Regenkleidung (Das ewige Lied)

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    • Ich sehe in einem dichten Poncho den konkreten Vorteil ggü einer Jacke, daß man von unten und von allen Seiten einfacher Belüften kann, ohne den Regen reinzulassen.
      Ich kann darunter die Bekleidung anpassen, sprich eine Jacke aus- oder anziehen. In der Regenjacke kocht es mir insbesondere unter den Achseln viel zu sehr.
      Poncho schränkt halt die Gebrauchsfähigkeit der Arme nach aussen sehr stark ein.
    • Waldkauz schrieb:

      Ich sehe in einem dichten Poncho den konkreten Vorteil ggü einer Jacke, daß man von unten und von allen Seiten einfacher Belüften kann, ohne den Regen reinzulassen.
      Ein Poncho deckt aber auch mehr Körperfläche ab als eine Jacke. Was dazu führt das auch mehr Wärmestau entsteht als bei einer Jacke. Aber ich gebe dir recht das die Belüftung einfach ist (einfach mal hochheben).
      Poncho sollte meiner Meinung nach aber eh nur zusätzlich als schwerer Regenschutz zu einer Regenjacke und Regenhose verwendet werden.
      Kann natürlich auch solo seine Anwendung finden bringt aber auch Nachteile mit sich, in dem die Beine nicht geschützt sind.

      Waldkauz schrieb:

      Poncho schränkt halt die Gebrauchsfähigkeit der Arme nach aussen sehr stark ein.
      Wie kommst du drauf ?
      Wenn der Poncho in der Größe passend ist dann sollte eigentlich eine Bewegungsfreiheit gegeben sein.
      Ausnahme bilden Fahrradponchos die keine Durchtritt für die Ärmel haben.

      Letztlich sollte sich ein Regenschutz sowieso aus drei Stufen zusammensetzen:
      • Leichter Regenschutz (Regenjacke oder Schirm, ggf. Kombination)
      • Nässeschutz (Regenjacke und Regenhose)
      • Schwerer Nässeschutz (zusätzlich zu Jacke und Hose einen Poncho und entsprechende Gamaschen)
      So sollte sich auch die Ausrüstung im Rucksack entsprechend aufbauen.
      In der Planung sollte man berücksichtigen ob und wann man in welcher Situation stationär bzw. mobil unterwegs ist.
      Bester fall ist natürlich ein Gore Tex 3lagen Laminat Nässeschutz wie wir ihn bereits besprochen haben.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Meine Erfahrungen von langen (bis zu 3 Wochen) Wander- und Trekkingtouren lassen sich wie folgt zusammenfassen:
      • Poncho: billig, Rucksack kann mit drunter, schnell anzuziehen, gut bei kurzem Nieselregen, sehr windanfällig (in den Higlands fast weggeflogen mit dem Ding), man schwitzt auch gut drunter, Beine ungeschützt.
      • Regenjacke und -hose (Goretex oder ähnliches): teuer, Rucksack braucht Extra-Schutz und am Rückenteil wird er immer nass, Anziehen mit Rucksack absetzen, man schwitzt bei längerem oder starken Regen drunter.
      • Schirm: habe ich erst drüber gelacht - wie falsch. Wenns nicht windig ist, zum Wandern ideal. Billig (Normalmodelle), immer zur Hand, schützt Rucksack angemessen mit, Riesenvorteil: man schwitzt nicht, selbst wenn ärger kommt: Regenjacke und -Hose plus Schirm - man schwitzt weniger wegen entfallender Kapuze. Bei Wind unbrauchbar.
      • Gamaschen (Erfahrungen nur ohne xy-Tex): Man schwitzt, dadurch werden sogar die Schuhe von innen nass. Eher bei Schnee geeignet. Wenn man in richtigem Matsch-/Sumpfland unterwegs ist, sind Wandergummistiefel besser. Die Norweger wandern im Fjäll viel damit. Früher von Nokia (sic!) hergestellt.
      Die von Südprepper gennaten drei Stufen kann ich absolut unterschreiben.
    • Südprepper schrieb:

      Wenn der Poncho in der Größe passend ist dann sollte eigentlich eine Bewegungsfreiheit gegeben sein.
      Ausnahme bilden Fahrradponchos die keine Durchtritt für die Ärmel haben.

