Die politische Hängepartie in Berlin

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    • consuli schrieb:

      Der steigende Anteil der befristeten Arbeitsverträge ist m.E. vielmehr das Sympton einer wenig innovativen Wirtschaft, die hauptsächlich aus Unternehmen besteht, die ihre Wachstumsphase bereits seit Jahrzenten hinter sich gelassen haben und jetzt schwerpunktmäßig mit dem Rückgang ihres Geschäfts kämpfen, wodurch dann ein Bedarf für befristete Arbeitsverhältnisse entsteht.
      In Groß-Betrieben haben befristete "Neu-Angestellte" nach meinem Kenntnisstand keinen Anspruch auf Betriebsrenten (die Zeiten werde erst dann angerechnet, wenn man anschließend unbefristet übernommen wird). So lange man weiter befristen kann, ist das aus Arbeitgebersicht perfekt - man hält sich alle Optionen offen.

      Zudem sind es die Befristeten, die z. B. im Einzelhandel "freiwillig" die ungeliebten Arbeitszeiten übernehmen, da sie ja einen (wieder befristeten?) Anschlussvertrag wollen.

      Es gibt sicher noch ein paar andere Vorteile, die Arbeitgeber davon haben, aber vor allem die Einsatzmöglichkeit als "Druckmittel" dürfte allgemein sehr beliebt sein.
    • zu den befristeten Arbeitsverträgen muss ich mal ein paar andere Fakten und Anmerkungen ins Boot werfen:

      - gesetzlich ist eine Befristung nur bis max.2 Jahre erlaubt, arbeitsrechtlich geniest der Arbeitnehmer danach die Rechte einer fristlosen Einstellung
      - auch eine Verlängerung der Befristung ist nicht mehr wie 3x unzulässig (bis max. 2Jahre)

      - man sollte dem Arbeitgeber bei aller Feindlichkeiten schon erlauben, für die für ihn zeitlich begrenzten Projekte das über eine befristete Anstellung klar zu vermitteln
      - meist ist es bei neuen Projekten tatsächlich nicht absehbar, wie lange die Manpower benötigt wird
      - überlegt die Alternative: denkt ihr, dass beim Wegfall der Befristung die Firmen automatisch die MA länger beschäftigen? Quatsch. Wenn das Projekt beendet ist, ist es beendet und wenn es keine Folgearbeit gibt, gibt es keine! Dann wird der Arbeitnehmer trotzdem gekündigt. Nur fühlt sich der Arbeitnehmer bis dato sicher - dass ist in keinem Fall besser!
      - Dies soll in keinem Fall Missstände rechtfertigen, die in manchen Fällen bestehen. Dort wo Schindluder getrieben wird, sollten Arbeitsgerichte urteilen.
      - Man kann aber die Firmen nicht zu einer lebenslangen Beschäftigungsgarantie zwingen. Das wäre zwar schön, ist aber realitätsfremd und nicht umsetzbar.
      - wie gesagt rechtfertige ich nicht Unternehmen, die die Befristung missbrauchen, aber auch eine zusätzliche freiwillige Zahlung von Betriebsrenten und anderen zusätzlichen Vergünstigungen sollte der Stammbelegschaft zugestanden werden --> Nach Gesetz kommt somit nach spätestens 2 Jahren jeder Befristete in diese Stellung der Vergünstigungen. Ich finde das akzeptabel.
      LG torstenxy

      > besser Vorsicht als Nachsicht <
    • torstenxy schrieb:

      zu den befristeten Arbeitsverträgen muss ich mal ein paar andere Fakten und Anmerkungen ins Boot werfen:

      - gesetzlich ist eine Befristung nur bis max.2 Jahre erlaubt, arbeitsrechtlich geniest der Arbeitnehmer danach die Rechte einer fristlosen Einstellung
      - auch eine Verlängerung der Befristung ist nicht mehr wie 3x unzulässig (bis max. 2Jahre)

