Ersatzteile mit Metall-3D-Drucker herstellen?

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    • Ersatzteile mit Metall-3D-Drucker herstellen?

      Die nachfolgende Frage ist wohl keine Prepping-Frage im engeren Sinn. Vielmehr zielt sie auf die Zeit nach einer Katastrophe.

      Im Großindustriellen Maßstab ist Metall-3D-Druck schon länger möglich, insbesondere mit Laser aus Metallpulver.

      Ich habe aber mal irgendwo gesehen (in einem Messebericht vielleicht), dass auch kleine Metall 3D-Drucker geben soll, die genauso wie ein Plastik 3D Drucker Objekte aus Metallpulver und Kleber drucken. Die Metallpulver-Kleber-Objekte werden dann in eine Art Sinterofen gestellt. Darin soll der Kleber verdampfen und die Metallpulver-Körnchen zusammen geschweisst werden. Und der Drucker soll nur die Größe eines Großraumbüro-Druckers haben.

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      Jetzt hab ich's gefunden.
      Büro-Metall-3D-Drucker mit Sinterprozess
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      Taugt das, um damit metallische Ersatzteile herzustellen (Vielleicht nicht gerade eine Autoachse) ?


      Consuli
      Die professionellen Prepper waren diejenigen, die die richtigen Eventualitäten vorbereitet hatten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von consuli ()

    • Hallo

      Ich würde sagen es kommt auf die benötigten Ersatzteile an. Ein Sinterprodukt hat nie die Stabilität und Festigkeit wie ein geschmiedetes oder gefrästes Teil. Ob sich so ein Sintermetallteil härten lässt weiss ich leider nicht. Wenn diese Punkte aber keine Rolle spielen dann könnte man damit sicher einiges herstellen. Preislich dürften solche Geräte aber jenseits der Schmerzengrenze von Privatpersonen liegen. Auch ist eine gründliche Einarbeitung in ein CAT Program notwendig damit man überhaupt das Ersatzteil digital erzeugen kann anhand eines Musters.

      Ich habe mal einen Bericht gesehen von einem US Hersteller der seine Schußwaffen im Sinterverfahren mit Laser produziert. Die Maschine kostet etwa eine Millionen Euro. Wenn du also einen hohen Standart haben möchtest dann werden so Maschinen extrem teuer. Eine Nacharbeit ist meistens auch noch notwendig je nach gewünschter Qualität natürlich.

      Für erste Erfahrungen würde ich vielleicht mit einem Plastik 3D Drucker anfangen. Damit kann man schon einiges anstellen und vorallem viel lernen. Günstige Modelle fangen bei 100-200Euro an und bringen schon brauchbare Ergebnisse. Ich selber habe auch so einen günstigen 3D Drucker und bin ganz zufrieden damit. Du kannst allerdings nicht die Stabilität und Präzision eines industriell gefertigten Plastikteiles erwarten.
    • Hurricane2033 schrieb:

      Für erste Erfahrungen würde ich vielleicht mit einem Plastik 3D Drucker anfangen. Damit kann man schon einiges anstellen und vorallem viel lernen. Günstige Modelle fangen bei 100-200Euro an und bringen schon brauchbare Ergebnisse. Ich selber habe auch so einen günstigen 3D Drucker und bin ganz zufrieden damit. Du kannst allerdings nicht die Stabilität und Präzision eines industriell gefertigten Plastikteiles erwarten.

      Sicherlich wäre ein Plastik-3D-Drucker sinnvoll, um das Verfahren erstmal kennen zu lernen.

      Meine Frage zielt aber eigentlich darauf ab, dass ich hoffe, dass große Hersteller von Autos beispielsweise, nach einer großen Katastrophe für bestimmte Bauteile den 3D-Konstruktionsplan veröffentlichen oder gegen Geld downloadbar machen würden, solange die regulären Produktionsanlagen, Vertieb oder Logistik nicht funktionsfähig wären.

      Und da kann man mit gedruckten Plastk recht wenig anfangen. Denn die meisten Ersatzteile, die man in Plastk drucken kann, kriegt man - notdürftig - auch mit Heißkleber oder Glasfasermatten+Harz hin.

      Consuli
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    • Also auf die Autohersteller würde ich nicht hoffen. Selbst Fachwerkstätten bekommen nicht mal alle Unterlagen und schon gar keine Konstruktionspläne wonach man etwas nachbauen könnte. Die nächste Frage wäre ob überhaupt der Autohersteller alle Pläne hat. Die meisten Teile kommen von Zulieferern welche nach den Anforderungen des Autobauers etwas konstruieren. Also müssten auch alle Zulieferer die Pläne bereitstellen.

