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Vorwarnzeit von Ereigniseintritt bis Flucht/Eskalation

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  • Vorwarnzeit von Ereigniseintritt bis Flucht/Eskalation

    Hallo Zusammen,

    mich als eingefleischten Fluchtmenschen treibt seit einiger Zeit, spätestens seit Corona, die korrekte Bestimmung von Zeitpunkten um. Einserseits möchte ich Euch hier meine Ergebnisse mal grob skizzieren und das andererseits mal diskutieren wie Ihr das seht. Warum mir das wichtig ist? Weil wenigstens meine ursprüngliche Auffassung, dass ein Szenario plötzlich eintritt, quasi von heute auf morgen, in den meisten Fällen falsch ist. Das bedeutet, dass die allermeisten von uns, mich eingeschlossen, quasi während der "Hochlaufphase", ich nenne es Vorwarnzeit, eines Ereignisses noch gesellschaftliche Verpflichtungen haben, währenddessen ebenfalls.

    Bei Corona gab es die ersten Meldungen ca. 3-4 Wochen vor den ersten Fällen bei uns, also war die Vorwarnzeit relativ lang - nur, um an einem Beispiel zu verdeutlichen wie ich das meine.
    Ich habe mal ein paar "Standardszenarien" rausgepickt und meine Auffassung dazu notiert:

    Blackout:
    Vorwarnzeit: Keine, Auswirkungen: Hoch, Massnahme: Bug-In
    Pandemie:
    Vorwarnzeit: Ca. 3-4 Wochen, Auswirkungen: Mittel (je nach Branche), Massnahme: Erweiterte persönliche Seuchenschutzmassnahmen, Rest TBD.
    KKW- GAU:
    Vorwarnzeit: Ca. 2-4 Tage, Auswirkungen: Je nach Entfernung gering bis mittel, Massnahme: Je nach Entfernung Evakuierung (nicht Flucht) bis nichts
    Krieg:
    Vorwarnzeit: ca. 5 Jahre, Auswirkungen: Hoch, Massnahme: Kontrollierte Flucht / Ausweichen

    Natürlich sind die Reaktionen mein ganz persönliches Gusto, auf Euren Listen stehen wahrscheinlich ganz andere Sachen.
    Nichtsdestotrotz bleibt die Frage: Wann seht Ihr eine ausreichend schlimme Eskalation, um Eure Flucht vorzubereiten? Was ggf. Jobsuche in einem "fremden" Land, Umzug etc. beinhaltet, im schlimmsten Fall BOB auf den Buckel, Haustüre auf und weg?
    Nach Corona habe ich das für mich bei einer Pandmie wie folgt definiert: Wenn die gesicherten Todeszahlen extrem hoch sind, die Infektionsdauer kurz und die Mortalitätsrate ebenfalls hoch ist. Dann würde es aber erstmal in den persönlichen Lockdown gehen, weil wir hier eine sehr gute Gesundheitsversorgung haben.
    Im Ukrainekrieg ist das der Zeitpunkt, an dem die ersten russischen Geschosse NATO-Boden treffen. Dann heisst es Job suchen, Hausverkauf einleiten... Auf der Suche nach einem geeigneten Fluchtpunkt/Zweitwohnsitz sind wir bereits jetzt. (Und nein, das soll keine Diskussion über den Krieg an sich werden!)

    Es ist nunmal grundsätzlich einfacher (finde ich) einen sauberen Schnitt von "Normal" zu "Katastrophe" zu haben als ein "neues Normal", weil der Unterschied einfach grösser ist und auch die Reaktionsfähigkeit. Oder, anders gesagt: Wenn ich mich zuhause einigeln kann weil ich weiss, dass die Welt wie wir sie kennen nicht mehr existiert brauche ich keine Angst zu haben, morgen auf dem Arbeitsweg beschossen/infiziert/versaut zu werden. Dann hab ich andere Sorgen.

    Was denkt Ihr über das Thema? Wie definiert Ihr, wann Ihr Koffer packt?

