COVID19 - Nach / während der Pandemie ist vor der Wirtschaftskrise?

    • Neu

      Bist da IMO absolut nicht auf dem Holzweg, zumindest nicht prinzipiell. In ganz vielen Videos über Wirtschaftskrisen ist mir aufgefallen, dass die Leute da noch weniger Ahnung von Volkswirtschaft haben als ich und ich bin da wie vermutlich 99,9% der Deutschen völlig minderbemittelt. Zusätzlich dazu, dass derartige Zusammenhänge hochkomplex, nicht immer vorhersagbar und häufig unvereinbar mit persönlicher Erfahrung als Privatakteur sind (Schulden eines Staates sind konzeptionell und von Ausmaß und Folgen nicht mit unseren Schulden vergleichbar), wie bei Krisen in hochkomplexen Systemen immer: Das was man sich als Kausalkette vostellt tritt so vermutlich nicht ein. Das heißt nicht, dass es nicht eintritt, nur dass es vielleicht anders anläuft und sich völlig abweichend zu der Vorhersage entwickelt.

      Für mich ist da eher die Frage wie bereite ich mich darauf vor?
      Und das ist unter Beachtung meiner finanziellen Situation und meiner Prinzipien extrem schwer, wenn es wirklich um länger andauer.de Szenarien geht.

      Für mich ist aber schon ein Punkt, dass es in unserem System, dem Euro, der EU auch wenn ich das nicht hoffe, zu Problemen kommen kann.
      Nur was kann ich da machen? Diese Frage stelle ich mir gerade eher als die, was genau Faschist geht und ob am Ende die Staatsverschuldung, Insolvenzen in der Wirtschaft oder ein zerbrechen des Euro der Auslöser sind.
    • Neu

      RainbowWarrior schrieb:

      Die Milliardenpakete in der EU sind da in der Tat relevanter. Kurzarbeit in der Masse ist auch nur Insolvenzverschleppung, weil die Leute großteils eigentlich ALG 1 bekommen müßten. Dann wäre die Panik aber groß.

      Die eröffneten Restaurants sind gähnend leer, frag mich, wie die sich halten wollen.
      1) Die Grenze zu einer Insolvenzverschleppung ist oft sehr flach. Sowieso schon insolvente Firmen können sich aktuell durch staatliche Nothilfen nun vielleicht noch ein paar Monate über Wasser halten, dann ist aber endgültig Schluss. Dazu kommen die pandemiebedingten Schliessungen/Insolvenzen.

      Die Banken sind aber nicht dumm. Es wird sehr wohl geschaut, wie es dem Unternehmen in der derzeitigen Lage so geht, und da wird auch mal die Kontokorrentkreditlinie gekündigt, wenn die Bank da ein Risiko sieht. Und wenn ein Unternehmen (das kann hier auch ein Einzelhändler oder selbstständiger Berater sein) permanent im Kontokorrent lebt, dann ist ab diesem Zeitpunkt Schluss.

      zu 2) Da kann ich nichts zu sagen, da fehlt mir die Kompetenz.
    • Neu

      Also ganz ehrlich... ein Gastronomie Betrieb ist das letzte was mich interresiert!

      Wer nichts wird wird Wirt, sobald welche zumachen tauchen Nachfolger auf.

      Sicherlich nicht nett aber Gaststätten wird es auf die eine oder andere Art immer wieder geben.
      Müssen die Hausbesitzer halt mit der Pacht runter gehen damit sich ihre Pächter halten können.

      Sorgen machen mir der Mittelstand, Handwerksbetriebe, Zulieferer und Industrie! Die Menschen die dort Arbeiten zahlen mit ihrer Lohnsteuer das Konstrukt der BRD und finanzieren ihre EU-Partner.

      Nicht die Firmen und Selbständigen sondern ihre Arbeiter und Angestellten zahlen Steuern. Um die Mach ich mir sorgen.

