Wasservorrat nach 12 jahren optimiert (Konzept, Info-Links, Hintergründe)

    • Wasservorrat nach 12 jahren optimiert (Konzept, Info-Links, Hintergründe)

      Seidgegrüßt,


      in diesem Beitrag geht es um das Thema „Wasser“.
      Aus meinen bisherigen Beiträgen wisst ihr – dass ich insgesamt recht lange mit dieser Thematik (Krisenvorsorge) unterwegs bin –hier der aktuelle Zwischenstand.


      Warnung - unbedingt beachten!
      Die nachfolgenden Infos basieren auf meinen eigenen Recherchen und von mir gesammelten Erfahrungen. Ich bin kein Chemiker, kein Biologe oder Arzt. Daher sind die hier vorgestellten Infos meine eigene Erfahrung / Wissen dazu. Mein hier dargestelltes Wissen ist gewiss lückenhaft und unvollständig – und damit auf keinen Fall zur Nachahmung geeignet.


      Warum sollte man Wasser einlagern?
      Weil der völlige Wassermangel dich nach spätestens 3 bis 5 Tagen tötet – einfach gesagt.
      In jedem Krisenfall ist das Wasser (neben der leiblichen Sicherheit) die wichtigste Sorge. Also haben wir uns ebenfalls schon früh dran gemacht auch Wasser einzulagern. Ich bin selber in einer Stadt aufgewachsen, wo es tatsächlich noch zwischendurch Tage gab –wo man kein Wasser hatte. Wir (die Eltern waren eher betroffen) mussten dann in großen Alu-Fässern das Wasser einlagern. Hat immer gut funktioniert (wir wohnten am Wüstenrand). Wasser ist daher sehr vertvoll – man merkt es wenn es mal fehlt.
      Ich möchte auch nicht in der ersten Panikwelle der Stadt dabei sein, wenn alle in die Läden stürmen um die Wasservorräte aufzufüllen.


      Wie ist unser Gesamtkonzept zum Wasser?
      Aus meinen bisherigen Beiträgen wisst ihr – taugenix ist ein Spinner der immer von einem Gesamtkonzept plappert. Stimmt.
      Denn wir wollen dass alle Dinge der Krisenvorsorge zusammen passen und auf unser Leben abgestimmt sind (siehe meinen Beitrag zur Vorratshaltung und zum Bob-Konzept).
      Wir lagern also mehrere 60-Liter-Fässer (aktuell sind es 4 Stück) mit Leitungswasser ein. Sie stehen im Keller vom Mehrfahmilienhaus –dunkel und kühl. Das eingelagerte Waser ist nicht dazu da, dass wird auerhaft davon leben können (Haushalt + Nachbarn denen wir ebenfalls helfen würden in der Krise). Es dient nur dazu, die Zeit zur Wasser-Wiederbeschaffung zu überbrücken.


      Die Menge reicht je nach Jahreszeit fürs Trinken, Kochen und Katzenwäsche: ca. 2 bis 4 Wochen.
      Sollte reichen um für Nachschub zu sorgen.


      Kennt ihr noch meinen im BOB-Thread vorgestellten Rucksack-Wagen?→ hier ist seine weitere Funktion: er dient im Notfall auch zum Wassertransport. Ich bin dabei einen zweiten zu bauen als Backup (kostet ja ca. 90 Doppelmark und Schweiß).
      So kann ich im Krisenfall ein 60-Liter Fass drauf packen (würde von der Größe her passen) und dann entweder zu Fuß oder mit Rad zu nahegelegenem Stausee (wir haben mehrere im Umkreis von 4km) fahren und dort mittels Wasserfilter auffüllen.
      Hier kommt auch die tolle Filterleistung vom MSR Guardian (BOB-Thread von mir) zur Geltung. Da muss ich nicht ewig pumpen bis das Fass mit min. 30l. gefüllt ist.


      Ja – ich habe aus den selben Seen das Wasser bereits mit dem Filter „gefiltert“ (inkl. Kohle-Filter-Ausbau zum Filter) und direkt danach getrunken. Habs überlebt – alles Super.
      Hier könnt ihr erkennen – wie ein stimmiges Gesamtkonzept aufgeht. Alles passt zusammen und das Gesamtergebnis ist größer als die Summe der Einzelteile.


