Strategien bei Plünderungen und Anarchie

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  • Strategien bei Plünderungen und Anarchie

    Ich hab mir überlegt: Wie sicher bin ich vor Plünderungen, wenn ich mit ner 4-köpfigen Familie bei einem dicken globalen Blackout mit nem Wohnmobil und Vorräten irgendwo auf's Land fahre? Man sagt ja immer, in Ballungsräumen ist die Kriminalität besonders hoch und in weniger dicht besiedelten Gebieten ist man sicherer. Aber warum ist das eigentlich so? Einfach nur weil da die Leute im Durchschnitt größere Vorräte haben und es länger dauert, bis geplündert wird? Oder weil die Plünderer gerne in Städte gehen, weil es da am meisten zu holen gibt? Müssten die Plünderungen nicht irgendwann auch weiter draußen genauso anfangen?

    Und: Was glaubt ihr, wie laufen so Plünderungen ab? Wird einfach nur alles mitgenommen, was zu finden ist? Oder wird der Plünderer mich vielleicht noch erpressen und mich versuchen, dazu zu bringen, etwaige Verstecke aufzudecken oder ihn sogar zu Freunden zu bringen, wo es noch was zu holen gibt? Davor habe ich große Angst. Ich weiß nicht, was ich dann tun würde. Und ich weiß auch nicht, ob man sich auf eine solche Situation wirklich vorbereiten kann. Ich glaube, wenn es so weit ist, handelt man wahrscheinlich komplett im Affekt. Oder was meint ihr? Ein Gedanke von mir wäre nämlich noch gewesen, Vorräte unter Freunden aufzuteilen und wenn einer geplündert wird, geht man dann zu den Freunden.

    Und ich stelle es mir auch irgendwie so vor, dass die meisten Plünderer eigentlich gar keine so asozialen Menschen sind, sondern einfach selber ums Überleben kämpfen. Und mich dann vielleicht nicht komplett ausbluten lassen, sondern mir noch einen Rest übrig lassen. Was meint ihr, ist das zu naiv?

    Herzliche Grüße!
  • Moin Tiotic,

    Tiotic schrieb:

    Man sagt ja immer, in Ballungsräumen ist die Kriminalität besonders hoch und in weniger dicht besiedelten Gebieten ist man sicherer. Aber warum ist das eigentlich so
    Ich glaube das liegt daran das die Menschen auf dem Land gewohnt sich gegenseitig zu Helfen und sich auch kennen.
    Landwirte helfen sich mindestens bei der Ernte Gegenseitig, meistens aber auch mit anderen Arbeiten und/ oder Leihgaben. Was der eine nicht kann
    oder hat kann oder hat der andere.
    Auf dem Land funktioniert die „Gemeinschaft“ noch und das Teilweise über mehrere Höfe.

    In der Stadt wohnt man in einem 20 Parteien Haus und nicht selten kennt man niemanden in diesem Haus.
    Auch erlebe ich immer häufiger das „Städter“ keine Vorräte anlegen da man auf dem Weg von der Arbeit nach Hause ja eh an einem Supermarkt vorbei kommt.
    Auf dem Land ist ehr noch der Wocheneinkauf + Vorrat an der Tagesordnung.

    Tiotic schrieb:

    Und: Was glaubt ihr, wie laufen so Plünderungen ab?
    Wenn Menschen Hunger und/oder Todesangst haben glaube ich das die Plünderungen hässlich werden und etwaige Plünderer die vielleicht schon die Erfahrung gemacht haben das Plündern funktioniert werden alles nehmen was Sie kriegen können, versuchen zu erfahren wo es mehr gibt und dann mögliche „Fressfeinde“ eliminieren

    Hört sich hart an, aber ich glaube da fest dran, im Endeffekt machen das wilde Tiere in freier Natur auch so. Konkurrenz wird nicht geduldet.
    Und ich glaube fest daran das der liebste und pazifistische Mensch im Kampf ums überleben eine Bestie wird.
    Frei nach John Rambo: „If pushed, killing is as easy as breathing”.

    Das einzige was meiner Meinung da hilft ist sich zu wehren und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, ohne zu zögern und ohne Gefangene zu machen.

    Hört sich hart an und ist auch so, aber meiner Meinung nach nötig.
    Ich werde den Kampf nicht anfangen, habe aber vor diesen schnell und endgültig zu beenden.
    Und ich persönlich habe mich damit auch schon abgefunden.


    Wie gesagt ist das oben meine Meinung.
    Was dann letztendlich passieren wird wenn es soweit ist kann ich nicht vorhersagen, meine Kristallkugel ist gerade in der Werkstatt.