    LG vom Strahlemännchen, das schon immer schlecht im Kaffeesatzlesen war
    "Lasst uns an die Stelle von Zukunftsängsten das Vordenken und Vorausplanen setzen" - Winston Churchill
  • Strahlemaennchen schrieb:

    Krieg:
    Vorwarnzeit: ca. 5 Jahre, Auswirkungen: Hoch, Massnahme: Kontrollierte Flucht / Ausweichen
    5 Jahre finde ich sehr sehr hoch gegriffen.

    Strahlemaennchen schrieb:

    Im Ukrainekrieg ist das der Zeitpunkt, an dem die ersten russischen Geschosse NATO-Boden treffen. Dann heisst es Job suchen, Hausverkauf einleiten
    Ich glaube, wenn das erste Geschoss NATO-Boden trifft, dann ist Job suche / Hausverkauf Einleiten entweder *sehr* schnell zu vollziehen oder gar nicht mehr umsetzbar..
    Da haben wir im Stream von @BugOutSurvival mal drüber gesprochen.

    Strahlemaennchen schrieb:

    Wann seht Ihr eine ausreichend schlimme Eskalation, um Eure Flucht vorzubereiten?
    Ich denke, wir alle im Forum sehen es als eine Aufgabe uns immer auf so etwas vorzubereiten.

    Strahlemaennchen schrieb:

    im schlimmsten Fall BOB auf den Buckel, Haustüre auf und weg?
    Der Gedanke, Haustüre auf und weg kommt immer öfter in meinen Gedankengängen vor, besonders im Bezug auf Krieg in Europa - Wehrpflicht / Gezwungener Einzug für den militärischen Dienst, etc. - Da kommt etwas Bange in Mir auf und es steigt der Gedanke - Wohin, wenn's wirklich knallt.
    'Pro captu lectoris habent sua fata libelli'
    (Je nach Auffassungsgabe des Lesers haben die Büchlein ihre Schicksale)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von TodesFrequenz ()

  • Strahlemaennchen schrieb:

    KKW- GAU:
    Vorwarnzeit: Ca. 2-4 Tage, Auswirkungen: Je nach Entfernung gering bis mittel, Massnahme: Je nach Entfernung Evakuierung (nicht Flucht) bis nichts
    Ich möchte hier doch mal die Prognose ein wenig verschlechtern...
    Vorwarnzeit: 2 Stunden bis 3 Tage, abhängig der Schwere der Haverie
    Auswirkungen: Gering bis extrem, primär abhängig von der Distanz, sekundär abhängig von Witterung und Schwere des Unglücks
    Maßnahmen: entfernungsabhängig. Leider kann ich bezüglich der Evakuierungspläne und festgelegter Zonen nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber da könnte ein rechtzeitiger Fluchtgedanke bei einem nahegelegenen Kraftwerk gut sein.


    Strahlemaennchen schrieb:

    Krieg:
    Vorwarnzeit: ca. 5 Jahre, Auswirkungen: Hoch, Massnahme: Kontrollierte Flucht / Ausweichen
    Hier wirds schwierig mit der Vorwarnzeit. Wie man an der Ukraine sah, kann sich das binnen 24 Stunden von "naja, das könnte was werden" zu "scheiße" wenden
    So gesehen ist hier die Frage ab wann man die laufen lässt (denn abhängig davon könnte man bereits jetzt die Vorwarnzeichen eines globalen Konflikts sehen).


    Strahlemaennchen schrieb:

    Wann seht Ihr eine ausreichend schlimme Eskalation, um Eure Flucht vorzubereiten?
    Ich denke die grundlegende Vorbereitung einer Flucht ist ein eskalationsunabhänig und ein Teil der Vorbereitungen.

    Die bessere Frage wäre: Wann ist eine ausreichend schlimme Eskalation erreicht, um die Flucht einzuleiten?
    Einfach formuliert, ab dem Zeitpunkt an dem Bug-In taktisch und strategisch nicht mehr sinnvoll ist oder eine andere erhebliche Gefahr droht, die nur durch Flucht vermieden werden kann. Das wiederrum ist im höchsten Maß von den eigenen Resourcen und Möglichkeiten, sowie dem Szenario abhängig.


