das ist mal etwas was in der Form überfällig war.

      Verstehe ich das richtig, das der Saywer mini, Preis/Leistungssieger ist ?
      Das in kombination mit Aktiv Kohlefilter und SteriPen zusätzlich für trinkbares Wasser (ohne Gesundheitliche einschränkungen hinzunehmen) ausreichend wäre ?

      Dankend
      Blauer
      Haben und nicht brauchen ist besser als brauchen und nicht haben.
    • Sehr schöner Test! Danke für die mühe und die Unkosten welche du auf dich genommen hast.

      Das der Sawyer so gut abschneidet selbst nach dem trocknen und säurebehandeln finde ich erstaunlich, da hatte man ja schon einiges in die andere Richtung gehört.
      Das der Katadyn Kombi gut funktionierte beruhigt mich wenn auch die Trübung nicht ideal ist.
      Was mit dem anderen Katady los war müsste man untersuchen denn normal denke ich ist das auf keinen Fall.

      Zum MSR muss ich sagen das mich das Ergebnis nicht überrascht da diese Marke grundsätzlich für gutes Equipment steht, dennoch bin ich sehr erfreut das man hier einen weiteren sicheren Filter am Markt zur Auswahl hat. Einzig das "Feucht lagern" ist für mich etwas störend da eine große Oberfläche in Verbindung mit Feuchtigkeit normalerweise zu keinem guten Ergebnis führt, da ist Schimmel fast vorprogrammiert.

      Alles in allem Top und weiter so.
      Ein Danke an alle die solche Experimente auch finanziell unterstützen.

      Lg. Reigner
      Kalinka, Schrödingers Katze

      Der Libertär begrüßt es, das ein schwarzes homosexuelles Ehepaar seine Hanfplantage mit seinen eigenen Waffe verteidigen darf.

      Despite what your momma told you... Violence does solve problems (Craft int.)
    • Ich war über Weihnachten weg, deswegen kann ich erst jetzt etwas dazu schreiben. Mit einen Wort. Wow. Der Artikel ist so gut und fundiert geschrieben, das wäre für mich ein Kaufgrund eine Zeitschrift für 10€ zu kaufen, wenn der Artikel dort enthalten wäre. PayPal besitze ich nicht, aber wenn du per PN deine Kontonummer mir schickst überweise ich es dir.
    • Bis jetzt sind so 100 Euro an Beiträgen zusammen gekommen (Danke), wenn es so 200 Euro aufwärts werden, könnte das dann für eine 2. Runde reichen.

      Derzeit ist mein Plan, dass ich dann eher relativ klares Wasser aus Teich und Bach nehme und mich dort auf die Koloniezahl 36°C beschränke, das ist pro Probe deutlich billiger und ich muss nicht mit E. coli verseuchtem Wasser in der Bude herum pantschen.

      Mich selbst interessieren Strohhalmfilter, ein oder zwei billige Chinafilter, dieses Filtersystem mit Ionentauscher und nochmal UV Entkeimung. Auch SODIS und Eigenbaufilter kann ich mir vorstellen.

      Sollte es mehr Geld werden kann ich mir noch einen extra Test vorstellen mit 2-3 Aktivkohlesystemen und Analyse auf einen ganzen Blumenstrauß an gelösten (Schwer-)Metallen, das kostet aber 40 Euro pro Probe.
      PAK & Co wäre evtl auch interessant, da bräuchte ich aber einen anderes Labor.

      MfG
    • zuflucht schrieb:



      Um Aktivekohle zu testen Müsste man hier auf Chemische Verunreinigungen Testen, z.b. Schwermetalle, Dioxine, PSM, grob Anlage 1 der TrinkwasserVO (Teil I Chemische Parameter, deren Konzentration sich im Verteilungsnetz einschließlich der Trinkwasser-Installation in der Regel nicht mehr erhöht)


      Zum Steripen: er Funktioniert, du hast eine signifikante abnahme im Test 7 / 8, und das bei deutlicher Trübung. Dabei muss man jedoch beachten, dass dieser für Wasser ist, welches man nicht völlig vertraut. Also eh schon sehr sauberes und klares Wasser. Bei dieser enorm hohen Belastung verwundet mich ein Rest an Bakterien überhaupt nicht. Man muss bedenken die Energie die von dem UV-Licht eingetragen wird wird ja auf den ersten paar centimetern schon von 120000 KbE verbraucht.
      Da er das erste Wasser nicht komplet entkeimt hat. Verwenudert mich die Neukontamination im Test 10 nicht.
      Frage dazu hat der Steripen Kanten Spalten Dichtungsringe, in denen etwas Wasser zurückbleiben könnte? -> dort wird kaum entlkeimt -> Bei nächster Verwendung Kontamination.
      Da der Sawyer Mini einen Enormen Anteil an Trübung herrausfiltern konnte (mehr als erwartet) würde ich die Hypothese aufstellen, dass ein Großteil der Trübung von Mikroorganismen an sich herrührt.


      Die Trübung bei Test 4 lässt mich etwas aufhorchen, diese ist deutlich höher als ungefiltertes Wasser. Daraus könnte man vermuten, dass dein Wasser nicht gut Homogenisiert war / beim Filtern zu viel Dreck aufgewirbelt wurde.
      *Ich vermute daher einen größeren Fehler bei der Probennahme...

      Aktivkohletest mit chemischer Analyse ist das was für eine neue Testrunde.

      Bei den Steripen gibt es unterschiedliche Modelle. Meiner hat oben einen Gummikonus, der normalerweise die Öffung von PET Flaschen abdichten soll (dann kann man diese umdrehen und schütteln), diesen habe ich mit ins Wasser getaucht, das ist nahezu unumgänglich. Beim Steripen war sicherlich die Trübung deutlich zu hoch, dass er aber bei Test 10 auch nicht alles töten konnte stummt mich nachdenklich. Hier wäre ein weiterer Test interessant. Es gibt auch noch einen zweiten Hersteller am Markt, die hier: camelbak.com/allclear
      Es wäre toll, wenn mir die jemand für einen Test ausleihen könnte.

      Die erhöhte Trübung bei #4 dürfte in der tat auf stärkere Verwirnelung zurück zu führe sein. Wer einen Pumpfilter besitzt kennt das ja, dass der Einlass des Schlauches mit Vorfilter und Schwimmer beim Pumpen sehr wild hin und her zuckt. Dabei wurde das Wasser verwirbelt, das ist leider unvermeidbar gewesen. Vielleicht hätte ich länger warten sollen, Test 3 und 4 habe ich ja sehr kurz hintereinander gemacht. Im Nachhinein ist man immer schlauer.

      Dass man die Ergebnisse besser nicht auf die Nachkommastelle bewertet sollte klar sein, das ist auch überhaupt nicht nötig.

      Man sieht meiner Ansicht nach trotzdem ganz gut, was in der Praxis mit diesem wirklich sehr üblem Wasser trotzdem funktioniert und was nicht.

      Der, der mir den Katadyn Pocket geliehen hat will diesen die kommenden Wochen mal zum Hersteller einsenden. Auch an Steripen und an Aquamira schreibe ich evtl. noch eine Email.

      MfG