    Nochwas:
    Mit dem WoMo aufs Land fahren setzt voraus das die Straßen frei sind und man dich in der Ländlichen Gemeinschaft überhaupt duldet.
    Die Höfe bilden bereits eine Gemeinschaft und werden das was Sie haben verteidigen.
    Im, für dich, günstigsten Fall heißt das WoMo gegen Trecker…
    German Viking

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von GermanViking () aus folgendem Grund: Rechtschreibfehler korigiert

  • Google mal Overrather Kartoffelkrieg.
    Sehr aufschlussreich.

    Das waren auch keine Assis die da in Zügen zum plündern angekommen sind. Aber mal im Ernst, wenn meine Familie im Sterben liegt vor Hunger und dann fährt da ein mobiler "Supermarkt" vorbei, ich würde keine Grenzen kennen. Das dir einer was übrig lässt? Eher nicht...
    3 warme Mahlzeiten trennen die Demokratie von der Anarchie. Also ist nach 3 Tagen alles möglich und legitim was den Hunger stillt.

    Wirksamer Schutz?
    Duck and Cover... Was nicht gesehen wird wird nicht geplündert, oder eine größere Gruppe gründen.
    Die Idee mit den Freunden alles aufzuteilen ist gut, aber sinnvoller wäre da wohl eine Wagenburg mit allen zusammen.
    Ein einzelnes Wohnmobil räumt man schnell aus. Bei einem Verband von 10 hat einer alleine keine Chance, dass lass überlegt der sich zweimal.

    Zusammenhalt und Zusammentun mit anderen ist bei längerem Blackout die einzige Variante zu abtauchen und aussitzen.
  • Man muss verschiedene Phasen unterscheiden. Die ersten Plünderungen und Plünderungen nach ein paar Wochen. Nach ein paar Wochen werden die Leute Lebensmittel suchen und das überall wo noch welche sind und das sind dann wahrscheinlich Bauernhöfe und Produktionsanlagen.

    Die ersten Plünderungen werden aber so ablaufen wie die, welche man aktuell auf youtube sieht (Südafrika oder BLM Riots). Die Leute plündern nicht erst wenn sie hunger haben. Der Wegfall der Ordnung in Städten führt sehr schnell in ein paar Stunden zu Plünderungen von Wertgegenständen, Klamotten, Unterhaltungselektronik, Zigaretten, Alkohol .... Am Anfang sind Lebensmittel noch uninteressant weil jeder welche hat.
    Plünderungen betreffen zuerst Geschäfte. Plünderungen bei Privatleuten sind selten, weil niemand weiß wo was zu holen ist.

    Wenn die normalem Leute darüber nachdenken Lebensmittel zu plündern sind die Geschäfte wahrscheinlich eh schon leer oder zerstört, dann ändert sich der Fokus.

    Auf dem Land gibt es zum einen weniger Leute, und die Leute sind meistens weniger aktionfreudig (alte Leute, Familien mit Kindern). Außerdem haben die Leute auf dem Land mehr Vorräte.

    Meiner Meinung nach gibt es gegen Plünderungen von Privathaushalten zwei Strategien.
    Zuerst muss man so aussehen wie alle anderen, damit man kein Ziel wird.
    Wenn man trotzdem ein Ziel geworden ist, muss man hart aussehen, damit das Risiko nicht die Beute wert ist.

    Nicht alle Vorräte an einem Ort zu haben ist auch sinnvoll, eine kleine Menge die leicht gefunden und mitgenommen werden kann der Rest verborgen.
  • Ich zitiere dazu mal Torfrock mit dem Lied die Wickinger.

    Im Jahre des Herrn Anno 907
    Fiel in Haithabu die Ernte aus
    Und wenn die WIkingers Hunger schieben
    Warten Sie nich auf den Nikolaus
    Wird man zuhause nich mehr satt
    Denn guckt man wat der Nachbar hat.

    Sie ruderten bis in die Elbe-Gegend
    Vor Hamburg mit sein Häusermeer
    Rollo rief "Ich verschon hier jeden
    Gebt bloß eure Kohle her"
    Kommt Ihr auch mit Met noch rüber,
    Gibt dat auch kein Nasenstüber.

    Doch Hamurch hat sich renitent
    An Rollo und sein Herr gewandt:
    "Macht doch selber Kohle, wenn Ihr könnt,
    Oder geht zum Arbeitsamt"
    Da warn sie nicht zu halten mehr,
    In Hamburg stand kein Balken mehr....


    Ich denke auch, dass Supermärkte als erstes dran sind noch bevor der Hunger kommt, dann kommen die Nachbarn und dann kommen die Städter aufs Land.