    Was die gesellschaftlichen Verpflichtungen anbelangt, habe ich für mich einen recht einfachen Punkt gefunden, ab wann diese für mich in den Hintergrund treten und mein eigenes Leben und das meiner Familie Priorität hat:
    Sobald ich bei der Ausführung meines Berufs oder auf dem Weg dorthin nicht mehr sicher bin. Das heißt sobald die gesellschaftliche Ordnung zu bröckeln beginnt.
    Oder wenn meine Familie oder ich (und die Resourcen, die uns zur Verfügung stehen) durch das vorliegende Szeanrio aktiv in Gefahr sind und Abhilfe durch den Staat nicht angemessen zu erwarten ist.
    Vorbereitung vermeidet Panik.
  • TodesFrequenz schrieb:

    5 Jahre finde ich sehr sehr hoch gegriffen.
    Diesen Zeitraum hat mir mal jemand als Flause in den Kopf gesetzt, der sich damit auskennt. Wenn mach sich den Zeitraum von der Annexion der Krim bis zur Invasion in der Ukraine ansieht, waren das sogar 8 Jahre. Logisch - ich meine hier den Zeitraum des "tief Luft holens", die Invasion an sich geht dann blitzschnell.

    TodesFrequenz schrieb:

    Ich glaube, wenn das erste Geschoss NATO-Boden trifft, dann ist Job suche / Hausverkauf Einleiten entweder *sehr* schnell zu vollziehen oder gar nicht mehr umsetzbar..
    Wenn ich in einem NATO- Land leben würde würde ich Dir recht geben. ;) So werde ich dafür wahrscheinlich nicht nur genügend Zeit haben, sondern auch die Hütte zu einem äusserst guten Preis verkaufen können. Ja, ich bin ein Stück weit Opportunist.

    TodesFrequenz schrieb:

    Ich denke, wir alle im Forum sehen es als eine Aufgabe uns immer auf so etwas vorzubereiten.
    Jaein. Es gibt nunmal in meinen Augen einen Unterschied zwischen einer durch Planung unterfütterten Flucht mit BOB und einer sagen wir mal strategischen Verkrümelung. Beides ist recht Szenariospezifisch, allerdings hat man im letzteren Fall wesentlich mehr Vorwarnzeit die man nutzen kann, und auch die Vorbereitungen sind andere.

    TodesFrequenz schrieb:

    Der Gedanke, Haustüre auf und weg kommt immer öfter in meinen Gedankengängen vor, besonders im Bezug auf Krieg in Europa - Wehrpflicht / Gezwungener Einzug für den militärischen Dienst, etc. - Da kommt etwas Bange in Mir auf und es steigt der Gedanke - Wohin, wenn's wirklich knallt.
    Hier liegen genug Fäden rum, musst halt mal einen zum Thema aufmachen. ;) Ich beschäftige mich mittlerweile seit einigen Jahren mit einem "wohin", nicht nur aus reiner Preppersicht, habe einiges selbst gesehen und glaube, ich kann da ein paar Tipps geben.

    @Nachtschatten

    Was auch immer mit meinem "Lieblings- KKW" passiert, ich bin weit genug weg, und die Topografie und die vorherrschende Windrichtung sagen erstmal, dass ich nix abbekomme. Ich habe mir die Abläufe in Tschernobyl und Fukushima angeschaut, ist nicht nur bei Wikipedia sehr gut dokumentiert. Dass eine von den Kisten die wir in Europa betreiben innerhalb von zwei Stunden so kritisch geht dass es zum GAU kommt halte ich doch für recht unwahrscheinlich, vorausgesetzt, man schaut sich Szenarien an, die ingenieurtechnisch realistisch sind. Ja, ein paar der Abnahmekriterien/Szenarien sind ingenieurtechnisch unrealistisch. Nichtsdestotrotz- meine Vorstellung muss sich nicht mit der Realität decken, von daher danke für den Denkanstoss.