      Noch ein wichtiger Punkt ist die Herstellbarkeit von Ersatzteilen mit Metalldruck überhaupt. Mir fällt kaum ein Autoersatzteil ein welches nur aus Metall besteht und sich drucken ließe. Vielleicht ein Metallhalter für irgendwas aber das könnte man auch eben ausflexen und biegen. Wasserpumpen, Lenker der Achsen, Motor und Getriebeteile und andere Ersatzteile bestehen aus Materialmixen mit Elektrik, Kunststoffen, Gummis und anderen Stoffen.

      Es gibt für Metalldruck sicher einige Anwendungen aber sicher nicht als Ersatzteilproduzent für Autoersatzteile nach einer Krise. Wenn du Ersatzteile haben möchtest dann kauf sie dir jetzt und lagere sie ein.
    • Hurricane2033 schrieb:

      (zu Stabilität)
      Ich würde sagen es kommt auf die benötigten Ersatzteile an. Ein Sinterprodukt hat nie die Stabilität und Festigkeit wie ein geschmiedetes oder gefrästes Teil. Ob sich so ein Sintermetallteil härten lässt weiss ich leider nicht.

      Grundätzlich sollte es doch keine Rolle spielen, wie das Metallpulver in Form gebracht wurde. Deshalb gehe ich davon aus, dass ein gesintertes Metall-3D-Druck-Erzeugnis die gleiche Stabilität hat, wie ein durch Formplastik erzeugtes Sinterteil. Nach en.wikipedia.org/wiki/Sintering#Advantages können sogar hochbelastete Turbinenschaufeln durch Sintern produziert werden. Allerdings wird die hohe Stabilität solcher Bauteile durch Verdichtung des Sinterwerkstoff unter großem Druck erzeugt. Eigentlich genau analog wie beim Schmieden. Was jedoch beim einfachen Sinter-3D-Druck erstmal nicht vorliegt (möglicher Weise wäre das eine zweite Ausbaustufe des Verfahrens.)

      Consuli
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    • Ich meinte ein Sinterteil im Vergleich zu einem Stahlteil. Klar hat ein Metallsinterteil eine höhere Stabilität als ein Kunststoffteil. Gerade im Automobilbereich ist alles bis ans Limit konstruiert. Wenn du also ein geschmiedetes oder gefrästes Stahlteil durch ein Sinterteil ersetzt dann kann es die Belastungsgrenze überschreiten und brechen.

      Also mein Wissensstand ist das Sinterteile etwa 70% der Festigkeit eines traditionell hergestellten Teiles haben wenn die Stahlzusammensetzung identisch ist. Vielleicht hat sich daran aber schon was geändert mit den neuen Fertigungsmethoden.
    • Also für den Preis kannst du dir auch 1-3 komplette Autos als "Ersatzteil" einlagern. Außerdem muss man mit ner Fräse auch umgehen können. Ich selber habe zwar nur eine manuelle Fräse und einen Plastik 3D Drucker aber der Drucker ist um Welten einfacher zu bedienen. Solange man natürlich ein wenig mit CAD umgehen kann. Als Hobby und für den Prototypenbau sind solche Plastikdrucker ne feine Sache. Für die Ersatzteilfertigung braucht man aber Industriequalität und das lassen sich die Hersteller teuer bezahlen. Für den Hobbybastler fangen kleine CNC Fräsen für Metall so ab 3000Euro an. Nach oben natürlich keine Grenzen.
    • Gut zu wissen. 120'000 Euro scheint mir aber nicht gerade für den Hausgebrauch zu sein. Außerdem sollte man dann auch sehr gut wissen, wieviel man bei welchem Material und in welcher Geschwindigkeit ausfräsen kann. Sonst ist das Ding ziemlich schnell hin...

      Letzlich kann eine CNC-Drehbank m.W. auch nur zylindrische Bauteile herstellen und wird deshalb zukünftig im Preis/Leistungsverhältnis mit einem Metall-3D-Drucker mit Sinterprozess nicht mehr mithalten können, wenn die mal marktreif und kostengünstig geworden sind.

      Aber vielleicht könnte man eine manuelle Drehbank dazu nutzen, um "consuli's postapokalyptischen Schmelztiegel-Ausguss" in Metallpulver für den 3D-Drucker zu zerspanen?

      Consuli
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