    Dagegen hilft ein guter Eigenschutz, die Vorräte auf mehrere Lager aufzuteilen, unauffällig sein.
    Irgendwo hier im Forum gibt es einen recht interessanten Bericht aus dem Jugoslawien Krieg, in dem beschrieben wird, wie sich Straßenzüge zu Schutzgemeinschaften zusammenschließen.

    Produktionsstätten werden meiner Meinung nach im Anfangsstadium viele noch nicht auf dem Zettel haben.
    Bei uns in der Nähe wäre zum Beispiel eine Firma, die Hochprotein Produkte für Sportler herstellt, eine Firma die Lebensmittel trocknet oder eine Müslibude.
    Da könnten LKW weise Haferflocken, Nüsse und Müsliriegel abgefahren werden.
    Carpe "that fucking" diem!
  • Als erstes werden wohl wir in den Supermätkten stehen, sofern es denen Möglich ist Barverkauf zu machen oder es auf den Deckel schreiben lassen.
    Evtl. auch die, die z.b. alle Zigaretten leer kaufen um Später was zum teuer Verkaufen zu haben.
    An Tag 2 wird die Restbevölkerung mit dem letzten Baren versuchen was zu ergattern. Aber hier würde ich spätestens damit rechnen, dass mit vollen Einkaufswägen ohne zu zahlen alles rausgerollert wird, was in den Kofferraum passt.

    Ich wohne in einer kleinen Stadt direkt zwischen 2 Kreisstädten. Hier wird zu 80% mit Karte, dem Handy, der Smartwatch gezahlt. Viele haben nichtmal mehr Bargeld dabei. Also wird die Plünderschwelle ziemlich niedrig sein (da auch die Geldautomaten schweigen). Siehe April 2020 #Klopapier.

    Ich wäre ab Tag 1 Vorsichtig beim AUSLADEN des Autos mit den Einkäufen. Kofferraum ist offen, man sieht was drin ist, du bist nicht dauerhaft am Auto, etc...
    Einbrechen um an deine Vorräte zu kommen werden wahrscheinlich nur die, die Wissen dass du was hast oder gesehen haben, dass du viele Lebensmittel ausgeladen hast. Mit fortschreitender Zeit und steigender Verzweiflung steigt aber natürlich die Chance, eim "Zufallsopfer" zu werden. Hier Gilt wie oben: So Aussehen, dass denen das Risiko bei dir zu Groß ist. Z.B. im der Gruppe.
  • Ich lese oberhalb die tpyische 'Prepper-Doktrin' raus. Eine Bekannte lebt seit ca. 20 Jahren in New York und arbeitet als Lehrerin in einem Stadtviertel wo die weniger privilgierte Bevölkerung wohnt. Bei den Lock-Down Maßnahmen 2019 kam es dort z.B. zu Plünderungen, Schaufenster wurden eingeschlagen. Allerdings nicht weil es keine Lebensmittel gegeben hätte (die Versorgung war immer gewährleistet), sondern weil zahlreiche Einwohner unmittelbar ihre Arbeit verloren hatten und das Sozialsystem nur für jene greift die sich dieses leisten können! Auch wenn die Prepperszene 'von drüben' bei vielen Themen als Maßstab herangezogen wird sollten wir keinesfalls den Fehler machen und die Gegebenheiten aus den USA auf den deutschsprachigen Raum 1:1 umlegen, denn hier in Mitteleuropa läuft so einiges anders d.h. besser ...

    Die bisherigen Beiträge beziehen sich hauptsächlich auf Lebensmittel, was aus Preppersichtweise natürlich ensprechende Prio im Blackoutfall hat. Denke dass in diesem Szenario zuerst jene Elemente mit entsprechender krimineller Energie aktiv werden und frei nach dem Motto 'Gelegenheit macht Diebe' Ladengeschäfte ausräumen wo sie Sachen stehlen welche man anschließend leicht und mit viel Provit vertickern kann, wie z.B. Schmuck, Uhren, Smartphones, Designerklamotten, usw.