      - man sollte dem Arbeitgeber bei aller Feindlichkeiten schon erlauben, für die für ihn zeitlich begrenzten Projekte das über eine befristete Anstellung klar zu vermitteln
      - meist ist es bei neuen Projekten tatsächlich nicht absehbar, wie lange die Manpower benötigt wird
      - überlegt die Alternative: denkt ihr, dass beim Wegfall der Befristung die Firmen automatisch die MA länger beschäftigen? Quatsch. Wenn das Projekt beendet ist, ist es beendet und wenn es keine Folgearbeit gibt, gibt es keine! Dann wird der Arbeitnehmer trotzdem gekündigt. Nur fühlt sich der Arbeitnehmer bis dato sicher - dass ist in keinem Fall besser!
      - Dies soll in keinem Fall Missstände rechtfertigen, die in manchen Fällen bestehen. Dort wo Schindluder getrieben wird, sollten Arbeitsgerichte urteilen.
      - Man kann aber die Firmen nicht zu einer lebenslangen Beschäftigungsgarantie zwingen. Das wäre zwar schön, ist aber realitätsfremd und nicht umsetzbar.
      - wie gesagt rechtfertige ich nicht Unternehmen, die die Befristung missbrauchen, aber auch eine zusätzliche freiwillige Zahlung von Betriebsrenten und anderen zusätzlichen Vergünstigungen sollte der Stammbelegschaft zugestanden werden --> Nach Gesetz kommt somit nach spätestens 2 Jahren jeder Befristete in diese Stellung der Vergünstigungen. Ich finde das akzeptabel.
      Diese Befristung gibt es erst seit max. 4Jahren. Zuvor hat man Jahrelang billige Zeitarbeitsnehmer zweimal im Monat gefi..t. Als erstes war er über die Zeitarbeitsfirma billiger und als zweites hat ihn die Zeitarbeitsfirma unabhängig vom Geschlecht ausgebeutet.
      Habe das Jahrelang mit ansehen müssen.
      Der Konzern ist im Arbeitgeber Bund! Alle Beschäftigte 35std. Woche. Urlaubsgeld, Betriebsrente, Umsatzbeteiligung, 30Tage Urlaub, Weihnachtsgeld und natürlich Schichtzulagen. Da ist ein Leiharbeiter ein Traum. Keine Sondervergütungen, zahlt alles die Leiharbeitsfirma. Diese beuten zu gerne, mit dem Mindestlohn, 26Tage Urlaub, 40Std. Woche und natürlich Urlaubsgeld aber ohne Weihnachtsgeld ihre Mitarbeiter aus. Gehalten werden diese Facharbeiter (wirklich gute qualifizierte Leute darunter) mit der Anköderung einer Übernahme des Konzerns.

      Also geben sie Tag ein Tag aus ihr bestes, um vor ablauf der 2Jährigen frist. Nicht benötigt zu werden und um in eine andere Firma verschoben zu werden. Da das selbe Spiel ...

      Leiharbeit ist in erster linie Lohndumping und nichts anderes. Wie beteits Treffend formuliert: Reines Druckmittel!

      Für was gibt es Kündigungsfristen? Nein nein Zeitarbeit ist Sklaverei!
      Haben und nicht brauchen ist besser als brauchen und nicht haben.
    • Gerade in die Nachrichten gekommen.

      Das Datennetz der Bundesverwaltung "der Informationsverbund Berlin-Bonn (IVBB)" wurde gehackt und ausspioniert. Daran ist der Bundestag und sämtliches Bundesministerien angeschlossen.

      Tagesschau.de schrieb:

      Ein völlig sicheres Netzwerk gibt es nicht. Diese alte Weisheit aus der IT-Branche, wonach ein erfolgreicher Angriff immer nur eine Frage der Zeit und des Aufwands ist, hat sich wieder einmal als wahr erwiesen.

      Da frage ich mich natürlich. Wenn man doch weiß, dass irgendwelche informatischen Sicherheitsprotokolle / Verschlüsselung immer nur eine temporäre Sicherheit bieten, warum man dann ein solches BUNDESREGIERUNGS-Netzwerk unbedingt virtuell übers Internet betreiben muss, und beim Regierungsumzug von Bonn nach Berlin nicht auch gleich ein physisches Netzwerkkabel von Bonn nach Berlin gezogen hat ? ;( X(

      Das zeigt mal wieder, dass die Bundespolitik schnell Entscheidungen auf höchstem Abstraktionniveau fällt, aber von den tatsächlichen (technischen) Sachverhalten überhaupt keine Ahnung hat.

