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Was wäre den wenn ein Vulkan in Deutschland ausbricht ?

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  • Hi,

    über einen Ausbruch eines Vulkans in der Eifel mach ich mir ehrlich gesagt derzeit überhaupt keine Sorgen. Ja, wäre prinzipiell möglich. Geschieht aber nicht ohne jahrzehntelange vorherige massive Warnzeichen... Ursache des Vulkanismus in der Eifel ist der Rheingraben (ein nicht komplett geöffnetes kontinentales Rift, getriggert durch Zugspannungen in der Kontinentalplatte während der Auffaltungsphase der europäischen Alpen vor 50 bis 20 Millionen Jahren), welchedie Kruste ausdünnte und dadurch die Mantel-Krustengrenze (Moho) um etwa 5 km ansteigen ließ, so daß im Anschluß Mantelgesteinsblasen aufsteigen konnten und sich vereinzelt Vulkangebietee (Kaiserstuhl, Vogelsberg, Eifel) bildeten.

    Worüber ich aber definitiv besorgt bin, sind die Campi Flegrei im Golf von Neapel. Denn da drunter steckt ein echter, kleiner, aber höchst aktiver Supervulkan. Gespeist vonh Subduktionsmagma aus dem aktuellen Subduktionsgeschehen im Mittelmeer. Auch hier ist die anhaltende Kollision der afrikanischen mit der Europäischen Platte die prinzipielle Ursache, allerdings steigen hier in viel kürzeren Zeitintervallen wie in der Eifel Magmablasen auf. Die Cami Flegrei haben das Potential, morgen auszubrechen. Die Warnzeichen sind seit Jahrzehnten/Jahrhunderten vorhanden.

    - 2 aktive Vulkane (Campi Flegrei + Vesuv in 20 km Entfernung) mit gemeinsamer Magmakammer in rund 10 km Tiefe
    - erhöhte Temperatur der Gasaustritte
    - erhöhte Masse an Gasaustritten
    - veränderte Gaszusammensetzung
    - massive Bodenbewegungen ( +/- 2 Meter und mehr)
    - Veränderung der elektrischen Felder
    - Magnetfeldanomalien
    - Erdbebenschwärme

    vulkane.net/vulkane/campi-fleg…che-felder-solfatara.html
    uni-mainz.de/presse/aktuell/14605_DEU_HTML.php

    pro-physik.de/nachrichten/wann…vulkanausbruch-bei-neapel


    Nach neueren Untersuchungen hat dieser Supervulkan einen Rhytmus von ca. 15.000 Jahren, zwischen den katastrophalen Ausbrüchen liegen alle paar hundert Jahre kleinere Eruptionen wie wir sie jüngst z.B. auf La Palma gesehen haben. Die Campi Flegrei sind vermutlich mit Schuld am Aussterben der letzten Neanderthaler in Spanien. Asche von dort wurde nördlich der Alpen und östlich des Schwarzen Meeres gefunden, jeder große Ausbruch hatte vulkanische Winter verursacht, da aber sowiso Eiszeit war und die wenigen Menschen in Europa noch keinen Ackerbau betrieben, hatten die niedrigeren Temperaturen nicht so verherende Auswirkungen wie in der Neuzeit...

    Mineralogische Untersuchungen der Gesteine der letzten kleineren Ausbrüche haben ergeben, daß sich die Magmazusammensetzung verändert hat und ein weiterer massiver Ausbruch mit Calderabildung/vulkanischem Winter deutlich wahrscheinlicher wurde.
    de.wikipedia.org/wiki/Phlegr%C3%A4ische_Felder
    vulkane.net/blogmobil/phlegraeische-felder-neues-vom-magma
  • Hmm.
    Ganz ehrlich? Ich würde so vorsorgen, dass ich erst gar nicht da wohne, wo ein Vulkan ist.
    Ich selbst beobachte gerne die Vulkanaktivität und Erdbebenaktivitäten Weltweit.

    Klar, ein Vulkan muss nicht gleich ein schlafender Krakatau sein, aber bin mir selbst sehr wohl bewusst, welche Gefahren bestehen (und dabei meine ich nicht dass ein aktiver Vulkan nach verfaulten Eiern stinkt)
    Pyroklastische Wolken (auch wenn das ein schneller Tod ist)
    Lavaflüsse
    Explosionen
    Erdbeben
    Sogar Blitze hervorgerufen durch Vulkane (auch wenn diese kaum einen selbst treffen.