    Was Lebensmittel betrifft: Hier in AT darf z.B. Kühlware nicht mehr verkauft werden wenn die Kühlung mehr als 7h(?) unterbrochen war. Wir kennen ja alle das 'Containern' und findige Mitbürger werden da sicherlich an Supermärkten warten bis die Sachen rausfliegen - muss ja nicht heissen das die entsorgte Ware da schon ungenießbar ist! Je nach dem wie gut das Katastrophenmanagement in den Kommunen ist, so manche Bürgermeister wären gut beraten die Lebensmittelverteilung aus den Supermärkten per Dekret zu organisieren. Die Befugnis als Katastropheninstanz Nr. 1 hätten sie sicherlich hierzu und dies würde Plünderungen vorbeugen. Zudem wird sich rasch eine Schattenwirtschaft etablieren, d.h. die Leute organisieren sich privat. Mein Großvater hat nach WKII im großen Stil Fleisch u. Lebensmittel in eine Großstadt geschmuggelt obwohl Schlachtungen damals strikt verboten waren und der Viehbestand bei den Bauern auch regelmäßig von der Besatzungsbehörde kontrolliert wurde. Gekühlt wurde das Frischfleisch im Schnee, bewacht von Nachbarn damit sich da die Füchse und Hunde nicht bedienen ...

    Im Umland der Städte landwirtschaftl. Betriebe nach Lebensmitteln abzugrasen macht aus meiner Sicht kaum Sinn. Im 20km Umkreis meiner Stadt hat es z.B. keine 5 Betriebe die Schweine mästen, Milchviehhaltung sowieso nicht. Die Getreide- und Gemüsebauern liefern alles direkt vom Feld in Lagersilos oder zu den Lägern der Verarbeitungsbetriebe. Bei den Bauern ist also so gut wie nix zwischengelagert, die kaufen ja selbst Lebensmittel in den Supermärkten! Würde also mehr Sinn machen die Lagerhäuser aufzusuchen, event. wird ja da was abverkauft gegen Bares? Was Sinn macht wäre das System Arbeit gegen Lebensmittel: Also in Milchviehbetrieben beim Melken helfen um dann mit Milch bezahlt zu werden, Felder bewachen und dann einen Teil der Ernte als Entlohnung, usw. A propos plündernde Bande die übers Land ziehen, womit so mancher Hollywoodfilm glänzt: Am Land hat es auch zahlreiche Jäger mit großkalibrigen Waffen und so ein Plünderer ist auch noch in 250m Entfernung mit gehöriger Portion Wut über Diebstahl ratz-fatz 'gesniped'! Muss ja nicht tödlich getroffen werden, angeschossen kommt er auch nicht wirklich weiter ...

    Was meine Stadtwohnung angeht würde ich mich klar mit Nachbarn zusammen tun. Als Gruppe ist man wesentlich besser geschützt als eine einzelne Person/ Kleinfamilie für sich. Zudem hat ja jeder so seine Stärken und kann so allfällige Schwächen kompensieren. Was viele vergessen mögen: Jede Krise od. Katastrophenfall hat mal ein Ende und dannach wird sicherlich mit Plünderern scharf abgerechnet, da hab ich absolut keine Bedenken!
  • Vielen Dank für eure Antworten! Hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt. Ich denke, mit der Zeit wird es wahrscheinlich wirklich irgendwann so, wie GermanViking sagt. Aber ich gehe jetzt mal vom Blackout-Szenario aus, worauf ich mich explizit vorbereite. In den ersten 1-2 Wochen werden denke ich auch viele noch darauf hoffen, dass jederzeit der Strom zurückkommt. Und selbst wenn nicht, ist vermutlich bei einigen Menschen, gerade in ländlicheren Gegenden, die Hemmschwelle noch da. Also sollte man wohl wirklich das ganze in Phasen betrachten, wie Gene sagt.

    Jetzt ist es inzwischen so, dass meine Familie sich nicht überreden lässt, bei meinen Plänen mitzuspielen. Die vertrauen darauf, dass ein Blackout nicht so lange anhalten würde und sie mit unseren Nachbarn friedlich auskommen werden.

    Und ich hab jetzt verschiedene Optionen, die eventuell für mich eine Zuflucht sein könnten. Im Idealfall komme ich bei einem Kumpel in einer sehr ländlichen Gegend in Hessen unter und kann dann da bis zum Eintreten des Szenarios entsprechende Vorkehrungen treffen.

    Ansonsten wäre eine Frage, die sich mir als nächstes stellt: Ist es besser, irgendwo in nem größeren Dorf mit lauter 1-Familien-Häusern unauffällig unterzutauchen, oder mich direkt mit Bauern zu verbünden? Ich stelle mir das so vor, dass es im Laufe eines solchen Szenarios immer mehr zur Bildung von Clans kommt. Und man dann immer mehr auf eine Art Festung angewiesen ist. Also dass man bei mehreren Monaten wirklich in einer eng verbündeten Community leben muss, die sich auch ernsthaft gegen Fremde wehrt. Weil sonst irgendwann jedes 1-Familien-Haus geplündert worden ist.

    Auf der anderen Seite werden vielleicht Bauernhöfe schon relativ früh das Opfer von Plünderungen und dann riskiert man in blutigen Auseinandersetzungen unnötig sein Leben. Was meint ihr?

