Umgebung lesen im Urbanen Raum

    • Umgebung lesen im Urbanen Raum

      Guten Morgen zusammen,

      Ich denke, dass es sich hierbei um ein Thema handelt mit dem sich jeder bewusst oder unbewusst mal beschäftigt hat.

      Wir allen kennen die Turnschuhe, die über der Stromleitung hängen. ;) In die Richtung soll es gehen.

      Durch eine Doku-Video eines Ex-US-Militärs, der Kurse zur Selbst-/Familienverteidigung gibt, ist das Thema gerade bei mir gedanklich sehr präsent - welche Hinweise sollte ich besser zu lesen lernen?
      Denn er hatte seine Teilnehmer auf einen Supermarkt-Parkplatz geführt und dort auf die Aufkleber auf den Autos aufmerksam gemacht. So gut wie jedes Auto war bestickert und oft mit militärischen Symbolen. Sein Szenario war, dass wenn jemand an diesem Supermarkt Amok läuft, er genau wüsste, welches Fahrzeug er aufbrechen muss, um eine Waffe zu finden.
      Ja, so einfach ist das im deutschen Raum dann nicht. Leute, die beim Militär waren kleben nicht in der Regel ihren Einheiten-Sticker auf ihren Range Rover. Außerdem werden in Deutschland sicher nicht so viele Waffen in Autos mitgeführt wie in den USA. (Möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht thematisch diskutieren.)

      Dann hatte ich einen Kollegen, der immer einen taktischen Rucksack dabei hat. Für mich ist das immer so ein erstes aufhorchen.
      Irgendwann packte er immer mal wieder all mögliches Equipment aus, wie eine taktische Taschenlampe mit Beacon und Knicklichtern. Als ich nachfragte, ob er bei der Bundeswehr war, verneinte er. Er sei ausgemustert worden.
      Anscheinend findet er Outdoor-Equipment einfach cool. Wie Männer halt so sind 8)

      Mir geht es darum, was wären für euch Indizien, die euch zweimal hinsehen lassen oder Hinweise, die ihr unterbewusst immer abspeichert?
      Gerade in der Stadt, finde ich ist meine Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, bedeutend abgestumpfter, als wenn ich mich in der Natur bewege.
      Das möchte ich gerne ändern und mir ein paar Ankerpunkte schaffen, um meine Aufmerksamkeit zu erhöhen.


      Worauf ich tatsächlich immer achte, sind die Taschen/Rucksäcke, die Leute mit sich rumschleppen. Deshalb hatte ich mich bewusst auch gegen einen taktischen Rucksack entschieden.
      Außerdem achte ich immer sehr darauf, wie Leute sich bewegen / gehen. Es gibt so eine bestimmte Kategorie von Kampfkünstlern, die z.B. gerne immer die Tür mit nem Unterarm-Block öffnen. ;)
      Von Autostickern konnte ich noch nie viel ablesen, außer dem Familienstatus und die Lieblingsband.
      Aber was gibt es für Ankerpunkte an Gebäuden, auf Parkplätzen, in Einkaufsstraßen?

      Interessant fand ich auch die Handlungsweise einer Sicherheitsfachkraft, mit der ich mich unterhalten hatte. Er meinte, wenn er wo hin kommt, wo er sich nicht auskennt - sagen wir mal einen Flughafen - dann kommt er an und bleibt erstmal für 5 Minuten stehen und beobachtet einfach die Bewegung der Masse. In der Zeit kann sein Kopf die Einflüsse entsprechend einsortieren und dann kann er zielgerichtet dahin laufen, wo er hin möchtet, ohne gestresst hin und her zu rennen. Da ich den Tunnelblick an fremden Bahnhöfen kenne, ist das definitiv eine Angewohnheit, die ich gerne kultivieren möchte.

      Grüßle
      Roy Aal
    • Ich versuche jede Situation einzustufen:
      grün alles easy
      gelb gefahr könnte vorhanden sein
      rot direkte Bedrohung angriff
      In fremden Gebäuden wandert der blick erstmal über die Menge und zu den Ausgängen. Ich muss zu jeder zeit wissen, wo ich rauskomme.
      Und wie ist die allgemeine Stimmung in der Menge.
      Ansonsten kleide ich mich unauffällig keine taktische/tarnfarbene Ausrüstung, wenn ich nicht jagdlich/Outdoor unterwegs bin.
      Die Leute wo es richtig drauf haben und nicht Schütze Arsch waren, den sieht man das nicht an. Die wissen sich zu verstecken.
      Man kann es aber am Verhalten merken, meist ist die Aufmerksamkeit deutlich erhöht und die Person hat alles im Blick, geht aber in der Menge unter.
      Ein markantes Zeichen ist allerdings bei uns in den Fahrzeugen Schilder/Aufkleber mit Forst oder Jagdschutz.
    • Ich habe nur ein Beispiel für dich. Im Video wird gut erklärt, wie diese beiden Punks sich positioniert haben und warum. Und wie die Situation sich dann entwickelt. Also in Zukunft erhöhte Aufmerksamkeit,cwenn du eine Unterführung betrittst.
      Rick Gore , think Like a cop.


      Edit. Keine Aufkleber aufs Auto. Baby an Bord signalisiert , Mama mit Kind. Nagellack im Mittelfach und Vouge auf dem Beifahrersitz, signalisiert junge Frau, leichtes Opfer. Gewerkschaft der Polizei Aufkleber, signalisiert Polizei privat unterwegs. Handwerkeraufkleber, Werbung signalisiert, evtl Werkzeug drin, könnte man gebrauchen.
      Auto in gedeckter Farbe, innen aufgeräumt signalisiert gar nichts.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Zagreus ()

    • Man muss auch nicht ans Auto rantreten nur um den Weg zu erklären. Da kann man gerne etwas weiter weg stehen und lauter reden.