      Ich vertrau auf Sparkassen und Volksbanken, die kassieren ihre Kontogebühren und müssen nicht unbedingt Zocken.
    • Neu

      Azur schrieb:

      ein Gastronomie Betrieb ist das letzte was mich interresiert!
      das ist nicht richtig, Gastronomie lebt vom Namen. Eine Wirtschaft, die man eine Zeit nicht buchen kann, hat schnell einen schlechten Ruf oder bei Betreiberwechsel kommen schnell Gerüchte auf. Auf dem Land sind es auch oft Familienbetriebe, denen das Gebäude auch gehört. Die haben gelegentlich auch noch Kredite laufen, da ist dann schnell auch das Wohnhaus mit weg. In der Stadt gehen die Läden schon weg und wenn es eine Shisha-Bar oder Spiel-Bar wird, wo die Clans ihre Gelder waschen.
    • Neu

      Hanzwurscht schrieb:

      Azur schrieb:

      ein Gastronomie Betrieb ist das letzte was mich interresiert!
      das ist nicht richtig, Gastronomie lebt vom Namen.
      Natürlich ist es richtig das es mich einen scheiß interresiert!
      Widerspreche doch nicht, was ich aus meiner Sicht schildere!

      Gastronomie kann jederzeit überall von jedem ausgetauscht und ersetzt werden! Schnitzel und Pizza bekommst an jeder Ecke, aber einen guten Handwerker, oder selbst einen vernünftigen Job, da wirds schwierig.
    • Neu

      RainbowWarrior schrieb:

      Sehe die Gastronomie auch nur als Kanarienvogel. Die sterben halt zuerst.
      und wer nicht schnell genug aus der Grube raus kommt, ist der nächste

      Azur schrieb:

      aber einen guten Handwerker, oder selbst einen vernünftigen Job, da wirds schwierig
      Wer kann sich dann aber noch einen Handwerker leisten. Ich hab in letzter Zeit mir auch schon viel angeeignet, weil keiner mehr was machen wollte oder total überzogene Preise hatten. Was sich für Handwerker gelohnt hat, war die Schwarzarbeit, aber das geht dann auch mit dem Bargeldverbot zu Ende.
    • Neu

      Versündigt euch nicht mit euren Aussagen, was die Gastronomie angeht!
      Schnitzel und Pizza ist nicht beliebig austauschbar. Ambiente und Service auch nicht!
      Wer so dröge ist, einen Restaurantbesuch nur als notwendige Nahrungsaufnahme zu sehen oder das Fassbier in der Kneipe als dummdrösiliges Saufen, dem sehe ich diesem Fauxpas nach.
      Ansonsten rollen sich mir gerade die Fussnägel hoch.
      Denkt nochmal drüber nach.
    • Neu

      Wolf! schrieb:

      Versündigt euch nicht mit euren Aussagen, was die Gastronomie angeht!
      Schnitzel und Pizza ist nicht beliebig austauschbar. Ambiente und Service auch nicht!
      Wer so dröge ist, einen Restaurantbesuch nur als notwendige Nahrungsaufnahme zu sehen oder das Fassbier in der Kneipe als dummdrösiliges Saufen, dem sehe ich diesem Fauxpas nach.
      Ansonsten rollen sich mir gerade die Fussnägel hoch.
      Denkt nochmal drüber nach.
      Ich denke das ist eine Frage des Verhältnisses. Dass der Chinese meines geringsten Misstrauens dichtgemacht hat, ist schade und ich gehe selten aber gerne essen oder in die Kneipe.
      Es besteht aber ein Unterschied, ob ein Restaurant/Hotel seine Tore schließt, wo jederzeit ein neues aufmachen kann und man das unter "unternehmerisches Risiko" verbucht oder...
      ...ob der kleine Hidden Champion als Weltmarktführer in seiner Nische insolvent geht
      ...ein Teil der Industrie zu Grunde geht, der hier im großen Maß hochbezahlte Arbeitsplätze auch bei Zuliefern sichert.

      Technologische Vorherrschaft, Innovationen und Know-How sind etwas was sich eben nicht über Nacht wieder herstellen lässt, es ist etwas was über Jahrzente wächst.
      Und natürlich sehe ich auch den kulturellen, gesellschaftlichen Aspekt einer kleinen Brauerei, des Bäckers nebenan, der das beste Linsenbrot der Umgebung macht etc...
      Aber am Ende, so schade es um die einzelne Einrichtung ist: Ein ungelernter Kellner fängt vielleicht irgendwo anders an, wenn es wieder anfängt gut zu laufen, der Koch kann auch in einem anderen Restaurant arbeiten und das Gehalt bleibt nach einer Durststrecke gleich.
      Auch Handwerker werden prinzipiell gebraucht und können überall arbeiten.

      Der hochspezialisierte Ingenieur, der Wissenschaftler, IT-ler oder Facharbeiter kann das aber vielleicht nicht und wandert ab/aus. Oder muss einen anderen Job suchen mit weniger Gehalt und weniger Stuerlast. Da entsteht der langfristige schaden, wenn diejenigen, die unsere Industrie am laufen halten kollabieren.
      Unser Gesundheitssystem, soziale Berufe, die Gastwirtschaft etc. hänge da leider mit dran. Ebenso die Forschung, die unseren zukünftigen Erfolg sichert.