    Und noch so ein Gedanke: So wie ich mir das vorstelle, ist man auf einem Bauernhof mit landwirtschaftlicher Fläche und ggf. großen Vorräten in einer ganz besonderen Situation. Weil man dann nämlich Hungernde nicht umbringen und somit gefährliche Konflikte riskieren muss, sondern sie als Arbeiter anstellen kann. Holz hacken, einen Zaun bauen, provisorische Waffen herstellen, etc. Denkt ihr das klappt so wie ich es mir vorstelle? Natürlich müsste man darauf achten, dass immer die Möglichkeit der Meuterei und Machtübernahme besteht.

    bugikraxn schrieb:

    Was Sinn macht wäre das System Arbeit gegen Lebensmittel: Also in Milchviehbetrieben beim Melken helfen um dann mit Milch bezahlt zu werden, Felder bewachen und dann einen Teil der Ernte als Entlohnung, usw. A propos plündernde Bande die übers Land ziehen, womit so mancher Hollywoodfilm glänzt: Am Land hat es auch zahlreiche Jäger mit großkalibrigen Waffen und so ein Plünderer ist auch noch in 250m Entfernung mit gehöriger Portion Wut über Diebstahl ratz-fatz 'gesniped'! Muss ja nicht tödlich getroffen werden, angeschossen kommt er auch nicht wirklich weiter ...
    Ach so ja du hast es mir ja eig grade bestätigt. Hab ich grade voll vergessen ^^'

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tiotic ()

  • Du wirst Dich im Falle einer Krise wohl erst mal nicht mit Bündnisgesuchen auf Gegenliebe stoßen, außer Du hast etwas, was die andere Seite gut gebrauchen kann. Wer z.B. Arzt ist und Ausrüstung hat, ist sicher gern gesehener Gast.
    Von daher lohnt sich eine blinde Flucht meiner Meinung nach nicht. Habe ich irgendwo ein Ferienhaus oder Garten, wo ich die Leute schon kenne oder zu Verwandschaft fahre, ist das auch okay.

    Generell sehe ich es auch so, dass die Zivilisationsdecke enorm gering ist. Klar kommt bei lokalen Krisen auch private Hilfe von außerhalb, aber wenn jeder seinen eigenen Hintern retten muss, sieht das anders aus. Deshalb muss sich jeder in seiner persönlichen Wohnsituation überlegen, wie weit man aus der Masse heraussticht, wie früh man mit Besuch zu rechnen hätte und was man dagegen vorbereitet.

    Die Supermärkte in meiner Gegend mit ihrer extrem knappen Lagerhaltung wären am ersten Tag ratzefatze leer. Egal ob noch Cash bezahlt oder dauerhaft geliehen, die Regale wären leer.
  • Bad_BONZO schrieb:

    vergesst aber nicht das jetzt schon immer mehr Agrargüter im grossen Massstab geklaut werden und die Bauern sauer sind

    hier Kaufbeuren OAL aktuell mindestens 2x gross Maisfelder in Nacht und Nebel Aktion abgeerntet...spurlos Weg...
    bei uns (Speckgürtel von Stuttgart) verschwinden auf wundersame Art und Weise die Früchte auf den Obstbäumen (wir haben viel Obstbaumwiesen).
  • RainbowWarrior schrieb:

    Du wirst Dich im Falle einer Krise wohl erst mal nicht mit Bündnisgesuchen auf Gegenliebe stoßen
    Ja ich glaub wenn man erst ankommt, wenn es soweit ist, hast du Recht. Mein Gedanke war eher, bereits im Vorfeld ein Bündnis zu schließen. Ich hab da Connections, wo sich dies unter Umständen einrichten ließe, wo ich Grund zur Annahme habe, dass ein Interesse an einem Bündnis bestünde
  • Tiotic schrieb:

    Bad_BONZO schrieb:

    vergesst aber nicht das jetzt schon immer mehr Agrargüter im grossen Massstab geklaut werden und die Bauern sauer sind

    hier Kaufbeuren OAL aktuell mindestens 2x gross Maisfelder in Nacht und Nebel Aktion abgeerntet...spurlos Weg...
    Da ist man dann vielleicht als Feldwächter gerne gesehen?
    dann musstest du schon gut bekannt sein..
    und es muss sich Für dich rentieren deine Haut zu Markte zu tragen

    die Betreiben riesengroß Aufwand und lassen sich von dir solo nicht in die Suppe spucken...
    Polizei und andere Verstärkung ist nicht zu erwarten ....dafür sind sie zu schnell.... in der Kriese wären die Erträge noch höher also der Anreiz viel höher..
  • Tiotic schrieb:

    Ist es besser, irgendwo in nem größeren Dorf mit lauter 1-Familien-Häusern unauffällig unterzutauchen, oder mich direkt mit Bauern zu verbünden?
    Meiner Meinung nach ist ein nach außen unauffälliges Einfamilienhaus die richtige Wahl wenn du nicht schon gute Verbindungen zu Landwirten hast.

