Neue Stiefel ohne Blasen einlaufen ?

    • Neue Stiefel ohne Blasen einlaufen ?

      Bei der Kontrolle meiner Winterausrüstung für bis -20°C im Norddeutschen Raum sind meine S3 Sicherheitsstiefel mit abgelöster PU-Sohle durchgefallen.
      Schnell ein paar neue Winter- S3- Sicherheitsstiefel und Kniestrümpfe gekauft und Probemarsch durchgeführt.
      Nach ca. 7 km war Schluß. An beide Hacken klafften große offene Blasen.

      Das Heftpflaster war zu klein, Ankerplast aus meinem Sanikasten hat nicht mehr geklebt erst mit einem Verbandspäcken konnte ich meine Hacken verbinden und zu Apotheke humpeln.
      compeed.de/produkte/blasenpflaster/medium
      Das Blasenpflaster hat mir den Tag gerettet und mit Halbschuhen konnte ich mich die nächsten Tage wieder ordentlich bewegen.

      Fazit:
      - Heftpflaster und Ankerplast sind in der Hausapotheke, Auto und Fluchtrucksack aufgefüllt
      - Blasenpflaster ist im Fluchtrucksack dazu gekommen
      - Stiefel wurde sorgfältig bearbeitet und auf kurzen Wegen getragen (vom Sessel zu Kühlschrank und zurück)
      - neue Socken wurden erst durchgewaschen
      - Erinnerung an Armeezeit (Knobelbecher tragen) wieder aufgefrischt
      - Schuhpflege optimieren - mindesten einmal im Monat die Stiefel bewegen

      Für Tipps wie ich das nächste mal neue Stiele ohne Blasen einlaufen kann wäre ich sehr dankbar. Vielleicht hilft es ja auch anderen sich vor Schmerzen zu schützen.
    • Also meines Wissens nach entstehen Blasen an den Füßen hauptsächlich, wenn Du zuviel Bewegung/Spiel im Schuh hast. Durch den überschüßigen Platz kann der Fuß hin und her rutschen und dadurch entstehen zum Teil auch Blasen.
      Beim Laufen weitet sich der Schuh aber auch durch deine abgestrahlte Körperwärme. Dadurch dehnt sich das Material. Du kannst bei der nächsten Tour mal probieren so alle 15-30 min den Schuh leicht nach zu schnüren. Bei meinen Haix geht da immer was nach zu ziehen nach einiger Zeit. Eine andere Einlegesohle wäre auch noch eine Möglichkeit das Spiel im Schuh zu verändern.
      Werde kreativ es kann dir vielleicht mal helfen.
    • Also die Größe der Schuhe ist schon richtig aber passend werden sie erst mit der Zeit am Fuß wenn das Leder sich dehnt und faltet.
      Um diesen Effekt zu verstärken bin ich bewußt auch durchs Wasser gelaufen ohne das Wasser nach innen durchschlägt.
      Wahrscheinlich haben sich das Innenfutter und die neuen Strümpfe nicht vertragen. Ich trage sonst nur Socken und Halbschuhe auch im Winter.
      Die Hakenverstärkung habe ich vorsichtig hin und her gebogen und von innen mit Fett eingerieben.
      Die Chipastrümpfe habe ich gegen Skistrümpfe mit Merinoanteile ersetzt und die Einlegesohlen gegen meine orthopädischen aus Kork und Leder.
    • Bei den S3 Stiefeln ist vorne eine Stahlkappe und in der Sohle eine Stahleinlage als Durchtrittschutz. Die Kappe vorne ist ein massives Teil welches sich auch nicht anpasst. In der Sohle sind meistens zwei Stahlbleche verbaut damit sich die Sohle überhaupt abrollen lässt. Wichtig ist halt nur das die Stahlkappe groß genug für den Fuß ist. Die Stahlteile liegen nicht direkt am Fuß an sonder da kommt noch Futter vor. Der Rest vom Schuh verhält sich wie ein normaler Lederschuh und muss natürlich eingelaufen werden.