      Daher ist es auch sinnvoll – einzelne Waserquellen (Topo-Karten)in der Nähe auszukundschaften und je nach Jahreszeit zu wissen, ob diese nutzbar sind. Ich habe schon welche ausgekundschaftet und weisswo ich ausser den Seen noch hingehen könnte. Aber am See ist es am einfachsten.


      Wie machen wir das Wasser haltbar?
      Früher habe ich das teure Micropur Forte MF 10.000 (100g) Dose verwendet. Das Zeug ist extra fürs Einlagern von Wasser.
      Aber so wie ihr es wohl inzwischen in diesem Forum gelernt habt: sauberes, normales Leitungswasser, welches dunkel und kühl gelagert wird – hält ewig. Auch ohne Micropur. Denn es gibt da nix zum „fressen“ für die bösen Krankheitserreger – und damit keine Chance zur Vermehrung.
      Wir haben unser Wasser natürlich bei einem Profi-Labor (für teure 350 Doppelmark) komplett testen lassen auf alles was man so im Leitungswasser vermuten könnte (Medikamente, Pestizide,Schwermetalle, ….). → wir haben ein extrem gutes Leitungswasser. Alle Werte weit unterhalb der Grenzwerte (teilweise 100x -fach). Also wenn ihr das Wasser einlagert – empfehle ich ebenfalls vorher zu testen wie das eigene Wasser so ist.
      Den Namen vom Labor nenne ich nicht, will keine Werbung machen. Recherchiert selbst.


      Unser Leitungswasser ist so gut (besser als das Zeug aus dem Getränkemarkt) – wir könnten es verkaufen.
      Natürlich – man muss ja seine Krisenvorsorge testen. Ich habe das eingelagerte Wasser nach 10 Monaten getrunken und es schmeckte –wie Leitungswasser. Mir ist nix passiert, meine Stuhlgang-Frequenzhat nicht zugenommen.

      Teil 1

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    • Ich will aber mit Micropur das Wasser entkeimen!
      Ja, was Katadyn da verkauft ist meiner Meinung nach überteuertes Kalzium-Hypochlorit (Hauptwirkstoff).
      Das Kalzium Hypochlorit ist nur Chlor als Pulver mit Kalzium als Füllstoff. Daher steht bei den Dosen immer der Anteil vom Chlor in Prozent. Micropur Forte hat eine Konzentration von 24,3mg/g → 25ppm bzw. 0,00025%. Dafür ca. 20 Doppelmark. Der Vorteil, es ist soweit "gestreckt" dass man ohne Zwischenschritt "Chlorbleiche" anwenden kann. Dennoch sehr teuer ggü. 20 Doppelmark für 1kg 70% (700.000ppm oder 700mg/g) als reines Kalziumhypochlorit.

      Da ist noch Silber enthalten. Warum Silber?
      Chlor ist primär zum entkeimen. Das Zeug ist nach einiger Zeit (einige Stunden) zerfallen oder gast aus dem Waser aus. Verbindet sich mit dem Kunststoff vom Fass und nix passiert mehr. Daher sorgt das Silber eher für die Langzeit-Desinfektion (aber nicht nötig, wenn alles tot → kein Grund für Desinfektion auch meiner Sicht). Wenn die Fässer in der Sonne stehen würden, so macht eventuell der Silber-Anteil sinnvoll sein - mindestens als Plazebo.


      Kalzium Hypochlorit
      Das Zeug kann man ohne Silberanteil direkt bei dem großen Online-Shop kaufen: als Kalziumhypochlorit. Möglichst mit 70% Aktivchlor (besser bis zu 78%). Das Zeug wird zur Pool-Desinfektion verkauft und kostet auf die Menge umgerechnet einen Bruchteil gegenüber den „Forte“ Entkeimungsmitteln (Forte bedeutet dass die Enkeimung auf Basis von Chlor passiert).