    Hast du jetzt schon Verbindung zu einem Landwirt der dich kennt und dir ggf. zutraut ihm zu helfen kannst du da vermutlich helfen und bekommst dafür auch etwas als Gegenleistung.
    Arbeit für Kost und Logis. Aber stell dich drauf ein das es harte Arbeit ist und evtl. auch Arbeit mit Risiko ist wie Bad_BONZO schon geschrieben hat. Wenn du Nachts ein Feld bewachen musst dann musst du das bewachen und verteidigen und du kannst nicht unbedingt mit Verstärkung rechnen.

    Kennst du keinen Landwirt würde ich ein unauffälliges Einfamilienhaus vorschlagen. Eines von vielen (Security through obscurity) welches sich leicht verteidigen lässt.
    Wenn möglich kann man das von außen so aussehen lassen als wäre es schon geplündert worden und steht kurz vor dem Einsturz. Dafür muss man evtl. ein paar Räume richtung Straße "opfern".
    Dann darf man natürlich nicht im Garten über einem großen Feuer ein fettes Steak braten welches Kilometerweit nach leckerem Essen riecht.

    Sollte man doch entdeckt werden darf die Person welche dich entdeckt hat das niemanden mehr erzählen können
    Oder, wenn man z.B. von einer Gruppe entdeckt wird muss das Haus sehr schnell in eine furchteregende, gut verteigte Festung verwandelt werden können.

    Ein Haus hat in der Regel vier Seiten, je nachdem wo und wie es steht kann man das mit drei bis vier Personen effektiv verteitigen und eine ganze Gruppe Angreifer effektiv abwehren.
    Ist man erstmal aufgefallen wird das aber ein andauernder Verteidigungszustand.

    Bei einem Einfamilienhaus welches du verteidigen möchtest darfst du auch eine wirksame Brandbekämpfugn nicht vergessen!
    Irgendwann zieht irgendjemand den letzten Liter Sprit in einer Glasflasche mit einem Lappen im Verschluss aus der Tasche (Molotov-Cocktail)...
    Und fließendes Wasser gibt es dann nur noch in Bächen und Flüssen.

    Gene schrieb:

    Meiner Meinung nach gibt es gegen Plünderungen von Privathaushalten zwei Strategien.
    Zuerst muss man so aussehen wie alle anderen, damit man kein Ziel wird.
    Wenn man trotzdem ein Ziel geworden ist, muss man hart aussehen, damit das Risiko nicht die Beute wert ist.
    Ich würde überigens nicht damit rechnen das deine Nachbarn friedlich bleiben.
    Wenn das eine lokale Krise ist und von außen Hilfe zu erwarten ist dann vielelicht noch, und auch für ein oder zwei Wochen.
    Aber wenn nach zwei Tagen noch niemand zu sehen ist und es auch noch nichts in Richtung "Hilfe" passiert werden die Leute langsam nervös.
    Ich denke die Mitmenschen mit etwas krimineller Energie werden dann im ersten Schritt versuchen sich zu bereichern.
    Ein Familienvater der vielleicht kleine Kinder hat wird versuchen irgendwie an Lebensmittel zu kommen.
    Und spätestens nach einer Woche kippt die Stimmung so weit das alle Hunger haben und dann geht das meucheln los.
    German Viking
  • GermanViking schrieb:

    Ich würde überigens nicht damit rechnen das deine Nachbarn friedlich bleiben.<br style="background-color: rgb(249, 249, 249);">Wenn das eine lokale Krise ist und von außen Hilfe zu erwarten ist dann vielelicht noch, und auch für ein oder zwei Wochen.
    Aber wenn nach zwei Tagen noch niemand zu sehen ist und es auch noch nichts in Richtung "Hilfe" passiert werden die Leute langsam nervös.
    Ich denke die Mitmenschen mit etwas krimineller Energie werden dann im ersten Schritt versuchen sich zu bereichern.
    Ein Familienvater der vielleicht kleine Kinder hat wird versuchen irgendwie an Lebensmittel zu kommen.
    Und spätestens nach einer Woche kippt die Stimmung so weit das alle Hunger haben und dann geht das meucheln los.
    Meinst du echt, dass es so schnell geht? Was, wenn man sich untereinander kennt und jeder Vorräte für mehrere Wochen hat? Ich glaube, dann dauert es deutlich länger. Und vielleicht bildet man ja auch eine Gruppe, in der man sich gegenseitig unterstützt? Ich denke da an meinen Kumpel, bei dem ich vielleicht unter kommen kann. Das ist ein winziges Dorf umgeben von ganz viel Feld und Wald. Und die Leute kennen sich.

