- WERBUNG - Werbung

Die Krise, die keiner „Krise“ nennt

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Die Krise, die keiner „Krise“ nennt

      Neu

      Moin zusammen,

      wir beschäftigen uns beim Preppen meistens mit Ereignissen, die einen klaren Anfang haben: Blackout, Naturkatastrophe, Krieg, Versorgungsausfall – etwas passiert und plötzlich müssen wir funktionieren. Aber was wäre, wenn die größere Herausforderung gar nicht der eine große Knall ist, sondern eine schleichende Veränderung, bei der unser gewohntes Leben über Jahre hinweg Schritt für Schritt teurer, komplizierter und unzuverlässiger wird, ohne dass wir irgendwann sagen können: „Ab heute haben wir Krise.“

      Wir erleben bereits Entwicklungen, die genau in diese Richtung gehen können: steigende Kosten, zunehmende Abhängigkeiten von funktionierenden Lieferketten und digitaler Infrastruktur, eine alternde Gesellschaft, Fachkräftemangel, Veränderungen bei Energie und Mobilität oder häufiger auftretende Extremwetterlagen. Jede einzelne Entwicklung lässt sich irgendwie bewältigen, aber was passiert, wenn mehrere davon gleichzeitig auftreten und nicht nach drei Tagen wieder verschwinden, sondern uns über Jahre begleiten?

      Damit stellt sich für mich eine interessante Frage: Ist unser bisheriges Verständnis von Prepping überhaupt auf eine solche Situation ausgerichtet?
      Ein Vorrat kann einen kurzfristigen Engpass überbrücken, ein Generator einen Stromausfall auffangen und ein Notfallrucksack kann uns aus einer schwierigen Situation bringen – aber was hilft uns, wenn sich die Rahmenbedingungen unseres normalen Lebens dauerhaft verändern?

      Vielleicht müsste langfristige Vorsorge deshalb weniger mit der Frage beginnen, was wir noch kaufen sollten, sondern damit, welche Abhängigkeiten wir reduzieren können:

      Können wir Dinge selbst reparieren, uns zumindest teilweise selbst versorgen, mit weniger Energie auskommen, unsere Mobilität auch unter veränderten Bedingungen aufrechterhalten, finanzielle und praktische Reserven schaffen oder uns ein belastbares Umfeld aus Familie, Freunden und Nachbarn aufbauen?

      Genau das würde mich von euch interessieren: Wenn ihr nicht für die nächsten 72 Stunden, sondern für die nächsten zehn Jahre vorsorgen müsstet – was würdet ihr heute anders machen? Welche Fähigkeiten, Strukturen oder Entscheidungen wären euch wichtiger als zusätzliche Ausrüstung und welche Entwicklung wird eurer Meinung nach gerade unterschätzt, weil sie so langsam voranschreitet, dass wir sie noch gar nicht als Krise wahrnehmen?

      Vielleicht liegt genau darin eine der interessantesten Fragen des Preppings: Sind wir wirklich nur auf den großen Ausnahmezustand vorbereitet – oder vor allem auf eine Welt, die sich langsam verändert?


      Grüße
      Südprepper
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Neu

      Interessantes Thema, ich muss gestehen, ich habe schon immer eine Vorbereitung/Vorsorge mittel- bis langfristig forciert und für mich vorangetrieben.

      Die langfristige Perpektive hat seinerzeit auch enormen Einfluss auf den Kauf meiner Wohnimmobilie gehabt.

      Als der Hauskauf Anstand gab es eine klare Kriterienliste. Unter anderem standen da Dinge drauf wie:

      Grundstück nicht unter 2.000m²
      Lage fernab von L- und B-Straßen
      Entfernung zum nächsten Mittelzentrum mindestens 20km
      Keine bedeutende kritische Infrastraktur in der Umgebung
      Lage außerhalb von Hochwasserlagen und großen Waldkomplexen
      Möglichst geringer Einwohnerzahl im Dorf

      etc.pp.