    Nachtschatten schrieb:

    Hier wirds schwierig mit der Vorwarnzeit. Wie man an der Ukraine sah, kann sich das binnen 24 Stunden von "naja, das könnte was werden" zu "scheiße" wenden
    So gesehen ist hier die Frage ab wann man die laufen lässt (denn abhängig davon könnte man bereits jetzt die Vorwarnzeichen eines globalen Konflikts sehen).
    Das ist ja der Punkt, auf den ich hinaus wollte. Ausgehend von den z.B. 5 Jahren (das kann mehr oder weniger sein) läuft die Zeit eben bereits vor den 24 Stunden. Die sind dann schon die Eskalation, gewissermassen Alarmstufe rot, die auf gelb folgt. Ich glaube, den Zeitpunkt abzupassen, der kurz vor rot kommt, ist die Kunst. Das haben Süds Interviewpartner praktisch meisterhaft hinbekommen.
    Und dann kann man wieder planen - Besuch im potentiellen Zielland, Jobsuche, Gepflogenheiten, Sprache lernen...
    In den meisten Szenarien ist diese Zeit meiner Meinung nach ausreichend, um sich zivilisiert in eine Pension einzuchecken/ die BOL aufzusuchen/ einen verlängerten Urlaub zu machen wasauchimmer. Das erfordert aber eine ziemlich genaue Kenntnis der Lage und vor allem eine präzise Einschätzung des richtigen Zeitpunkts. Oder, salopp gesagt: Flitzt man zu früh, ist man später den Job quitt.

    Was die Frage angeht: Ich persönlich sehe Potential für einen globalen Konflikt und handle entsprechend.

    LG vom Strahlemännchen, das Zweitwohnsitze toll findet, aber immer noch sucht. Aber auch spezielle Kriterien hat.

    Edith: Schlechtschreibung korrigiert. Ich weiss, ich wollte nicht mehr so spät...
    "Lasst uns an die Stelle von Zukunftsängsten das Vordenken und Vorausplanen setzen" - Winston Churchill
  • Und genau das bezweifle ich. Um es drastisch auszudrücken: Im SHTF- Fall gibt es eine Phase, in der S gen Ventilator strebt. Wie schnell das geschieht, hängt davon ab, ob das per Wurf geschicht, langsame Rutsche, was auch immer.
    In unserem zugegebenermassen stark vereinfachten Beispiel unterliegen alle Komponenten bestimmten Gesetzmässigkeiten, hier der Physik. Das macht es sehr genau berechenbar. Fliegt S durch einen Wurf mit 16km/h über eine Strecke von X gen Venti, wird es ihn in Y Sekunden erreichen. (Nach dem Erreichen des Ventis gibt es wieder eine zeitliche Komponente, nämlich die Flugzeit, die S braucht, um bei den Umstehenden Sommersprossen zu produzieren. Das soll hier aber nicht Thema sein.)

    Wenn man das auf uns überträgt, können wir unter Umständen viel Zeit gewinnen, je nach Szenario und je nachdem, wie präzise unsere Prognosen waren. Ausserdem ermöglicht die Kenntnis einer etwaigen Zeitschiene bestimmte Vorbereitungen unter Umständen erst - wie oben angeführt z.B. Jobsuche im Ausland. Oder Kauf und Ausbau eines BOV. Bei einem ungewöhnlichen BOV vielleicht erstmal der Führerschein.
    Dazu kommt, dass ich viel präziser planen kann. Wann muss ich was anschaffen? Brauche ich den Atemluftfilter im BOB? Brauche ich 10 Ersatzpatronen für den Filter? Kann ich vielleicht sogar sagen ok, ich brauche für mein Szenario das Equipment X, kann aber jetzt darauf verzichten weil die Vorwarnzeit lange genug ist, ausserdem weiss ich, dass ich wöhrend dieser meine Ausrüstung noch zum Normalpreis bekomme?

    LG vom Strahlemännchen, das Prognosen spätestens dann toll findet wenn sie eintreten
    "Lasst uns an die Stelle von Zukunftsängsten das Vordenken und Vorausplanen setzen" - Winston Churchill
  • Hmm.
    Vorwarnzeiten sind allgemein gut, wenn man welche hat.
    Um jetzt mal von meiner Seite auf kein spezifisches einzugehen, so gibt es hierbei ein kleines Problem: in öffentlich rechtlichen Fernsehen und Nachrichten werden meiner Meinung nicht immer alles zu 100% der Wahrheit entsprechend an uns weiter gegeben, wie lang eine Vorwarnzeit ist.
    Warum? Weil man wohl Massenpanik, einen Expodus, Verkehrschaos usw. meiden will.
    Die Regierungen wollen noch eine Kontrolle haben und daher wird ja immer oft gesagt "bleiben sie zu hause".