      Weil es min. 10 Jahre lagerfähig ist – ist es quasi ein Lebens-Vorrat (Kalzium Hypochlorit). Reicht um viele Jahre das ganze Wasser was wir verbrauchen würden zu entkeimen. Man muss aber einiges was die Dosierung, Lagerung und Wechselwirkungen mit anderen Stoffen berücksichtigen. - Das Zeug ist hoch-konzentriert und sehr gefährlich für die Gesundheit wenn es falsch angewendet wird.
      Es darf zum Beispiel unter keinen Umständen mit Säuren in Kontakt kommen (es entsteht das tödliche Chlorgas). Aber das darf ja auch nicht mit dem Micropur Forte passieren –selber Grundstoff.
      Das ganze Wissen darüber habe ich teilweise aus den Büchern, und größtenteils aus dem survivalistboards. Hier der Link zum generellen Wasser-Thread:
      survivalistboards.com/showthread.php?t=343841#/topics/343841


      Hier der >500 Posts lange Beitrag zu Kalzium Hypochlorit. Dasind alle wichtigen Infos die ich fand zur Dosierung, Lagerung, Risiken und Anleitungen zum ausdrucken dabei. Dieser verlinkte Thread ist Gold-Wert für Survival-Interessierte.
      survivalistboards.com/showthread.php?t=115642&highlight


      Leider nur Englisch. Liest alles durch – von Anfang bis Ende. Sonst läuft ihr Gefahr die zwischendurch eingestreuten – wichtigen– Infos zu überlesen.

      Ihr werdet die Info erhalten, dass aus dem Kalzium Hypochlorit die ganz normale Haushalts-Bleiche hergestellt werden kann (Konzentration von Chlor mit ca. 2-5%).
      Daraus wiederum (Bleiche) wird dann mit 2-Tropfen-pro-Liter das Wasser entkeimt (so die Empfehlung aus den Dokumenten vom US-Militär– die nutzen das Zeug auch).
      Übrigens, die Kauf-Tabletten sind im Grunde die Pulverform von genau dieser Lösung → 2 Tropfen Chlorbleiche haben etwa die selbe Konzentration wie Kauf-Tabletten (meist recht teuer). Wenn ich unterwegs bin, sind die Tabletten ok, da schon passend dosiert –aber daheim zu teuer.


      Das Kalzium Hypochlorit dient dabei nicht direkt zur Entkeimung, sondern zur Herstellung vom „Zwischenstoff“ Chlorbleiche. Die Chlorbleiche wird in winzigen Mengen (Tropfen) dann zur Entkeimungverwendet. Ihr könnt eventuell erahnen wie übel das Chlor-Zeug in reinform ist.


      Warum nicht gleich einfach die Chlorbleiche einlagern?
      Das ist der Knackpunkt. Das Zeug ist chemisch nicht stabil und fängt nach der Herstellung bereits an zu zerfallen (Chlorbleiche wandelt sich langsam in Salzwasser). Nach ca. 6 Monaten ist die Konzentration der Chlorbleiche deutlich schwächer und damit nicht sicher dosierbar / verwendbar. Auch wenn es original-verschlossen gelagert wird. Daher ist es besser den Grundstoff zur Herstellung der Chlorbleiche zu lagern.

      Teil 2

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    • Teil 3 - Finale


      Nein – es ist nicht die „Perfekte Lösung“
      Mittels Chlorbleiche (Natriumhypochlorit) entkeimtes See-Wasser muss möglichst vorher gefiltert werden (um Algen und grobe Verschmutzung zu entfernen) – denn das Chlor bindet sich an alles und killt alles „lebendige“ und wird damit „verbraucht“. Je mehr Biomasse im Wasser, desto mehr Chlor wird daran gebunden und bleibt weniger für Bakterien und Viren übrig.
      Aber es gibt zwei Arten von Erregern, die eine extrem hohe Dosis von Chlor benötigen würden um „entkeimt“ zu werden (im verlinkten Forum könnt ihr die Bezeichnung nachlesen) – daher wird immer empfohlen:
      Wenn „trübes“ Seewasser:
      1. Wasser vorfiltern
      2. Wasser mit Natriumhypochlorit behandeln (sollte nahezu alles killen, Viren, Bakterien und Kleins-Lebewesen)
      3. Optional: Wasser abkochen (wenn ich ganz sicher gehen will)


      Chlor entweicht von allein aus dem offen-stehendem Wasser. Bei der üblichen Konzentration reichen 30min bis 1 Stunde aus, um die zur Entkeimung benötigte Konzentration von Natriumhypochlorit von anfänglich 5ppm (5mg/Liter) auf 0,5ppm (0,5mg/Liter) abbauen zu lassen.
      Eine 2% Chlorbleiche enthält 20.000ppm (20.000mg/Liter). Daraus könnt ihr erkennen welch winzige Chlor-Menge zum entkeimen als ausreichend betrachtet wird (zu viel ist Gesundheitsschädlich).
      0,5ppm - das ist etwa der Wert, den normales Leitungswasser am Wasserhahn hat (direkt ab Wasserwerk ist höhere Konzentration). Ich hätte damit also Leitungswasser erzeugt.