      Das Haus selber ist nach gewissen Resilienz-Kriterien saniert worden.
      Netzwerke sind aufgebaut und intensiviert worden.
      Garten, Grundstück und Viehbestand sichern seit einigen Jahrwn schon einen hohen - und im Bedarfsfall schnell weiter ausbaufähigen
      Selbstversorgungsgrad inkl. Tauschgüter.


      Erfreulicherweise bin ich nicht alleine im Dorf - im Krisenmodus hätte unser "450 Seelendörfchen" ein hohes Autarki-Potential.
    • Neu

      - Inselfähige-Solar-Anlage aufs Dach.
      - Warmwasser-Wärmepumpe in den Keller.
      - Kamin mit Holzofen.
      - eAuto.
      - paar Bienenvölker

      die Investition der Solar-Anlage zahlt sich über die Jahre selbst ab - und gibt eine gewisse Unabhängigkeit bei Stromausfall (außer es liegt Schnee auf dem Dach).
      durch die Warmwasser-Wärmepumpe ist der Keller im Sommer nochmal kühler (bessere Lagerung) und spart Gas/Öl.
      Holzfeuer ist schön und romantisch - bietet in der Krise wichtige wärme.
      ein eAuto kann ich jetzt günstig mit Solar-Strom "tanken" - und in einer Kriese immer wieder nach-laden, solange die Sonne scheint - im Sommer nie ein Problem - im Blackout-Winter muss ich meine Auto-Strecken reduzieren.
      und zu Honig brauch ich glaub ich kaum mehr erzählen.

      so hab ich einen schönen "Dual-use" im "Nicht-Kriesen-Alltag" - aber auch als Langfrist-Investition gut zu gebrauchen.
    • Neu

      Südprepper schrieb:

      Ihr setzt also eine Immobilie als zentralen Mittelpunkt/Ausgangspunkt für eine Langzeitvorsorge - Kann man das so sagen ?
      Ich für meinen Fall ganz klar JA!

      Dabei spielt der weiter oben schon erwähnte "Dual-use"-Gedanke eine zentrale Rolle in meiner Vorbereitung.

      Wir leben bewusst auf dem Land, mit ausreichender Entfernung zu Ballungszentren in einer kleinen aber feinen dörflichen Gemeinschaft.

      Wir bauen hier auf 0,9ha Grundstück sehr viel zum Eigenverzehr an und halten Geflügel, Schafe, Schweine.

      Wir schlachten selber (auch gemeinschaftlich) und machen Ernte und Fleisch haltbar nach alter bewährter Art.

      Wir heizen das Haus mit Holz, Warmwasser im Winter auch, im Sommer über Solarthermie. Heizen und Warmwasser geht auchbohne Strom aus der Steckdose für lange Zeit, Kochen und Waschen auch, auch wenn wir im Alltag zumeist auf die bequemen modernen Varianten zurück greifen.

      Holz ist für 5 Jahre Vorlauf vorrätig, wird trotzdem jedes Jahr gemeinschaftlich im Umfeld gemacht.

      Wir sind im Dorf gut vernetzt, in diversen lokalen Vereinen (auch im Vorstand) und pflegen unsere Netzwerke.

      Wir haben in der dörflichen Gemeinschaft/Gemeinde gewählte Ämter inne, die bestimmte Entscheidungsbefugnisse mit sich bringen.

      Wir sind vier Jäger im Dorf und haben gemeinsam die Jagd seit Jahren gepachtet.

      Schon heute existieren Tauschnetze für Ernteüberschüsse, Schlachtprodukte, Eier, Wild etc.

      Das ist eine bewusste Lebenseinstellung von meiner Frau und mir und ich denke, dass unsere Art zu Leben für uns der richtige Weg ist auch gewisse Resilienzen für längere, tiefgreifendere, krisenartige Veränderungen aufzubauen.

      Wir leben bescheiden auf/mit dem Land und ich denke, dass wird langfristig unserer Famile im worstcase helfen.