      Am Ende hängt unser gesamter (zukünftiger) Wohlstand maßgeblich mehr an unserer Industrie und internationaler Wettbewerbsfähgikeit als am Gastgewerbe. Wenn ich jetzt eine Kneipe rette, habe ich in 10 Jahren halt die gleiche Kneipe anstatt einer Neugründung. Schade und ein Verlust. Definitiv. Aber verlgeichsweise einfach volkswirtschaftlich zu verkraften und wiederherzustellen.
      Wenn ich hingegen Industrie, Innovationen und Forschung fördere zahlt meine Investition unter Umständen Zinsen, wenn die Förderung ausbleibt, verlieren wir langfristig. Wir sind weltweit nicht für unsere gute Küche und (leider auch nicht mehr) unser überragendes Bier bekannt und werden dafür auch nicht im internatioonalen Handel bezahlt sonder für Maschinenbau und Technologieprodukte. Das macht uns erfolgreich als Land und das müssen wir dringender beibehalten als die Pizzeria nebenan IMO.
    • Neu

      Wolf! schrieb:

      Versündigt euch nicht mit euren Aussagen, was die Gastronomie angeht!
      Schnitzel und Pizza ist nicht beliebig austauschbar.
      Ich weiß ja das du Gastronom warst, es tut mir nicht Leid wenn ich knallhart sage was ich denke und empfinde.
      Bin ich nicht unter "fremden Menschen" reduziere ich krank zu werden, ein Speiselokal oder Stammlokal ist sicherlich ein Verlust, aber auch das kann ersetzt werden. Ich bin keine 20 das ich ein Zufluchtsort oder zweites Wohnzimmer brauche.
      Kneipen ohne Raucherlaubnis machen einfach keinen Sinn. Raucher bleiben Zuhause und auch wenn ich selbst Nichtraucher bin, muss ich knallhart sagen, Raucher sind einfach Geselliger.

      Wenn ein Laden dicht macht, macht ein anderer auf! Ich brauch keine Nouvelle Cuisine, Steakhaus oder Fischlokal.

      Metzger, Bäcker, Supermarkt, Getränkemarkt mir reicht das.

      Ab und zu ein Rock-Konzert oder Motorradtreffen. Da darf wenigstens noch gelebt werden.

      Aber Gastro wie vor 20Jahren und all die Jahrhunderte zuvor empfinde ich subjektiv für Tot und beliebig austauschbar.
    • Neu

      Azur schrieb:

      Ab und zu ein Rock-Konzert oder Motorradtreffen. Da darf wenigstens noch gelebt werden.
      Auf Konzerten bin ich nur zum Arbeiten, ansonsten gibt mir das wenig. Aber Treffen nehme ich auch mit. Zum Glück gibt's ja Fotos, damit man nach einem harten Wochenende weiss, was los war. :D
      Es gibt durchaus Kneipen, wo geraucht werden darf.
      Und ja, ich bin durchaus für "Nouvelle Cuisine". Mal den feinen Zwirn rauskramen, Frauchen springt in die Pumps mit der roten Sohle und das Bier kostet 7 Taler 0,33l. Den Geiz zu Hause lassen und leben! Viele haben das verlernt oder müssen sich finanziell einschränken.
      Ich hatte damals hawaiianische Kochbücher gekauft, Stoffservietten und immer frische Blumen neben Kerzenleuchtern von Auerhahn und einen weitgereisten und erfahrenen Koch, der eher Künstler als Koch war. War schon recht nobel und ein alter Traum. Viele kamen von sonstwo her zum Essen und feiern. Leider war die Abgabenlast, die Einkaufspreise und eine ewige Baustelle vor der Tür wie ein alter Wecker, der den Traum platzen liess.
      Die ganzen Heimscheisser, die nur kamen wenn sie auf eine Feier eingeladen waren bekundeten am lautesten ihr Bedauern, als wir das Restaurant zugenagelt haben.
      Und die Kneipe ist ein sehr starkes soziales Bindeglied und weniger gesoffen wird ja auch nicht. Die Brauereien beklagen nur, dass Leergut nicht zurückgegeben wird.
      Statt dessen trifft man sich auf Garagenhöfen, auf Balkonen etc. Aber ein Fassbier in schöner Runde ist doch was Anderes.
      Mag ja sein, dass man darauf verzichten kann. Aber will man es?
      Ebenso Clubs, Diskos etc. Sollen sich jetzt alle mit Maske hinter Plexiglas kennen lernen oder im Netz? Wo soll das hinführen? Da wäre ich ja heute noch Jungfrau!
      Die Gastronomie samt Beherbergungsgewerbe ist ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Zwar immer weniger lukrativ, da man gestiegene Einkaufpreise, Löhne und sonstige Abgaben nur noch schwer vermittelbar für den Gast auf die Preise umlegen kann, aber nahezu als Kulturgut zu bezeichnen.
      Aber ich lasse Jedem seine Ansicht dazu. Vieles vermisst man erst, wenn man es nicht mehr hat! ;)
    • Neu