      Sorry,

      ich ging beim Begriff Poncho nicht von einer Version mit Armdurchgriff aus.

      Meine Erfahrungen beziehen sich auf eine extra lange Lodenkotze bei der Jagd.
      Das Ding wurde vor 40 Jahren aus Tiroler Hochzeitsloden (Stoff doppelt so dick) maßgeschneidert.
      Das Teil ist grundsätzlich sehr leicht, aber natürlich voluminös.
      Hält Regen sehr lange aus und wärmt, wenn der Loden allerdings vollgesaugt ist, ist Ende der Fahnenstange.

      Daher habe ich mir zusätzlich einen grünen Regenponcho (Material ist etwas beweglicher als Frisennerz, aber genauso dicht) besorgt. Unter dem Teil kannst Du die Arme einfach nicht so bewegen, wie unter einer Lodenkotze.
      Endergebnis war, daß ich bei Regen lieber unter der Lodenkotze eine dicht Lodenjagdjacke, je nach Jahreszeit eine dicke oder dünne, getragen habe. Und der Gummipanzer mit Saunaeffekt im Schrank geblieben ist.

      Gamaschen für extremen Regen und auch im Schnee sollte man dabei haben, da sind wir uns einig.

      Ich habe für mich festgestellt, daß ich unter den modernen Materialien deutlich stärker schwitze, deshalb bleib ich bei dem althergebrachten.

      Steeler-TH schrieb:

      Meine Erfahrungen von langen (bis zu 3 Wochen) Wander- und Trekkingtouren lassen sich wie folgt zusammenfassen:
      • Poncho: billig, Rucksack kann mit drunter, schnell anzuziehen, gut bei kurzem Nieselregen, sehr windanfällig (in den Higlands fast weggeflogen mit dem Ding), man schwitzt auch gut drunter, Beine ungeschützt.

      Servus Steeler-TH,

      ein billiger Poncho liefert Dir zwangsläufig genau die geschilderten Ergebnisse.
      Das Material hält häufig auf Dauer nicht das, was die Werbung verspricht.
      Gute Klamotten halten auch so einen kurzen Nieselregen aus, also kannst Du Dir den Poncho gleich sparen.

      Gruß
      Waldkauz
    • Waldkauz schrieb:

      ein billiger Poncho liefert Dir zwangsläufig genau die geschilderten Ergebnisse.
      Das Material hält häufig auf Dauer nicht das, was die Werbung verspricht.
      Extrem günstige Ponchos aus Folie beispielsweise halten definitiv nix aus. Das verhält sich bei Tarps genau so.
      Es kommt definitiv als erstes auf das Material und sekundär auf die Verarbeitung an.

      Wir hatten mal auf dem Forentreffen, nachts ein Gewitter mit einem entsprechenden Starkniederschlag und einer der Foris ist bildlich gesprochen,
      abgesoffen. Das Tarp war einfach gerissen und so verhält es sich im Umkehrschluss dann auch mit einem Poncho aus dem gleichen Material.

      Billiges Material wie z.B. PP Folie o.ä. sind Notlösungen um mal 2 Minuten über die Straße zu springen bis man im trockenen ist. Allerdings
      Outddor würde ich immer auf gescheiten Regen-/Nässeschutz setzen.

      Waldkauz schrieb:

      Ich habe für mich festgestellt, daß ich unter den modernen Materialien deutlich stärker schwitze, deshalb bleib ich bei dem althergebrachten.
      Das mit dem schwitzen ist halt ein allgemeines Problem bei Regenschutzkleidung.
      Ich habe festgestellt das wenn die Regenkleidung Atmungsaktiv ist, das auch die Hose drunter atmungsaktiv sein muss um nicht hinterher vom schwitzen nass zu sein.
      Also Jeans und atmungsaktive Regenhose wird im Kombi nicht funktionieren.

