Kleingarten Preppers (Alp)traum

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    • Kleingarten Preppers (Alp)traum

      Nächste Woche ist es soweit, die Besichtigung des Gartens steht an.
      Das Verfahren zur Vergabe scheint mir etwas komisch.
      Auf Nachfrage wurde erklärt, dass mehrere Personen anwesend sind. Also Interessenten und Alt-Pächter. Die schauen dann gemeinsam alle Gärten an. Ob das dann im Windhund Prinzip vergeben wird? Keine Ahnung.
      Trotzdem hab ich mir mal Gedanken gemacht. Sollte es einen Garten für mich geben, was bräuchte ich.
      Gekommen bin ich auf Erste Hilfe Ausstattung, ein Messer, eine kleine Kochmöglichkeit um mal einen Kaffee zu machen.
      Ihr erkennt die Analogie zum Prepping??
      Fazit man kann ziemlich gut eine Wunschliste erstellen.
      Auch ohne Deko-Krams.
      In meiner Stadt wird ziemlich darauf geachtet, dass diese ein-Drittel Regel eingehalten wird.
      Das heißt, ein Drittel der Pachtfläche sind für Obst und Gemüseanbau vorgesehen.
      Da gibt's natürlich wieder Gerät zu kaufen. Und eine solide Grundausrüstung scheint mir sinnvoll. Ich sehe mal ob ich vom Vorpächter etwas übernehmen kann.
      Das ganze Thema "Anbau zur teilweisen Selbstversorgung" sieht komplexer aus, als es am Anfang den Anschein hatte.
      Witzig ist in dem Zusammenhang dass es eine Publikation aus dem Jahr 1924 (Bier) gibt, der sagt pro Person 125qm Fläche plus Obst.
      Bei einer Parzelle von im Durchschnitt 325 qm und dieser Drittelregelung kommt man da rechnerisch wieder hin.
      Unsere Altvorderen waren halt auch nicht doof.
      In meiner Stadt ist in Kleingarten Bienenhaltung auf Antrag erlaubt.
      Das nächste Thema ist dann die Haltbarmachunterricht der zu erwartenden Tonnen an Lebensmitteln.
      Dort stehen sicher 20 Apfelbäume die überhaupt nicht beerntet wurden, einige Zwetschgenbaume und sogar zwei Quitten.
      Jetzt weiß ich nicht, ob da wirklich so eine Fülle kommt oder ob die Leute nicht fähig oder Willens sind das abzuernten.
      Ist das wirklich so viel Arbeit da Saft daraus zu gewinnen?

      Kleingärtner hier? Kann jemand etwas zur Vergabe sagen und dazu ob es möglich ist soviel als möglich zu verwerten?
      Oder hat jemand einen Hinweis auf was ich achten muss?
      Das Thema mit den Mängeln ist mir bewusst.
      Danke Zagreus
    • Um Saft zu gewinnen würde ich mal nachschauen, ob es in deiner Nähe irgendwo eine
      Mosterei gibt.

      Saft aus 20 Bäumen zu gewinnen ist sonst wohl ein schwieriges unterfangen.
      Das dürften je nach Baumgröße dann ja auch mehrere PKW Anhänger voll sein.

      Eine Möglichkeit ein paar Äpfel zu verwerten, ist auf der Heizung, oder am Holzofen Dörrobst daraus zu machen.
      Gut geht es wenn man die Apfelscheiben dazu auf ein Spritzschutzsieb für eine Bratpfanne legt.
      Carpe "that fucking" diem!
    • Nordlich , da gab ich mich falsch ausgedrückt. In der ganzen Anlage sind mindestens 20 Bäume nicht geerntet. Die Anlage hat über 190 Parzellen.
      Bonzo mehr geht natürlich immer. Die Satzung und das Bundeskleingartengeset besagt nur mindestens ein Drittel.
      Gewächshaus ist verboten, Tomatenhaus einfacher Bauart erlaubt .
      Es wird wohl, wenn dann einen Dampfentsafter geben, der ist nicht teuer.
      Zum Dörren schwebt mir ein Solardörrer vor, so als erster Gehirnfurz.
    • Hallo,

      Das Problem mit selber anbauen ist, es kommt Unmengen auf ein mal.
      Wer einmal sich bei Zuccini verschätzt hat weiß was ich meine.
      Nach 4 Wochen täglichen Verzehr hängt das Zeug jeden noch so eingefleischten Vegetarier zum Halse raus.