    Allerdings hat er keinen wirklichen Kontakt zu den dortigen Bauern. Zu Bauern in Brandenburg hätte ich eventuell schon Connections. Schwierige Entscheidung
  • Ich habe mir das mit dem Kartoffelkrieg nochmal durch den Kopf gehen lassen.

    Wenn die Städter auf das Land kommen um ein paar Steckrüben vom Feld zu klauen ist es das eine.
    Häuser sind allerdings eine ganz andere Liga.

    Ich wohne in einem Ort mit nicht ganz 5000 Einwohnern.
    Viele sind Jäger oder im Schützenverein.
    Alleine in unserem Straßenzug, also fast in Sichtweite meines Hauses fallen mir spontan drei Haushalte ein, die Waffen im Kaliber 22 besitzen, dazu Kommen mindestens neun Haushalte die großkalibrige Kurz und/oder Langwaffen besitzen.

    4 Haushalte hätten Zugriff auf die Waffenkammer des Schützenvereines.

    Und dann kommen noch viele Hunde dazu.
    Und damit sind auch Hunde gemeint und keine Fußhupen.

    Wenn die Straße sich halbwegs einig ist (wir haben in Friedenszeiten ein sehr gutes Verhältnis) klaut in der Kriese hier keiner eine Dose Ravioli aus dem Keller.
    Carpe "that fucking" diem!
  • Ob man bei einem Bauern wirklich eine Hilfe ist beim Melken bezweifle ich doch mal, die haben da ja nicht nur ein paar Kühe. Und was machen die dann mit 10000L Milch die sie nicht kühlen oder abtransportieren können? Einzeln an Leute in Flaschen verkaufen? Das zu organisieren ist ein Sicherheitsalbtraum.

    Wenn der Betrieb nicht ohnehin Notstrom hat, ist man wahrscheinlich am liebsten gesehen wenn man ein Zapfwellenaggregat mitbringt, aber wer hat das schon rumstehen.

    Aber von den ganzen Geschichten, wie Felder bewachen oder Arbeit gegen Nahrung halte ich eh nix.
    Das ist alles viel zu gefährlich in der ersten Zeit und abgesehen von Milch oder Fleisch, wächst Nahrung ja auch nicht über Nacht. Und Felder sind riesig, da braucht man Unmengen an Leuten um die zu bewachen und das in völlig ungeschütztem Gelände. Wenn du beim Bauern das Feld bewachst, wer bewacht dann dein Zuhause?

    Am ersten Tag bevor es Plünderungen gibt, würde ich noch versuchen so viele Lebensmittel wie möglich zu kaufen und dann würde ich schön zuhause bleiben und mich aus allem raushalten.
    Spätestens nach 2 Tagen sind alle Supermärkte komplett leer, bei einem deutschlandweiten Stromausfall.
    Hier gab es mal die Aufforderung kein Wasser aus der Leitung zu trinken, das hat keine 30 Minuten gedauert und es gab nirgendwo mehr Wasser zu kaufen.

    Plünderer sind auch nicht dumm, die gehen den Weg des geringsten Widerstandes, die werden sich keine Schusswechsel leisten, das ist irgendeine US Cowboy Phantasie.
    Das zeigen alle Plünderungen in den US / Afrika, wenn es Gegenwehr gibt, gibt es keine Plünderungen, die gehen einfach woanders plündern.
  • Also in dem Dorf wo ich aufgewachsen bin hat jeder 2te oder 3te Landwirt ein Aggregat und dort kommt es vergleichsweise häufig zu Stromausfällen (Wind- u. Schneebrüche, Blitzschäden oder sonstige techn. Defekte im Stromnetz, uvm.), diese Dinger werden auch gerne mal unter den Anwohnern d.h. auch Nicht-Landwirten verliehen. Man braucht aktuell nur einen Blick nach UK zu werfen wo in Ermangelung an LKW Fahrern die Milch entweder gar nicht oder nur unregelmäßig abgeholt wird. Die Kühe werden täglich gemolken, die Milch wird anschließend direkt in die Sickergrube zur Jauche gepumpt - also um die Entsorgung braucht man sich keinerlei Gedanken zu machen ...