    Allgemein ist eine Vorwarnzeit nur so gut wie die Strategie, die man zu so einem Thema auch hat. Aber am besten wäre immernoch, die Vorwarnzeit zu nutzen, um vor allen anderen schon verschwinden zu können.
    Denn ich sehe es immer so als Beispiel:

    ein nie gekannter Schneesturm kommt auf euch zu. Ihr habt eine Vorwarnzeit von 7 Tagen. In diesen 7 Tagen habt ihr theoretisch die Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. Das heißt aber nicht dass man wirklich 7 Tage hat. Die Auswirkungen des Sturms können teilweise schon 4 Tage vorher euch treffen und dann die Situation Tag für Tag verschlechtern.
  • Bayern1988 schrieb:

    Aber am besten wäre immernoch, die Vorwarnzeit zu nutzen, um vor allen anderen schon verschwinden zu können.
    Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Nicht nur, um verschwinden zu können, das Wissen um eine Vorwarnzeit kann auch im Vorfeld nützlich sein, eben z.B. um besser mit den Ressourcen jonglieren zu können.

    Jetzt bräuchten wir nur noch ein paar Ergänzungen, unterfüttert mit Quellen/ historischen/ statistischen Daten. Die Menschheit hat bisher so ziemlich jede erdenkliche Katastrophe mitgemacht, und von vielen existieren Aufzeichnungen. Ich schaffs nur nicht, zu jedem erdenklichen Szenario zu recherchieren, sowas frisst Zeit...

    LG vom Strahlemännchen, das eigene Daten gut findet, so ist man unabhängiger von offiziellen Stellen
    "Lasst uns an die Stelle von Zukunftsängsten das Vordenken und Vorausplanen setzen" - Winston Churchill
  • Bayern1988 schrieb:

    Die Regierungen wollen noch eine Kontrolle haben und daher wird ja immer oft gesagt "bleiben sie zu hause".
    Erinnert mich ein wenig hierdran:

    Bosienkrieg - Ein Jahr in der Hölle schrieb:

    Wir hatten keine Vorbereitungszeit – nur einige Tage, bevor alles den Bach runter ging. Politiker wiederholten ständig im Fernsehen die gleichen Durchhalteparolen und das alles nach Plan laufe. Es gäbe keinen Grund zur Sorge.

    Im Zweifel wird es erst, wenn alles zu spät ist, zugegeben werden, wie beschissen die Situation ist. Einfach damit die Behörden einen kleinen Vorsprung haben das schlimmste Chaos zu vermeiden oder noch irgendwelche Maßnahmen ergreifen zu können.
    Und ich halte genau diese Durchhalteparolen "alles ist in Ordung" und "wir haben die Situation unter Kontrolle", wenn die Realität dazu nicht passt, für ein Vorwarnzeichen.
    Punkt zwei ist an der Stelle definitiv, dass man im Zweifel aus allen Quellen seine Informationen und Nachrichten sammeln muss (selbst, wenn das eher fragwürdige Quellen sind) und diese für sich selbst bewerten muss. Auch das ist eine Fähigkeit, die man lernen muss, aber wie so viele andere Fähigkeiten kann das im schlimmsten Fall den Unterschied machen. Und man sollte auch die Nachrichten aus aller Welt beziehen, weil oftmals (egal in welchem Land) die ausländischen Medien etwas veröffentlichen, was die inländischen nicht in der selben Form veröffentlichen. Zum Teil auch weil es, dank Butterfly-Effekt zwar ankommen wird, aber bis zur Ankunft keinen interessiert.


    Strahlemaennchen schrieb:

    Die Menschheit hat bisher so ziemlich jede erdenkliche Katastrophe mitgemacht, und von vielen existieren Aufzeichnungen.
    Leider haben sich im Verlauf der letzten Jahre durch die Globalisierung etliche zeitliche Abläufe deutlich verkürzt. Und manch ein Szeanrio gab es bislang noch nicht, weil in unserer Vergangenheit die notwendigen Voraussetzungen nicht gegeben waren.
    Ich denke hier insbesondere an sämtliche technologieverbundenen Szenarios, ebenso Pandemien (siehe Corona ging das deutlich schneller als noch vor 30 Jahren).