      Das bedeutet auch, dass das Micropur Pulver (25mg/g) bei Dosierempfehlung von 1g pro 100 Liter auf einen ppm von 0,25ppm kommt. Das ist Leitungswasser-Niveau bezüglich Chlor. Sie haben es wirklich sehr vorsichtig und gering dosiert. Also nur für sauberes Leitungswasser verwenden. Dafür viel zu teuer finde ich.

      Die hier vorgestellten Infos sind nur ein Umriss von meinem im survivalistboards erlangtem Wissen. Wenn ihr ebenfalls mehr wissen wollt, liest die dortigen Beiträge. Startet auf keinen Fall irgendwelche Selbstversuche. Informiert euch über alles vorher und entscheidet auf eigenes Risiko (Lagerung, Gefahren für Gesundheit, Wechselwirkung mit anderen Stoffen usw.).


      Fazit
      Wie ihr hier gelesen habt, das Konzept fürs BOB ist leicht anders als für Daheim. Aber es ist miteinander verwandt und kompatibel.
      Daher habe ich Natriumhypochlorit im BOB (bin in der Testphase bezüglich Entkeimung). Fürs Zuhause müsste aber eine günstigere und angepasste Lösung her. Damit bin ich auf das Kalzium Hypochlorit gekommen. Das ist meine Lösung.

      Ihr seid manchmal im Hallenbad oder Freibad? Was denkt ihr womit das Wasser dort entkeimt wird? Mit Chlor.
      Im Freibad / Hallenbad wird aber noch mindestens ein weiterer Stoff hinzugegeben, der das Ausgasen vom Chlor extrem verzögert. Solch ein Mittel ist nicht fürs Zuhause geeignet – daher muss ich beim Kauf achten, dass es möglichst reines Kalzium Hypochlorit ist OHNE irgendwelche anderen Zusatzstoffe. Also zuerst informieren bevor man was kauft.


      Ich denke diese Infos sind auch interessant für euch. Wie am Anfang erwähnt – ich bin kein Experte in diesen Dingen – alles selbst durch Recherche angesammelt. Jeder ist also für sein eigenes Handeln selbst verantwortlich – denkt aber auch an die anderen Menschen die ihr gefährden könntet, bevor ihr irgendwelche Chemie-Experimente starten würdet.

      Euer taugenix

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    • Erstmal ein Danke für deine "ausschweifenden" Texte!
      Trinkwasser lagere ich in 5l-Buddeln, die kaufe ich beim billigen Jacob als Mineralwasser. Da habe ich immer so zwei Hände von da.
      Das tausche ich ab und zu durch und befülle die Flaschen vom Kitchenaid-Sprudler damit.
      Zum Waschen könnte ich notfalls den Fischen im Gartenteich etwas abzwacken.
      Ansonsten habe ich zwei 30L und ein 60L Kanister leer rumstehen, das Wasser würde ich mit dem gleichen Zeug was ich in den Wassertank vom Wohnwagen kippe behandeln. Dort schwimmt auch ein Silbernetz drin.
      Hier in der Nähe ist ein Bach, ein kleiner Fluss, ein grosser Fluss und einige Seen.
      Wasser wäre jetzt nicht das grosse Problem für MICH.
      Und generell sehe ich die Entkeimung von an sich sauberem Wasser jetzt nicht so kritisch.
      Man ist ja früher beim Wandern auch an eine Quelle oder einen Bach gegangen um zu trinken und keiner ist umgefallen oder hatte Spritzputz im Klo. ^^
    • Besser ausschweifend und verständlich formuliert was man kommunizieren möchte als kurze in den Raum geworfene Fragen oder Sachverhalte, die kaum einer begreift.

      Und zum Thema Quellen: Wer mal in den Karpaten ist oder im Rila-Gebirge, nutzt mal die Quellen, die dort ursprünglich als Tränke an den Verkehrsadern stehen.
      Ihr fallt vom Glauben ab, wie Wasser schmecken kann. Ungefiltert, ohne chemische "Reiniger".
      In unserer ach so zivilisierten Welt haben wir vor lauter Filtern und Chemie vergessen, wie Wasser schmeckt.