    Ihr merkt schon dass ich selbst auf dem Land aufgewachsen bin und ja, die Gemeinschaft funktioniert dort wesentlich besser als im urbanen Bereich. Man unterstützt sich gegenseitig, was ganz besonders für Ausnahmefälle gilt! Klar gibt's auch dort den ein oder anderen Assi der sich nirgends beteiligt und allen ans Bein pinkelt - solche Leute haben aber auch im Krisenfall nicht viel von der restlichen Gemeinschaft zu erwarten. Man kennt sich halt und die sozialen Regeln gelten und funktionieren, egal ob Krise oder nicht! Jene die glauben sie könnten da einfach reinkrachen im Stile von Rambo oder einer Bande aus Mad Max um sich zu bedienen dürfen sich halt nicht wundern wenn sie selbst ordentlich aufgemischt werden! Hab da eher wenig Zweifel dass die Leute aus meinem früheren Dorf mit solchen Situationen nicht fertig werden könnten ... Was Anarchie betrifft: Ich schaue z.B. kein 'Walking Dead' - hilft vielleicht um die Sache entspannter zu betrachten ;)
  • Tiotic schrieb:

    Meinst du echt, dass es so schnell geht?
    Ja.

    Tiotic schrieb:

    Was, wenn man sich untereinander kennt und jeder Vorräte für mehrere Wochen hat? Ich glaube, dann dauert es deutlich länger. Und vielleicht bildet man ja auch eine Gruppe, in der man sich gegenseitig unterstützt? Ich denke da an meinen Kumpel, bei dem ich vielleicht unter kommen kann. Das ist ein winziges Dorf umgeben von ganz viel Feld und Wald. Und die Leute kennen sich.
    Möglich.
    Wenn man vorher eine Gruppe gebildet hat, man in einem kleine Dorf oder in einer ländlichen Gemeinschaft lebt wird man auch in Kriesenzeiten zusammenhalten.

    In Städten sieht das schon anders aus.
    Wie ich oben schonmal geschrieben habe:

    GermanViking schrieb:

    In der Stadt wohnt man in einem 20 Parteien Haus und nicht selten kennt man niemanden in diesem Haus.
    Auch erlebe ich immer häufiger das „Städter“ keine Vorräte anlegen da man auf dem Weg von der Arbeit nach Hause ja eh an einem Supermarkt vorbei kommt.
    Mag sein das ich hier jetzt dem ein oder anderen auf den Schlipps trete, aber meiner Erfahrung nach denken viele Städter von der Wand bis zur Tapete und sind sehr egozentrisch.
    "Ich brauche das jetzt, wie es den anderen geht ist mir dabei egal."


    Aber ich schrieb weiter oben auch schon:

    GermanViking schrieb:

    Was dann letztendlich passieren wird wenn es soweit ist kann ich nicht vorhersagen, meine Kristallkugel ist gerade in der Werkstatt.
    Ich weiß wohl das wenn es zu einer Kriese kommt, egal welcher Art, ich schon am zweiten Tag nicht mehr ohne Verteitigungsmöglichkeit irgendwo hingehen werde.
    Weder auf dem eigenen Grundstück noch woanders hin. Woanders hin wird dann sowieso sehr eingeschränkt, ich habe alles im Haus was ich für ein paar Wochen brauche.

    *Auf anraten von 2Stroke geändert.*

    Ich kann und werde mich und meine Familie verteidigen, nicht mehr und nicht weniger.

    GermanViking schrieb:

    Ich werde den Kampf nicht anfangen, habe aber vor diesen schnell und endgültig zu beenden.
    Und ich persönlich habe mich damit auch schon abgefunden.

    Wenn meine Vorräte irgendwann aufgebraucht sind gehen wir jagen oder fischen und / oder ernähren uns von der Natur.
    Wenn man sich etwas auskennt findet man in der freien Natur fast immer was zu essen.
    Ja, es ist keine Pizza mit doppelt Käse, aber es hält einen am leben.



    bugikraxn schrieb:

    Die Kühe werden täglich gemolken, die Milch wird anschließend direkt in die Sickergrube zur Jauche gepumpt - also um die Entsorgung braucht man sich keinerlei Gedanken zu machen ...
    Das sehe ich auch so.
    Und mal ganz ehrlich, ich glaube das bei einer länger anhaltenen Kriese ohne Aussicht auf baldige Hilfe die Landwirte das tägliche Melken irgendwann Leid werden und auch die Milchkühe auf ein für den Hof tragbares Maß reduziert werden.
    Und auch die Milchkühe kann man essen und das Leder gerben... Just saying.
    German Viking

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von GermanViking () aus folgendem Grund: *Auf anraten von 2Stroke geändert.*