    Strahlemaennchen schrieb:

    Im SHTF- Fall gibt es eine Phase, in der S gen Ventilator strebt. Wie schnell das geschieht, hängt davon ab, ob das per Wurf geschicht, langsame Rutsche, was auch immer.
    Ich mag diesen Vergleich. Wir haben etliche Szenarien bei denen wir im Moment noch wissen, wo der Haufen S liegt (ob er sich bewegt ist mal zweitrangig) und ihn dementsprechend beobachten können. Und sollte S jetzt sein Bewegungsverhalten ändern, wäre das ein sicheres Zeichen, dass hier was passieren wird. Dementsprechend hätte man ein Punkt an dem die Vorwarnung gegeben ist. Leider bringt das wenig bei Szenarien in denen sich der Haufen plötzlich entscheidet in den F zu springen und sich in ebenso hoher Geschwindigkeit auf den Umstehenden zu verbreiten (hallo Blackout). Und wenn ein schwarzer Schwan sich entscheidet diesen Haufen abzusondern, dann hatte man im schlechtesten Fall noch nicht einmal das potentielle Szenario auf dem Schirm.


    Zusammengefasst, sollte (eigentlich sogar - muss) ein dauerhafter Grundstock an Vorbereitung gegeben sein, um im worst case of SHTF handlungsfähig zu bleiben.
    Denn am Ende ist die Vorwarnzeit nur der Vorsprung den man sich gegenüber allen anderen sichern kann, um mit der neuen Situation klarzukommen und sich anzupassen. Verpasste Vorbereitung wird man in den meisten Fällen nicht mehr aufholen können.
    Vorbereitung vermeidet Panik.
  • Nachtschatten schrieb:

    Und ich halte genau diese Durchhalteparolen "alles ist in Ordung" und "wir haben die Situation unter Kontrolle", wenn die Realität dazu nicht passt, für ein Vorwarnzeichen.
    Beispiel Russlandkrieg: Es hat fast jeder nennenswerte Nato oder EU-Staat schon vor einem Krieg in 2-8 Jahren gewarnt, einige Natostaaten, darunter auch D, stocken bereits ihr Militär auf (über den Umfang kann man streiten), Pistorius sagte die Bevölkerung muss kriegstüchtig werden, Lauterbach sagt die Krankenhäuser müssen für einen Krieg gerüstet sein, es gibt den Vorschlag für Zivilschutzübungen an Schulen und eine Debatte über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht (in welcher Form auch immer). D erreicht erstmals die 2% des BIP wie von der NATO gefordert seit wieviel Jahren?

    Das sind doch keine Durchhalteparolen die staatlichen Stellen sagen in vielen Fällen schon was passieren kann, die Masse der Bevölkerung nimmt es nur halt nicht wahr(weil es ist ja nur "kann" nicht "muss"), hält es für Panikmache, oder ist in diesem Beispiel sowieso der Meinung von RU geht keine Gefahr aus weil sie A. zu schwach oder B. nicht feindlich gesinnt sind. Aber keine Angst hinterher wird es dann heißen "uns hat ja keiner was gesagt".

    Nachtschatten schrieb:

    Zusammengefasst, sollte (eigentlich sogar - muss) ein dauerhafter Grundstock an Vorbereitung gegeben sein, um im worst case of SHTF handlungsfähig zu bleiben.
    Denn am Ende ist die Vorwarnzeit nur der Vorsprung den man sich gegenüber allen anderen sichern kann, um mit der neuen Situation klarzukommen und sich anzupassen. Verpasste Vorbereitung wird man in den meisten Fällen nicht mehr aufholen können.
    Ganz deiner Meinung!
  • Servus,

    erst einmal, Danke Strahlemaennchen, sehr schöne Aufschlüsselung am Anfang des Threads.

    da ich zwar ein Fan vom Bug in bin, bereite ich michtrotzdem für einen bug out vor.