      Gruß
      Gelobt sei der HERR, mein Fels,
      der meine Hände kämpfen lehrte
      und meine Fäuste, Krieg zu führen.
    • Servus,
      wir haben vor ca. 2 Wochen wieder Apfelsaft gemacht. Wir haben selber nichts, können aber sowohl Äpfel als auch die Ausrüstung von Bekannten bekommen, denen wir im Weinberg helfen.
      Dieses Jahr aber "leider" nur 80l, letztes Jahr haben wir gut 320l gemacht.
      Nach dem Sammeln werden die Äpfel geraspelt und dann in einer Hydropresse weiter verarbeitet (d.h. die ist per Schlauch an den Wasserhahn, bzw. bei uns an die Pumpe angeschlossen die ihr Wasser aus unserer Zisterne bekommt). Der Saft wird dann 2-3 h stehen gelassen, damit die Schwebestoffe Zeit haben abzusinken, dann wird der deutlich klarer. Dann erhitzt auf 80°C in Glühweinkesseln und in Bag-in-Box abgefüllt. Zeitaufwand ca. ein Tag Arbeit.
      So hält der Saft mehrere Jahre.
      Wenn ich bräuchte, würde ich mir aber ne Anlage als Paketpresse kaufen (da wird mit einem Wagenheber gepresst), Kosten ca. 2000€ incl. Obstmühle.
      Den Saft machen wir schon seit ca. 6 Jahren, d.h. ca 250l pro Jahr was locker 1.500€ Ersparnis sind. Dazu noch den Saft den wir Bekannten weiter verkaufen. Vor allem machen wir recht früh den Saft, d.h. der ist deutlich saurer und hat weniger Zucker als der Saft den man sonst so bekommt.
    • Lemmy schrieb:

      Kosten ca. 2000€ incl. Obstmühle.
      .. lasst doch einmal die Kirche im Dorf, erst mal muss Zagreus die Parzelle bekommen, dann muss Sie sich dort einrichten. Meist sind Parzellen die abgegben werden nicht im Top Zustand und man braucht realistisch sicher 2 Jahre bis da ein nennenswerter Ertrag geerntet werden kann (ich gehe mal davon aus das wenig Erfahrung auf dem Gebiet vorhanden ist). Es ist erst einmal viel Arbeit bis aufgeräumt, geplant und angelegt ist. Auch geht in der Anfangszeit noch viel schief (ruhig mal auf den ein oder anderen Parzellennachbarn hören).

      Wenn sich das alles eingespielt hat kann Zagreus mal mit den anderen Nachbarn über die Obstbäume sprechen (man glaubt gar nicht wer nicht alles in so einer Anlage plötzlich mit irgentwas nicht einverstanden ist).
    • Guten Morgen.

      Leider muss ich Landei zustimmen.

      So schön eine eigene Scholle ist, es gibt nix was spießiger und reglementierte ist, als so eine Gartenkolonie.
      Da must du dich erst mal einfügen und die "politischen" Ströme und Unterströhme erkennen.