      Zagreus schrieb:

      Auch von der Gastronomie leben Familien, zahlen Steuern und bieten Arbeitsplätze.
      Stimme ich Dir zu, hab da auch nichts anderes behauptet.
      Nur zahlt der Facharbeiter in Süddeutschland, der Ingenieur mehr Steuern. Das Gehalt eines Kellnersliegt unter 30k, da ist auch der Steuersatz geringer. Ich will niemanden schlecht reden, im Gegenteil, Kellner ist ein harter Job!
      Aber von staatlicher Seite betrachtet ist es sinnvoller bei begrenzten Ressourcen einen hochbezahlten Arbeitsplatz zu erhalten, der nicht innerhalb weniger Jahre entsteht und unsere Zukunftsfähigkeit sichert...
      Statista sagt folgendes: ca 60Mrd € Umsatz in der Gastro im Jahr, Automobilindustrie über 400Mrd. Maschinenbau über 250. Und da geht es auch um unser Wirtschaftsmodell, welches ob man das nun gut findet oder nicht, auf Export setzt und nicht auf einen gesunden Binnenkonsum.

      Und nochmal: Wenn ein Restaurant dicht macht, kann man prinzipiell als Kellner, Servicechef, Koch etc. einfach bei einem anderen Anfagen. Wenn wir uns eine komplette Industrie oder Weltmarktführer im Mittelstand zerschießen, ist etwas verloren, was wir auf Jahre oder Jahrzehnte nicht mehr aufgebaut bekommen.


      Und auch auf die Gefahr hin, dass ich mich hier unbeliebt mache sage ich es mal ganz drastisch: Unser Geschäftsmodell mit dem wir uns im Weltmarkt positioniert haben und auf welchem unser Wohstand aufbaut besteht nicht darin, uns gegenseitig Pizza zu backen, Bier zu servieren und bei nem guten Essen und Wein im Restaurant zu sitzen. Ein paar andere Schlüsselindustrien ermöglichen uns ganz erheblich, dass wir uns sowas gesellschaftlich leisten können wie ein gutes Gesundheitssystem etc.

      Ja, das Leben besteht nicht nur aus Arbeit, ich esse ach unglaublich gerne und gehe auch gerne essen, trinke Bier mit Freunden etc.

      Und ja, auch die Gehälter im Niedriglohnsektor finde ich besch....eiden. Aber gerade, wenn man bei Kommilitonen und Freunden mitbekommt, wo in der Gastro teilweise der Mindeslohn unterwandert wird bei studentischen Aushilfen, wie viel ein Krankenpfleger auf der Intensiv verdient etc...;

      Da finde ich schon, dass es vielleicht gesamtgesellschaftlich sinnvoll ist, besonders gut bezahlte Jobs und Industrie, die unsere Wettbewerbsfähigkeit erhält, zu schützen. Und wenn men priorisieren muss, genau das auch zu tun: Priorisieren!


      Ein anderer Gedanke: Wenn ich Innovation, Forschung und Investition in z.B. Produktionsanlagen per Staatshilfe fördere, macht das Steuergeld im besten Falle, bei richtigem Einsatz vielleicht sogar Gewinn, weil es Fortschritt und Wettbewerbsvorteile erzeugt. Wenn ich eine Kneipe rette, schütze ich zwar unsere Binnenwirtschaft, hab aber immernur noch eine Kneipe, die im besten Fall so läuft wie vor ein paar Jahren. Wenn ich begrenzte Mittel habe, wäre ich für eine Investition in insere zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Und damit meine ich jetzt nicht eine Prämie für den Autokauf, denn das geht genau in die Richtung "wir retten das Restaurant von nebenan"...
    • Neu