    Die Unterscheidung von Flucht, Evakuierung und takt. Verpissen finde ich gut. Ich kenne das sehr gut, da ich mich stategisch Verpisst habe. sprich nicht mehr in der BRD lebe. das ganze innhalb von kurzer Zeit zu realisieren, vorallem mit einem Wohnungs/Hausverkauf halte ich für sehr schwierig. ist ja schon zu Friedenszeiten schwer, schnell einen Notartermin zu bekommen.
    Allerdings muss ich Dir recht geben, Kriege kündigen sich an. Beim Fall Gelb(WKII) gab es von polnischer Seite zuerst eine Teilmobilmachung, dann eine Generalmobilmachung. davor knirschte es gewaltig.
    Ukraine genauso. Hatten Verbindungen zu einer Einheit beim ukr. Militär. Die fragten schon sehr früh(vor Kriegsausbruch) nach spezieller Ausrüstung. In vielen Fällen hat sich unser int. Netzwerk schon als sehr zuverlässig erwiesen. nicht nur bei Konflikten, sondern auch bei Naturkatastrophen.
    Also Bekannte im Ausland können einen sehr gute Tipps oder Lageeinschätzungen geben. Gerade für einen Blackout ist eine Gruppe in einem Messenger eine gute Idee. Kommt "BO rot" aus der Umgebung, kommt "BO rot" aus einer 300km entfernten Stadt oder auch aus dem Ausland.

    Die Frage die sich für mich stellt, ist weniger das Szenario, sondern nur die Zeit die mir bleibt bevor ich auf der Strasse bin.

    0Std Rucksäcke, Kiste, FZ was zur Verfügung steht

    <1Std BOB, Massenunterkunftkiste, Berufsrucksäcke, Campingzeug, FZs

    1Std Alle Rucksäcke, Kisten, KomGerät, Verplegungskisten, FZs

    1-6Std Alles was in die FZ geht, alle Gruppenmitglieder informiert, Konvoi versuchen

    >6Std Voller Bug out, ALLES & JEDER geht mit. Verbrauchsmittel auffüllen(wenn möglich), Konvoi, bei Treffpunkt

    6-12 Std Mehr Planung, mehr Koordination, KOM Test, bessere Vorbereitung. Ansonsten s.o.

    12-24Std Besorgungen, Einkäufe, Wohnung vorbereiten,Überprüfung FZ, Gerät, Ausrüstung

    24-48Std Möglichkeit Dinge wirklich zu regeln.

    Alles darüber gibt einen noch mehr Möglichkeiten, wie zB Verkauf, Kündigung, Konto, Aufklärung Zielort.


    Gestaffelte Checklisten für die verschiedene Zeitspannen.

    Bei Szenarien mit 0 Vorwarnzeit, greift man sich das was vorbereitet ist und los. Der bug out zu Fuß kann nur eine Notlösung sein.
  • Vor Jahren gab es einen Vorfall bei dem ein Kampfsportler einer bedrängten Schülerin zu Hilfe kam und tot geprügelt wurde. Glaube Stuttgart Bahnhof. Gibt ein Buch darüber, Titel vergessen. Autor vergessen. Was ich nicht vergessen habe war die Aufarbeitung in eine Art Eskalationsstufen. Weiss - alles ok, setz dich hin und trinke Tee. Gelb - leichte Aufmerksamkeit. Orange - aufpassen zum Beispiel nachts beim nach Haus gehen. Wer ist vor dir, hinter dir.....rot - Handlung sofort.
    Worauf ich hinaus will - wir sind längst im Bereich mMn orange. Zu rot fehlt nicht mehr viel.
    Statt das in Zeiten zu schlüsseln scheint es mir sinnvoller in Grenzen zu schlüsseln. Also passiert x mach ich dies, passiert y jenes.
    Ist es in meinem Viertel nicht mehr sicher, und die Anzeichen mehren sich, leite ich Massnahmen ein. Nachts nicht mehr alleine raus, tagsüber Pfefferspray dabei, Drogenspots meiden ect. Komm ich nicht mehr sicher zur Arbeit/ Arzt/ Einkauf ist es Zeit zu gehen, das sind Grundbedürfnisse.
    Ich leite auch jetzt die Massnahmen für den Umzug ein, das heißt am Zweitwohnsitz kann ich zur Not wohnen, Geld, Kleidung, E Geräte....fast alles da. Arbeit bräuchte ich noch.
    Ich leite jetzt die Massnahmen für zum Beispiel Inflation ein. Wie lange kann ich vom Bestand leben? Was muss ich noch anschaffen um zum Beispiel die nächsten Jahre keinen Bedarf zu haben. Oder mit Miniausgaben über die Runden zu kommen.
    Die Massnahmen für zum Beispiel schlechtere Verfügbarkeit von Gütern müssen jetzt getroffen werden, es wird nicht besser mit der Wirtschaft.
    Und irgendwann kommt der Zeitpunkt da wird man lange suchen müssen um eine Waschmaschine oder ein Ersatzteil zu finden.
    Der Gedanke 24-48 h vorher noch einkaufen gehen zu können scheint mir nicht angebracht.
    Ich glaube tatsächlich wir sollten mit Vorbereitung jetzt / sehr bald fertig sein.
  • Fith age,