      Gruß
      Gelobt sei der HERR, mein Fels,
      der meine Hände kämpfen lehrte
      und meine Fäuste, Krieg zu führen.
    • Vor der Ernte kommt erst einmal die Aussaat und davor die Vorarbeit.
      Das erste was Du brauchst ist einiges an Geld und viel Zeit.
      Es fängt mit der Ablöse an, geht über Vereinsbeitrag und evtl. Kautionen für Strom-und oder Wasseranschluss bis zum Erwerb von Werkzeugen und Maschinen.
      Wenn Du vom Vorpächter Gartengeräte in noch vernünftigem Zustand günstig übernehmen kannst, dann mach das.
      Dann kommt die Vereinssatzung zum tragen und bestimmt, was gepflanzt werden darf und was nicht.
      Damit das ganze nicht zu langweilig wird, bestimmt die Satzung auch gleich, wo welche Hecken und Sträucher als Sichtschutz und in welcher Höhe sein dürfen, das gilt auch für Zäune.
      Hierzu kommt noch die Teilnahme am Vereinsleben, sprich Mitgliederversammlungen, Vereinsfeste und das abarbeiten von Pflichtstunden in der Kolonie.
      Die Gestaltung des Gartens nach Deinen Wünschen wird auch einiges an Zeit und Geld verschlingen.
      So eine Kolonie hat aber auch Vorteile, besonders von den älteren Mitgliedern kann man sehr viel über das Gärtnern lernen und natürlich auch gut an Saatgut kommen.
      Ein Garten ist sehr Zeitintensiv, darum haben die Menschen mit viel Zeit die gepflegtesten Gärten. Bei den jüngeren und den mittlerweile zu alten sieht das meist etwas anders aus.
      Ich selber habe auch in einer Kolonie angefangen, bin aber heilfroh mittlerweile ein Vereinsloses Gartengrundstück mit Pachtvertrag auf Lebenszeit zu haben.
    • Landei schrieb:

      Lemmy schrieb:

      Kosten ca. 2000€ incl. Obstmühle.
      .. lasst doch einmal die Kirche im Dorf, erst mal muss Zagreus die Parzelle bekommen,
      naja, ich hätte ihm jetzt so viel Verstand zugestanden, dass er jetzt nicht gleich losgeht und sich die Hausmosterei zulegt bevor er den Rohstoff hat. :) Bei den Angaben ging es mir darum zu zeigen, dass sich damit langfristig auch Geld sparen lässt (wenn man seine Arbeitszeit nicht rechnet - klar).

      Darüber hinaus: Auch ohne eigene Parzelle: Hier bei uns im Kreis gibt es schon länger die Möglichkeit über eine Obstbaumbörse Obstbäume kostenlos abzuernten. Da macht die Zeitung bei uns massiv Werbung, Die Gemeinde ist da eingestiegen und bietet so was auch über ein Internetportal an (wir haben hier viel Obstwiesen).
      In einer Großstadt werden solche Angebote sicherlich spärlicher gesät sein. Aber dennoch: mit offenen Augen durch die Gegend laufen: Wenn in Eurer Nachbarschaft das Obst auf den Bäumen vergammelt, hilft auch mal nett nachfragen, oft sind die älteren Leute dankbar, weil sie selber nicht mehr ernten können wenn sich jemand anders dafür interessiert..

      Ach ja: wer von seinen Obstbäumen Ertrag will, sollte sich auch um einen vernünftigen Schnitt bemühen....
    • Vielen Dank für die Meinungen hier. Da ist wirklich einiges dabei das weiterhilft.
      Heute war Besichtigung.
      Wir waren der erste und zweite Vorstand und sechs Bewerber.
      Ein junges Paar, ein älteres, eine Familie mit einem Kind, eine mit drei Kindern und eine weiter Familie mit Kleinkind.
      Besichtigt wurden vier Gärten da waren aber nur drei Vorpächter da.
      Der erste Garten war geschätzt auf 3700€.
      Alter Baumbestand mit mehreren Sorten Äpfel, einer Winterbirne, eine besondere Zwetschgenart. Wein. Kleiner Teich. Ziemlich dunkel.
      Aber dunkel.
      Der zweite Garten wurde zum gleichen Preis geschätzt. Der Baumbestand kleiner aber auch mit Äpfeln und Zwetchge. Die Gemüsebeete viel sonniger.
      Ein idealer Garten für Kinder, der wird wohl auch an eine Familie mit Kind gehen. Auf den ersten Garten hat das ältere Paar Interesse angemeldet.
      Der dritte wurde geschätzt auf 1300€, nur Wiese und etwas Gemüsebeete. Aber sonnig, da hat das jüngere Paar Interesse daran.
      Der letzte ist der kleinste mit 280qm aber mit der größten Laube und Eckgrundstück mit Aussenhecke. Für mich nicht leistbar.
      Geschätzt wurde er auf 1700€.
      Die Atmosphäre war locker und entspannt.
      Auf Fragen gab's sachlich Auskunft.
      Bisher also kein Garten für mich. Möchte nicht soviel Geld ausgeben dafür. Also sind die ersten beiden eh rausgefallen. Der dritte wäre eventuell etwas gewesen. Die Beete hätte man auch noch vergrößern können.
      Es gibt einen weiteren Besichtigungstermin zu dem ich eingeladen werde.
      Jetzt weiß ich wenigstens wie das Verfahren abläuft. Die Gärten werden genau zu dem Schätzpreis angeboten. Der Schätzer kostet hier 60€. Jeweils die Hälfte bezahlt der alte und neue Pächter.
      Findet sich kein neuer Pächter kann der alte Pächter auch zu einem geringeren Preis verkaufen.
    • hi,
      meine Frau und ich haben unsere erste Kleingartensaison hinter uns. Daher Erfahrungen eines Anfängers:

      Was die Mengen angeht, kann man das ein wenig timen, indem man unterschiedliche Arten nimmt. Wir haben ne frühe Pflaume (so im Juli-August) und nen Augustapfel (zwischen August und ende September). Die Mirabelle wird zeitgleich mit der Pflaume und der Wein auch.
      Je nachdem was man auf dem Beet anbeut, kann das schon ne ganze menge auf einmal werden. Wir haben Kürbis, Gurken und Tomaten angebaut. Dazu Chilli und Paprika. Bis auf den Kürbis kam alles im Sommer (Juli - September).
      Daraus lernt man. Nächstes Jahr lieber was, was dann erst im Oktober kommt ins Gemüsebeet.
      Das Gemüse war so essbar (von der Menge her). Da kam nicht viel. Nur der Kürbis musste eingelagert werden, hält sich aber auch ne weile.
      Das Obst muss man natürlich verarbeiten. Allein der Pflaumenbaum hat ca. 10 Kilo getragen!
      Neben gleich essen bietet es sich an, Marmelade/Gelee zu machen. Das geht mit allen Beeren, den Pflaumen und der Mirabelle super. Die Äpfel werden bei uns zu Apfelmus. Dazu dann noch Kompott. Kann man alles ohne irgendwelche zusätzlichen Gerätschaften machen! Topf, Gläser, nen Trichter (sonst gibt es ne Sauerei) und nen Zauberstab zum pürieren.
      Einfrieren ist auch immer gut! Kommt auf den Platz an, den man hat.

      Saft kann man aus allen denen machen. Da ist ein Dampfentsafter der beste Weg. Hat den Vorteil, dass de Saft dabei auch gleichzeitig erhitzt wird. Direkt aus dem Entsafter in heiße Flaschen abfüllen und verschließen. Meine Schwiegermutti macht das seit 20 Jahren und der ist noch nie ein Saft schlecht geworden. Hält sich ca. 1,5 Jahre (wenn man keinen Fehler gemacht hat). So haben wir auch den Saft aus unseren Trauben geholt (zum essen zu viele Kerne auf zu wenig Obst).

      Was die Flächen angeht muss ich sagen, dass unser Garten der kleinste in der Kolonie ist (Ca. 110 qm). Macht aber, wenn man bebrufstätig ist, genug Arbeit. Wir müssen mindestens ebenfalls ein Drittel mit Obst und Gemüse bewirtschaften. Bei uns ist das aber so, dass die Wiese auf der der Pflaumenbaum steht zu 50% als Bewirtschaftet zählt, wegen des Pflaumenbaumes. So kommt man schnell auf sein Drittel. Denn wenn man die anderen Bäume, die Beeren und das Gemüsebeet reinrechnet kommt man auf nen Anbaufläche von bestimmt 50% des gesamten Gartens.