      Du verkenntst die Situation, verkenntst die Menschen. Ohne Entspannung, ohne Sozialgefüge geht auch der härteste Gaul krachen.
      Auch der Ingenieur braucht Entspannung, braucht soziale Kontakte um am nächsten Tag kreativ zu sein.
      Und auch der gewöhnliche Arbeiter braucht Auszeit!
      Und natürlich priorisiert der Staat gut bezahlte Job. Da werden mehr Steuern eingenommen.
      Kommt davon weg, dass der Staat uns gut gesinnt ist. Der Staat will nur unser Bestes!
    • Neu

      Die Gastronomie würde ich nicht als "unwichtig" beurteilen, auch dort hängen Jobs und schlussendlich Existenzen dran. Da sich der Thread aber gerade erhitzt, belasse ich es dabei. Zurück zum Thema :)

      - PV Anlage mit 460 Wp ist in Betrieb, zwei weitere 180er Panele sind im Zulauf. Das deckt zwar nicht den Tagesbedarf eines Hauses, aber hält notfalls die Kühltruhe über den Sommer am Leben. Licht ist auch abgedeckt, einen Fernseher würde ich jedoch z.B. nicht als überlebenswichtig einordnen.
      - Lebensmittelvorrat beträgt nun knapp 4 Monate. Die aktuelle Lage war ein guter Test, was wirklich verbraucht wird. Die zwei Kisten Dosenbrot (ich mag es, aber die Familie nicht) sind mit einer Ausnahme unangetastet, dafür haben wir viel Brot selbst gebacken. Mehl und Trockenhefe haben wir also nun vermehrt eingelagert, auch Hefewürfel sind im Gefrierschrank. Was schnell aus war sind Dosenwürste (Wiener), da stocken wir noch auf.
      - Etwas über ein Jahr nach dem Einzug ins Haus konnten wir in diesem Jahr den Garten richtig angehen. Es ist immer zu viel von irgendwas da (Rettich, Radies, Erdbeeren, ...), und man kann es kaum richtig verwerten. Ich denke aber in einer richtigen Not kann man sich davon gut - wenn auch ziemlich einseitig ernähren.
      - Neben geringen Bargeldabhebungen auf Vorrat haben wir viele Sachen vorgezogen. Waschmaschine ist neu (war notwendig), Werkzeuge und Verbrauchsmaterialien (Schrauben, Rohrschellen, Lötzinn, Zip Beutel, Ersatzakkus für die Werkzeuge, Benzin, haushaltsübliche Akkus, ...) wurden auf Vorrat gekauft, das Auto geht morgen Früh zur Routineinspektion. Das reisst zwar gerade ein ziemliches Loch in die Kasse und frisst Ersparnisse auf, entlastet uns aber die kommenden Monate enorm.
      - Fleisch auf Vorrat gekauft und eingefroren, Reis, Nudeln und Gewürze in vernünftigen Mengen einvakuumiert. Ebenso Milchpulver und Eipulver. Eier gibts vom Nachbarn zwar immer für Lau (oder streng genommen für die Hilfe bei einigen Tätigkeiten), aber es kann ja Zeiten geben, wo er die Eier berechtigterweise eher monetarisiert. Kartoffeln und Gemüse gibt es jederzeit frisch aus dem Garten. Da bin ich am studieren von Literatur, was sich auch im Winter sicher ernten lässt.
      - Die eingefrorene Ente vom Ende des letzten Jahres schmeckte auch mit Rotkraut aus der Tüte und Kartoffeln aus dem Keller, an Stelle von Kloßmasse aus dem Supermarkt. Wenn alles gut geht, kommen aus der aktuellen Brut > 20 neue Enten raus. Schrot, Starterfutter und Mais haben wir noch genug eingelagert, um sie durchzubringen.

      Wir haben die aktuelle Krise als Chance gesehen, unsere Vorbereitungen zu verbessern, und aus Fehlern zu lernen. Sollte eine zweite Welle uns noch mehr betreffen (selbstständig im IT Bereich), so können wir die Kosten für eine ganze Weile auf ein Minimum reduzieren. Krankenkassenbeiträge und Steuervorauszahlungen können kurzfristig, auf die aktuelle Situation angepasst, herabgesetzt werden - und wir fallen in kein Loch. Da wir nun fast alles vorgezogen haben, wird das Geld der nächsten Monate gespart und ggf. zu einem angemessenen Teil in Edelmetalle investiert - aber nur dann, wenn es Sinn macht.