      Was mir letztes Jahr passiert ist.
      Landstraße, Auto an der Seite. Ein junger Mann der gemeint hat, Sprit wäre ausgegangen. Und er hätte kein Geld ob ich ihm 10€ leihen könnte. ( Außerdem war die Oma am Sterben, sein kleines Kind im Krankenhaus, seine Frau arbeitslos....)
      Tschechisches Kennzeichen. Als Pfand wollte er mir einen Ausweis geben.
      Ich habe mich geweigert, der Ausweis hat ihm nicht entsprochen und war gebrochen.
      Ich habe einige andere Vorschläge gemacht, war alles nichts für ihn.
      Debatte war, Beifahrer-Fenster nur einen Spalt offen, Türen verriegelt, Gang eingelegt, Fuß auf Kupplung und Bremse.
    • @Zagreus Von der Situation, dass es sich bei, auf dem Seitenstreifen geparkte Autos, um ein Trickbetrug oder Raub handelt, habe ich tatsächlich auch schon gehört.

      Das Absurdeste dabei, sind wohl die, die einen Unfall vortäuschen und dann die Person, die helfen will, ausrauben.
      Da ich aber zu den Leuten gehöre, die immer gucken würden, ob Hilfe benötigt wird - muss man da wirklich strategisch vorgehen.
      Sprich, immer erstmal mit Fenster oben zur Seite fahren. Versuchen Blickkontakt aufzunehmen. Und wenn es einem komisch vorkommt, die Polizei dazu rufen und im Auto bleiben. Gerade wenn ersichtlich ist, dass zwei Leute in dem "komisch positionierten" Auto sind. Selbstschutz geht halt auch bei Erster Hilfe immer noch vor. Wenn jemand blutend am Hang liegt, ist das für mich dann eine andere Situation. So wäre aber zumindest meine Vorgehensweise. Wahrscheinlich ist ein ausländisches Kennzeichen auch ein Indiz, worauf man bei solchen Situationen primär achten sollte.



      @Stadtbewohner Inwiefern? Also ich könnte jetzt mit meinem Wissen die Art der Bedrohung nicht wirklich einordnen.
    • Roy Aal schrieb:




      @Stadtbewohner Inwiefern? Also ich könnte jetzt mit meinem Wissen die Art der Bedrohung nicht wirklich einordnen
      Ich denke er spielt hier eher ironischerweise auf eine Zivilstreife der Polizei an :D

      Generell habe ich einen taktischen Rucksack, aber einfach weil mir die besser gefallen und i.m.A. haltbarer sind. Aber in einer Stadt wo 1000 Studenten rum laufen gehören diese Molletaschen schon lange zum guten Ton. Das ist wie der alte BW-Rucksack in den 80/90ern.
    • Die Nummer mit dem Verletzten nachts auf der Straße ist einer der ältesten und bekanntesten Hinterhalte. Aufmerksamkdit, taktisch kluges Verhalten und Eigensicherung sind ein gutds Gegenkonzept, wie ich finde.
      Sicherheitsabstand, mit Angriffen rechnen und frühzeitige Reaktion helfen sicher.

      Sind Menschen aus Ruhrgebietsgroßstädten sowas eher gewohnt, als "Landeier"? :?:

      Verletzte die nachts regungslos AUF der Straße liegen, kann man mit dem eigenen Fahrzeug absichern. Durch ausleuchten der Unfallstelle und blockieren des Folgeverkehrs. Den Notruf würde ich so oder so direkt rufen, zusammen mit dem Hknweis, dass mir die Situation gestellt und bedrohlich vorkommt.

      Den Wagen von innen zu Verriegeln, evtl. vorhandene legsld SV-Tools griffbereit zu haben und immer seine Umgebung in Blick zu behslten, das sollte das absolute Standardprogramm sein.
      BE FUCKING PREPARED!!!
    • LoneWolfTactics schrieb:

      Den Wagen von innen zu Verriegeln, evtl. vorhandene legsld SV-Tools griffbereit zu haben und immer seine Umgebung in Blick zu behslten, das sollte das absolute Standardprogramm sein.
      Stimmt! Zentralverriegelung von innen ist super. Auch wenn man auf einem vollen/unübersichtlichen Parkplatz ist. Nach dem man eingestiegen ist, erstmal Auto zu und sich dann Anfangen am Navi rumzutippen.
      Wenn ich auf jemanden warte, verriegel ich auch immer.


      LoneWolfTactics schrieb:

      Sind Menschen aus Ruhrgebietsgroßstädten sowas eher gewohnt, als "Landeier"? :?:
      Ich bin viel im Großraum Frankfurt unterwegs. Ich glaube, diese Masche funktioniert in/um Großstädte eher weniger, da einfach zu viel Publikumsverkehr ist.
      Als Gegend stelle ich mir da eher den Umkreis von kleinen Städten vor, wo die Landstraßen ab Einbruch der Dunkelheiten nur noch wenig befahren sind.
      Direkt auf dem Land stelle ich es mir wieder schwer vor. Zumindest da wo ich gelebt habe. Einen Seitenstreifen suchst du dort vergeblich. Und neben der Straße parken ist auch ungeil, weil's wahlweise direkt den Hang runtergeht oder du so ohne weiteres aus dem Graben nicht rauskommst.
      Aber hey, ich hab's noch nie erlebt und mutmaße hier nur :D