      Aber jeder hat da seine persönlichen Präferenzen die natürlich stark auch vom Geldbeutel abhängen.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Waldkauz schrieb:

      Bei meinen vor Jahren viel im Aussendienst getragenen leichten Regenjacken hat die Imprägnierung an den Nähten am schnellsten aufgegeben.
      Nachimprägnierungen durch Spray oder sogar professionell in der Reinigung hielten nicht lange.
      Ja, bei leichten Regenjacken bzw. billigen Regenjacken sind die Nähte meist nur imprägniert. Je besser die Jacke ist desto mehr Features kommen hinzu die an den Nahtstellen für Abdichtung sorgen. Von verklebt bis hin zu verschweißt.

      Da gilt halt wiederum der Grundsatz, wer billig kauft, kauft zweimal.
      Wobei es auch auf den verwendeten Stoff ankommt. Gerade Nässeschutzkleidung aus dem Offshore Segment bietet meist ein gutes Preis-/Leistungsspektrum und hält von außen her trocken. Problematisch bei diesem Material ist halt hier die fehlende Atmungsaktivität. Da hier überwiegend PU oder PVC beschichtetes Nylongewebe/Polyestergewebe zum Einsatz kommt, bis hin zu reinen PU Kleidungsstücken.

      Und auch hier wieder.... Es geht nix rein, aber auch nix raus :D
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Südprepper schrieb:

      Und auch hier wieder.... Es geht nix rein, aber auch nix raus :D
      Und aus dem Grund hasse ich die engen Ärmel- und Achselschnitte und liebe weite und luftige Schnitte. "Miami Vice"-Stiles waren einfach die bequemsten Klamotten, die ich je erlebt habe, Jagdjacken ausgenommen.
      Wenn in den Ärmeln und Achseln genügend Platz und Luft ist, schwitzt man etwas weniger und der Mief wird auch besser abtransportiert...
    • Mit wurde mal der Poncho hier empfohlen, Exped Pack Poncho UL:

      bergzeit.de/exped-pack-poncho-green-m/

      Kostete vor kurzem noch 120€, ist nun bei 145. Bei den Preisentwicklungen ist scheinbar zur Zeit nach oben alles offen...

      Leider bin ich zu geizig auszuprobieren ob das eine sinnvolle Option ist statt eines Regenanzuges, neugierig wäre ich aber sehr, da ich so garnicht auf Hose und Jacke stehe :wacko:

      Grüße
    • Waldkauz schrieb:

      Wenn in den Ärmeln und Achseln genügend Platz und Luft ist, schwitzt man etwas weniger und der Mief wird auch besser abtransportiert...
      Adäquate Größe und Passform ist wie bei allen Klamotten wichtig.
      Grundsätzlich bin auch auch der Meinung das zu eng anliegende Kleidung (insbesondere hier Regenkleidung) eher nachteilig zu bewerten ist.
      Zum einen wegen fehlender Zirkulation und zum anderen wegen der Schweißbildung.

      Bei atmungsaktiven Klamotten kann die Feuchtigkeit ja nur abtransportiert werden, wenn die Feuchtigkeit in der Jacke verdunsten kann und die Außentemperatur
      niedriger ist wie in der Kleidung.
      Wenn allerdings die Klamotten zu eng anliegen kann auch keine Verdunstungsfeuchte mehr entstehen und die Körpertemperatur steigt entsprechend an.

      MrHydeAndMe schrieb:

      Mit wurde mal der Poncho hier empfohlen, Exped Pack Poncho UL:

      bergzeit.de/exped-pack-poncho-green-m/

      Kostete vor kurzem noch 120€, ist nun bei 145. Bei den Preisentwicklungen ist scheinbar zur Zeit nach oben alles offen...
      Nun.... 145 Euronen für einen Poncho würde ich beim besten Willen nicht ausgeben.
      Zumal der Hersteller als Hauptgewebe Polyamid mit einer PU Membran angibt und der Poncho darüber hinaus noch durchsichtig ist,

      Im Ultraleichtsegment dürfte das Teil seine Berechtigung haben mit 245g. Aber für den Bereich Krisenvorsorge würde ich das jetzt als eher ungeeignet einstufen.
      Geringe Belastbarkeit des Materials bei Verwendung günstigster Materialen in Kombination mit einem hohen Preis.
      Das ist eine zeitnahe Fustration aufgrund möglicher Beschädigungen vorprogramiert.

      Markenhersteller hin oder her.