      Ich sehe aber kaum einen Sinn einen S3 Stiefel zu tragen außer man braucht ihn wirklich (beruflich) und im Falle einer Krise reicht zu 99% auch ein Stiefel ohne Stahleinlage. Die Stahlteile machen den Schuh nur unnötig schwer und das merkt man auf lange Sicht. Ich hatte früher auf der Arbeit auch S3 Stiefel und habe auf S1 umgestellt. Das merkt man deutlich wenn man den ganzen Tag darin rumlaufen muss.
    • Moderne S3 Schuhe sind eigentlich metallfrei. Der Durchtrittschutz und die Kappe sind aus Kevlar bzw faserverstärktem Kunststoff. Ist auch eine Gweichtssache. Mit Metall sind die Schuhe fast doppelt so schwer und steif wie ein Skistiefel.
      Die richtige Größe ist mMn das beste Mittel um Blasen zu verhindern. Es sollte keine Bewegung zwischen Fuß und Socken und zwischen Socken und Schuh geben.
    • Sicherheitsschuhe sind nur von nutzen wenn du sie auch bei der Arbeit trägst. Sonnst ist der normale trekking Schuh besser geeignet. Der wurde eben fürs laufen im Gelände gemacht. Der andere um den Fuss vor Arbeitsunfällen zu schützen.

      Zum einlaufen der Tipp mit zwei Socken war super. Die Dünne Socke drunter und dann ne richtie trekking Socke drüber.
      Professioneller Zombie Jäger. (Entsorgung kostet extra)
    • Nunquam schrieb:

      Moderne S3 Schuhe sind eigentlich metallfrei. Der Durchtrittschutz und die Kappe sind aus Kevlar bzw faserverstärktem Kunststoff. Ist auch eine Gweichtssache. Mit Metall sind die Schuhe fast doppelt so schwer und steif wie ein Skistiefel.
      Die richtige Größe ist mMn das beste Mittel um Blasen zu verhindern. Es sollte keine Bewegung zwischen Fuß und Socken und zwischen Socken und Schuh geben.
      Weiterer vorteil von Kunstoff Zehenschutzkappen und Durchtrittschutz ist das ein deutlich schlechterer Wärmeleiter sind, macht sich im Winter schnell bemerkbar.
    • Ich kaufe und trage seit vielen Jahren nur noch "normale Trekkingstiefel" von zivilen Marken und habe damit idR keine Probleme, auch wenn ich sehr weite Strecken in den Bergen laufe. Beim ersten Mal trage ich die halt nicht extrem lang, das ist alles. Vieles mache ich heute sogar mit Turnschuhen oder Trailrunnern, auch die muss ich nicht einlaufen. Einmal hatte ich Probleme mit dem Schaft und den Knöcheln, aber auch das hat sich gegeben

      Irgendwann hatte ich dann mal meine alten Bundeswehr Stiefel benutzt, bin damit mehr gestanden als gelaufen und hatte prompt Blasen an den Fersen. Zum Glück sind dann da auch die Zwischensohlen zerbröselt (Hydrolyse), so dass ich garnicht mehr erst in Versuchung komme, mir den Scheiß weiter antun zu wollen.

      Vielleicht ist das bei anderen anders, aber meine Lösung ist schlichtweg zivile Schuhe zu benutzen und damit haben sich für mich alle Blasenprobleme erledigt. In den Schuhen trage ich normale zivile Wollsocken oder "Trekkingsocken", ein Paar genügt mir gut.

      Für extreme Strecken, also über 50km pro Tag oder in schwierigem Terrain (z.B. Sümpfe) oder auch für die Fluchtausrüstung empfehle ich grundsätzlich zwei Paar Schuhe zu haben und mehrmals am Tag durchzuwechseln, das zweite Paar kann auch ein leichtes sein.

      Auf Goretex in den Schuhen verzichte ich heute weitgehend, gerade bei den Turnschuhe komme ich mit Wasser läuft schnell rein und Wasser läuft schnell raus auch gut klar. Neulich war ich (unwissenderweise) bei 15cm Schnee in der sächsischen Schweiz mit Trailrunnern unterwegs. Hatte noch SealSkinz Socken mit an, das war zwar nicht ideal (weniger Grip, Füße etwas kühl), aber durchaus machbar.

      Wer mit einem Sicherheitsschuh wandert (ohne dazu gezwungen zu sein) ist mMn selber Schuld.

      MfG