    so ein "colocode" ist eine feine Sache. Haben wir von "roadconditions" bis Bedrohungslagen gehabt. Immer schön auf einer Tafel bei der Ausfahrt und bei den briefings.
    Du hast absolut Recht wegen den Events - allerdings hat mein Bspl nichts damit zu tun. Du denkst gerade, was könnte zu einem bug out führen, mein Konzept geht bei "wir müssen raus" los.
    Was dazu führt, ist irrelevant.

    Grüße H1000

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hopp1000 ()

  • Nachtschatten schrieb:


    Strahlemaennchen schrieb:

    Im SHTF- Fall gibt es eine Phase, in der S gen Ventilator strebt. Wie schnell das geschieht, hängt davon ab, ob das per Wurf geschicht, langsame Rutsche, was auch immer.
    Ich mag diesen Vergleich. Wir haben etliche Szenarien bei denen wir im Moment noch wissen, wo der Haufen S liegt (ob er sich bewegt ist mal zweitrangig) und ihn dementsprechend beobachten können. Und sollte S jetzt sein Bewegungsverhalten ändern, wäre das ein sicheres Zeichen, dass hier was passieren wird. Dementsprechend hätte man ein Punkt an dem die Vorwarnung gegeben ist. Leider bringt das wenig bei Szenarien in denen sich der Haufen plötzlich entscheidet in den F zu springen und sich in ebenso hoher Geschwindigkeit auf den Umstehenden zu verbreiten (hallo Blackout). Und wenn ein schwarzer Schwan sich entscheidet diesen Haufen abzusondern, dann hatte man im schlechtesten Fall noch nicht einmal das potentielle Szenario auf dem Schirm.

    Zusammengefasst, sollte (eigentlich sogar - muss) ein dauerhafter Grundstock an Vorbereitung gegeben sein, um im worst case of SHTF handlungsfähig zu bleiben.
    Denn am Ende ist die Vorwarnzeit nur der Vorsprung den man sich gegenüber allen anderen sichern kann, um mit der neuen Situation klarzukommen und sich anzupassen. Verpasste Vorbereitung wird man in den meisten Fällen nicht mehr aufholen können.

    Du kannst so sehr du möchtest auf den S achten, auch wenn der sich nicht bewegt, der Ventilator kann sich auch auf den S zubewegen...

    Die richtige Interpretation wann was gemacht werden kann ist echt Glaskugel schauen.
  • Nachtschatten schrieb:



    Bosienkrieg - Ein Jahr in der Hölle schrieb:

    Wir hatten keine Vorbereitungszeit – nur einige Tage, bevor alles den Bach runter ging. Politiker wiederholten ständig im Fernsehen die gleichen Durchhalteparolen und das alles nach Plan laufe. Es gäbe keinen Grund zur Sorge.

    Und das genau beruhigt mich zur Zeit eher. Natürlich bin ich auf einen militärischen Konflikt irgendwie vorbereitet, also im Rahmen was zivil in einer kleinen Stadtwohnung halt geht, aber ich sehe einen Krieg mit Russland jetzt überhaupt nicht zeitnah.
    Die aktuelle Angstmache der Politiker der Altparteien hat meiner Meinung nach andere Gründe.

    Und ganz ehrlich? Wenn der Wurst-Käse-Fall mit dem Russen passiert, muss ich halt russisch lernen.
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