      P.P. Merkels Handy ausspioniert in 2013.

      P.P. Hack des Bundestags im Jahr 2015.

      P.P. Auto-Abgasreinigungs-Abschalteinrichtungen.


      Derzeit ist die deutsche Bundespolitik nur eins wirklich: Demonstration von Unfähigkeit par excellence.


      Consuli
      ITCHCANSCRATCH

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von consuli ()

    • profan schrieb:

      Moin, lang nich mehr hier gewesen. Wie es aussieht hat Deutschland immer noch keine (funktionierende) Regierung?! *LOL*
      Doch. Durch den SPD-Mitgliederentscheid (inkl. eines Hundes ;) ) ist jetzt das wieder an die Regierung gekommen, was wir eigentlich abgewählt hatten. Namentlich regieren wieder die Parteien, die die größten Stimmverluste hatten. GROKO aus CDU und SPD.

      Übrigens hat Italien jetzt genau so ein besch... Stimmverteilung erhalten. Auch hier dürfte es länger dauern, wieder eine neue Regierung zu bilden.

      Consuli
      ITCHCANSCRATCH
    • Winston Churchill schrieb:

      Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen - abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.

      So ist es nun mal... Nichtsdestotrotz wäre es falsch nicht wählen zu gehen. Man darf nicht vergessen, dass wir hier in Deutschland nur ca. 69 Jahre Demokratieerfahrung haben... Wir haben also noch genug Zeit um aus unseren Fehlern zu lernen, hoffe ich xD

      Es ist aber nunmal klar wie Kloßbrühe, dass wir immer wieder eine Groko erleben werden, bis beide Parteien zusammen keine absolute Mehrheit mehr im Bundestag erreichen werden.

      Ich habe auch absolut keine Ahnung wieso so viele Leute eine Minderheitsregierung verteufeln... Das ist (repräsentative) Demokratie pur! Aber das ist beim deutschen Michel nun mal so... Er kann es absolut nicht ab wenn Entscheidungen nicht sofort klar entschieden werden... Unsicherheit im bezug auf ein Entscheidungsergebnis meidet der Deutsche wie der Teufel das Weihwasser...
      Darum glaube ich auch nicht, dass die direkte Demokratie hier funktionieren würde... Mal davon abgesehen, dass wohl gefühlt 75% eh nach Emotion und Gefühl entscheiden würden anstatt nach Verstand...

      Repräsentative Demokratie ist schon voll in Ordnung, solange sie nicht (Wie es momentan der Fall ist) von Lobbyismus verseucht wäre. Lobbyismus an sich ist ja nicht einmal das schlimme... Ein Politiker kann nunmal nicht ALLES wissen und braucht daher Lobbygruppen um die Pro und Contra Argumente zu hören. Das schlimme an der ganzen Sache ist jedoch dieser Hinterzimmerlobbyismus bei dem man absolut nicht weiß was für eine koruppte Sache da gerade abgezogen wird...
      Genau das muss beendet werden...
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    • Eigentlich betrifft uns ja jede Entscheidung irgendwie irgendwo.

      Ich bin allerdings gegen Volksentscheide auf Bundesebene...
      Politik auf Bundesebene ist nicht einfach und ich glaube einfach nicht dass viele Menschen wissen was wirklich gut für sie ist... Vorallem langfristig gesehen...

      Volksentscheide auf Regionalebene würde ich mir allerdings wünschen... Da sieht man die Veränderungen auch direkt...
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    • BugOutSurvival schrieb:

      Darum glaube ich auch nicht, dass die direkte Demokratie hier funktionieren würde... Mal davon abgesehen, dass wohl gefühlt 75% eh nach Emotion und Gefühl entscheiden würden anstatt nach Verstand...
      Wenn bei den Eidgenossen die Hinterwäldler aus Appenzell (seit 1982 sogar mit Stimmrecht für Frauen ;) ), Graubünden und anderen Gebirgskantonen in einem Volksentscheid mit abstimmen dürfen,

      und die Schweiz davon bisher noch nicht untergegangen ist, sondern - im Vergleich zu Deutschland - sogar besser lebt,

      warum sollte Deutschland davon untergehen, wenn ein paar Schlecht-Informierte in einer direkten Demokratie mit abstimmen?

      Consuli
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