    Mod: Bild entfernt - Verstoß UrHG

    giftige Asche in der Luft
    und und und

    Für mich lautet einfach die Devise:
    so weit wie es geht weg sein von Vulkanen.

    Der Youtubekanal hier erklärt gut anschaulich Dinge. Vor einem Monat war das Thema "Supervulkane" dran
    [/media

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Südprepper () aus folgendem Grund: Bild wegen fehlendem Urheberecht entfernt

  • Ich denke was viele bei uns in D denken ist das ein klassischer Vulkanausbruch nicht möglich ist.
    Das ist aber nur bedingt richtig....

    Klassische Vulkanausbrüche gehen meist mit tektonischen Veränderungen einher, also eher unwahrscheinlich wenn auch nicht vollständig auszuschließen.

    Es gibt allerdings noch eine Gefahr die viel größer ist und keinerlei Vorlaufzeit bietet.
    Wenn z.B. aufsteigende Magma auf eine Grundwasserblase unterhalb der Maare trifft. In diesem Moment kommt es zu einer explosionsartigen Ausdehnung des Wasserdampfes, was dazu führen kann das Magma bis in das Maar vordringt und dieses dann als gewaltige Wasserdampfexplosion in die Luft geht.
    Die Auswirkungen währen vermutlich eher regional aber groß genug und katastrophale Schäden hervorzurufen.

    Da die Eifel von Maaren um den Laacher See durchzogen ist, sollte man das im Hinterkopf behalten.
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
  • Mal für all diejenigen, die "Angst" haben, es könnte aus heiteren Boden auf einmal ein Vulkan entstehen:
    sowas geht nicht über nacht. Das ist ein Prozess, der Jahrhunderte oder Jahrtausende braucht.
    Und selbst da geht es nur an Gebieten, wo es eine höhe Plattentektonik gibt. Wir hier in Deutschland sind auf der Eurasischen Platte, also AUF einer Platte, nicht an einer Kante so wie es im Mittelmeerraum ist wo die Euroasische und Afrikanische Platte gegeneinander reiben.

    Erdbeben und Vulkanaktivitäten haben so gut wie immer etwas mit der Plattentektonik zu tun.
  • Bayern1988 schrieb:

    Mal für all diejenigen, die "Angst" haben, es könnte aus heiteren Boden auf einmal ein Vulkan entstehen:
    sowas geht nicht über nacht. Das ist ein Prozess, der Jahrhunderte oder Jahrtausende braucht.
    Wir reden hier ja auch nicht darüber was wenn ein Vulkan entsteht, sondern was wenn ein Vulkan ausbricht.

    Bayern1988 schrieb:

    Und selbst da geht es nur an Gebieten, wo es eine höhe Plattentektonik gibt. Wir hier in Deutschland sind auf der Eurasischen Platte, also AUF einer Platte, nicht an einer Kante so wie es im Mittelmeerraum ist wo die Euroasische und Afrikanische Platte gegeneinander reiben.
    Deswegen haben wir keine Erdbebengebiete in D weil wir auf der Platte sind ?
    Das ist de facto falsch!

    Quelle: DIN EN 1998-1/NA:2011-01 Erdbebenzonenkarte (ehemals DIN 4149): GFZ (gfz-potsdam.de)

    Und ein Erdbeben reicht aus, das Magma in höhere Gesteinsschichten vordringen kann und z.B. das o.g. Szenario eintritt.
    Stell dir mal vor das passiert unter dem Laacher See .....

    Dann hast du einen Vulkanausbruch ohne große Vorwarnzeit.

    Südprepper schrieb:

    Es gibt allerdings noch eine Gefahr die viel größer ist und keinerlei Vorlaufzeit bietet.
    Wenn z.B. aufsteigende Magma auf eine Grundwasserblase unterhalb der Maare trifft. In diesem Moment kommt es zu einer explosionsartigen Ausdehnung des Wasserdampfes, was dazu führen kann das Magma bis in das Maar vordringt und dieses dann als gewaltige Wasserdampfexplosion in die Luft geht.
    Die Auswirkungen währen vermutlich eher regional aber groß genug und katastrophale Schäden hervorzurufen.

    Da die Eifel von Maaren um den Laacher See durchzogen ist, sollte man das im Hinterkopf behalten.