      Im Vergleich:

      Ich habe den Tatonka (ziviler Arm von TT) Poncho 3.
      Tatonka Poncho 3 (XL-XXL) - Regenponcho - naturzeit

      Der besteht aus dem gleichen Material, wiegt aber knapp 150g mehr als der. o.g. Poncho, kostet aber nur ein drittel des Ganzen.
      Ich hatte den jetzt schon mehrfach in Gebrauch und er tut was er soll.

      20220115_181118.jpg

      Es ist halt die Frage auch hier was man möchte, will man UL unterwegs sein, oder auch hohe Materialbelastungen aushalten ohne das gleich alle kaputt geht. Ich denke hier muss
      man unterscheiden zwischen normalem Witterungsschutz bei Outdoor Aktivitäten und Krisen-/Katastrophenszenarien.
      Bei letzterem treten halt unter Umständen Materialbelastungen auf die unter Normalumständen eher unwahrscheinlich sind und das sollte man mit berücksichtigen.#

      Am robustesten ist und bleibt natürlich der BW Poncho, aber den habe selbst ich aus Gewichtsgründen aus dem Rucksack verbannt. Mit 1,2 Kg ist der zwar fast unkaputtbar aber auch ein nicht zu unterschätzender Gewichtsfaktor. Daher liebäugel ich ja so mit GoreTex 3 Lagen Laminat, das beide Eigenschaften recht gut abdeckt.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
    • Definitiv @Südprepper, da bin ich voll bei dir.
      Es kommt natürlich wie immer auf den Einsatzzweck an, wie ist das Preis-/Leistungsverhältnis, was erwarte ich, was brauche ich überhaupt.

      Der Vorschlag kam aus dem UL-Bereich und bezog sich auf meinen Bob, es kommt halt auch immer drauf an WER dir etwas rät.

      Die Materialien lassen sich meiner Meinung nach nicht vergleichen, das T-Cover Tex von Tasmaniantiger hat ganz bestimmt seine Daseinsberechtigung und ist an dieser Stelle perfekt eingesetzt.

      Zu dem Preis von dem Exped Poncho folgende Überlegung. Es handelt sich um 15D Ripstop Nylon mit Silikonbeschichtung. Aus dem Material sind auch sehr robuste Tarps und Zelte hergestellt. Und für ein Tarp in der Qualität zahlst du auch schonmal 150-200€. Aus der Perspektive ist der Preis dann schon wieder relativiert.

      Wobei ich ihn immernoch nicht zahlen würde, auch oder weil ich gerade mit einem Tarp für 200€ liebäugle :D ;)

      Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MrHydeAndMe ()

    • MrHydeAndMe schrieb:

      Der Vorschlag kam aus dem UL-Bereich und bezog sich auf meinen Bob, es kommt halt auch immer drauf an WER dir etwas rät.
      Ja das ist richtig...
      Leichtes Material im BOB/INCH ist wichtig, das wird man spätestens beim tragen zu schätzen wissen.
      Erfahrungsgemäß habe ich aber festgestellt, das ich über die Jahre immer schwerere Ausrüstung in meinen INCH gepackt habe, da die leichten Sachen entweder schnell kaputt gingen
      oder einfach nicht brauchbar waren. Insbesondere Regenkleidung ist hier ein hin und her bei mir.
      Von extrem leicht, hin zum BW Poncho, bis jetzt zur Mittellösung. Daher bin ich ja so dahinter her, ne Gore Tex 3lagen Laminat in der passenden Größe zu finden.

      Bei Regenschutz ist halt alles drin, von 50g bis hin zu 2 kg.

      Letztlich ist es wie der Titel des Themas schon sagt, ein ewiges Lied.....
      Zusammenfassend kann man sagen das Regenkleidung folgende Eigenschaften aufweisen sollte in Kombination:
      • Hohe Wassersäule
      • Hohe Atmungsaktivität
      • Abdeckung aller Körperstellen im Idealfall (Jacke/Hose)
      • Robustes Material
      • Gute Passform
      • Gedeckte Farbe (wenn man nicht als Verkehrsleitkegel durchgehen möchte :D )
      Diese drei Faktoren in Kombination decken halt nicht viele der auf dem Markt verfügbaren Regenschutzbekleidungen ab.
      Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)