    Bayern1988 schrieb:

    Erdbeben und Vulkanaktivitäten haben so gut wie immer etwas mit der Plattentektonik zu tun.
    Richtig - Das heißt aber nicht das du tage- oder wochenlange Vorwarnzeiten für ein solches Szenario hast. Diese Schlussfolgerung ist einfach falsch.
    Aber ich gebe dir zumindest dahingehend recht, das ein klassischer Vulkanausbruch wie wir ihn z.B. aus Italien, oder Hawaii kennen eher unwahrscheinlich ist.
    Allerdings reicht Magma das unterhalb eines Maars auf Grundwasser trifft für unsere Verhältnisse aus.

    Zumal es ja anscheinend möglich sein muss das Magma irgendwie aufsteigt in der Eifel, denn sonst hätten wir da keinen Vulkan.
    Und es geht in diesem Faden auch nicht um die Wahrscheinlichkeit ob sondern darum was ist wenn es dazu kommt !
    Wer anderen hat voraus gedacht, wird jahrelang erst ausgelacht - Begreift man die Entdeckung endlich, so nennt sie jeder selbstverständlich (Wilhelm Busch)
  • Als ich seinerzeit begann zu preppen bemerkte ich sehr schnell, dass man sich nicht auf alles vorbereiten kann. Also erstellte ich eine lokale und regionale Gefahrenanalyse.
    Da ich in unmittelbarer Nähe des Laacher Sees wohne, floss er natürlich in diese Analyse mit ein, was mich zu einer größeren Recherche veranlasste.
    Kurz gesagt: das Ding ist aktiv und wird bald wieder ausbrechen. "Bald" bedeutet in Kreisen der Forscher wohl "irgendwann in 10.000 Jahren", aber zu sicher sollte man sich da wohl nicht sein.

    Die einzige Vorbereitung auf ein solches Ereignis ist, dass ich das Geschehen im Auge behalte und mein Auto immer einen vollen Tank hat. Denn außer der Flucht, und das sehr weit weg, gibt es da für mich nichts zu tun.
  • Ich habe gerade ein Video wiederentdeckt das mich sehr beeindruckt hatte was die Gefahr die von der Vulkaneifel ausgeht betrifft. Ich hoffe es wurde hier noch nicht gepostet. Unter anderem ist dort die Rede davon dass in der Vulkaneifel gerade mal drei Erdbebenmessstationen existieren. Aber allein für den Laacher See fünf benötigt würden und es dort nicht eine gibt. Das würde mach meinem Verständnis die Möglichkeit im Falle des Falles die Bevölkerung rechtzeitig zu evakuieren extrem unwahrscheinlich machen. Nun gut das Video ist schon etwas älter. Weis jemand ob sich da etwas getan hat? Was wäre wenn - Vulkanausbruch in Deutschland

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ratmar ()

  • Hi Ratmar,

    An der bescheidenen stationären deutschen Ausstattung in der Eifel hat sich inzwischen einiges geändert. Mann ist nicht mehr nur auf Seismometer angewiesen. Geophone, satellitengestützte Messungen, Gasmessungen ergänzen das vorhandene Arsenal. Es gibt z. B. eine großflächige Aufwölbung, die nicht mit der Isostasie nach Ende der letzten Eiszeit zu erklären ist. Durch aktuelle Forschung ist klargeworden, daß es derzeit unter der Eifel bis in 35-45 km Tiefe keine mit geschmolzenem Magma gefüllte Magmakammer gibt. Das hat das Projekt Eifelplume und auch Projekt Large N ergeben. Ohne eine solche gefüllte Magmakammer kann kein Magma zur Erdoberfläche aufsteigen und einen Vulkanausbruch verursachen...
    Gas (Helium3, CO2) dagegen entweicht noch viele tausend Jahre aus einem abkühlenden, inzwischen erstarrten Magma genauso wie aus teilweise oder vollaufgeschmolzenem Magma und steigt ebenfalls zur Erdoberfläche auf. Der Laacher See und all die anderen Mofetten in der Eifel werden also noch lange "blubbern".

    wissenschaft.de/allgemein/der-eifel-plume-ist-eingegrenzt/

    planet-schule.de/schwerpunkt/g…ifel-hintergrund-100.html
    magazin.uni-mainz.de/was-brodelt-unter-der-eifel/
    publishup.uni-potsdam.de/opus4…/docId/67/file/budweg.pdf

    Also, ja, es kann irgendwann (in hunderten, eher jedoch tausenden Jahren) wieder zu einem aktiven Vulkan in der Eifel kommen. Würde mich jetzt nicht davon abhalten, dort ein Haus für mich und meine Familie zu bauen. ;)

    Grüße
    Oma