Kann die EZB pleite gehen?

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  • Kann die EZB pleite gehen?

    Der Titel sagt eigentlich schon alles. Kann die EZB pleite gehen und was wären die Folgen? Das ganze ist dabei garnicht so abgwägig. Die EazB kauft im großen Stiele Aktion und Anleihen von Ländern und Firmen die normale Menschen nichtmal mit der Kneifzange anfassen würden. Ich meine Hier Zombiefirmen. Griechenland und Italien. Was wenn sich herausstellt das all das Geld weg ist. Zaubert die EZB dann einfach wieder neues hervor? Welche folgen hätte das? Hyperinflation? Zusammenbruch der Währungsunion?
    Professioneller Zombie Jäger. (Entsorgung kostet extra)
  • Man sollte mit bedenken, dass Grundlage dieser Diskussionen in der Regel die Bilanzen sind. Hier verhält es sich bei der EZB meines Verständnisses nach wie bei anderen Großbanken. Eine Pleiteaktie ist gar kein Problem, weil diese in den Bilanzen weiter wertvoll geführt wird und erst bei Verkauf oder tatsächlicher Löschung der Aktie in der Bilanz als Verlust ausgewiesen wird. Somit kann dieser Zeitpunkt gut gesteuert werden und über viele Jahre verschoben werden. Die EZB gleicht diese Verluste mit neu erzeugtem Geld aus. Andere Banken schieben diese Verlustaktien in die BadBanks. Die Banken haben noch weitere Tricks um Gefahren von sich abzuleiten. Auch können positiv verlaufende Aktien hingegen bilanziell neu bewerten werden und somit ein positiver Gegenwert gebildet werden. Wie gesagt: alle Werte nur theoretisch auch dem Papier ohne realistischen Gegenwert! Diese Spirale kann sich theoretisch fast unendlich drehen - auch wenn es immer absurdere Zahlenspiele werden.
    Ich sehe unter normalen Umständen keine Gefahr (bzw. Ereignis) was der EZB gefährlich werden könnte. Zumal die EZB die Spielregeln diktiert und sich damit selbst an veränderte Bedingungen anpassen wird. Ein krankes Spiel!
    LG torstenxy

    > besser Vorsicht als Nachsicht <
  • Hallo!

    Ich habe in Münster Wirtschaft studiert und sage dazu folgendes:

    • Eine Zentralbank kann zwar formal überschuldet sein (negatives Eigenkapital in der Bilanz haben)
    • Das spielt aber für ihre Liquidität (ihre Zahlungsfähigkeit) keine Rolle, da
      1. sie jederzeit so viel Geld drucken lassen kann, wie sie will
      2. die Zentralbank keine Nettogläubiger hat (die Geschäftsbanken leihen sich per Saldo mehr Geld als sie bei der Zentralbank kurzfristig einlegen). Außerdem ist die Zentralbank ihren "Gläubigern" (den Geschäftsbanken) weder zur Rechenschaft verpflichtet, noch haben haben diese die Wahlmöglichkeit einer anderen Zentralbank, so sie denn Euros haben wollen.



    Consuli
    ITCHCANSCRATCH

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  • HobbyPrepper schrieb:

    Fragt man si h halt was Geld wirklich wert ist. Scheinbar nicht viel. Oder anders gesagt nur so viel wie wir ihm zugestehen.

    Was wenn es wirklich zu ner Hypainflation kommt und danach keiner mehr Geld vertraut.
    Was soll dann schon sein. Es würde starke wirtschaftliche Verwerfungen geben und nach einigen Jahren wird man eine neue Währung die dann wieder Stabiler ist haben. Beispiele alleine in Deutschland in den letzten 100 Jahren gab es ja genügend.

    Das "nur so viel wer wie wir ihm zugestehen" gilt übrigens für alles. Der Wert entsteht rein durch Angebot und Nachfrage. Sieht man doch derzeit super beim Bitcoin, alle reden davon, das treibt die Nachfrage hoch. Die Angebotsseite kann nicht genügend liefern also gehen die Preise nach oben. Das steigert die Nachfrage noch mehr und es geht noch mehr nach oben. Wenn aber irgend etwas passiert, z.B. ein großer Inhaber viel verkauft wird der Kurs fallen, wenn dann viele Leute angst bekommen und verkaufen geht es genau so schnell wenn nicht sogar schneller wieder nach unten.
  • iba schrieb:

    Das "nur so viel wer wie wir ihm zugestehen" gilt übrigens für alles. Der Wert entsteht rein durch Angebot und Nachfrage. Sieht man doch derzeit super beim Bitcoin, alle reden davon, das treibt die Nachfrage hoch. Die Angebotsseite kann nicht genügend liefern also gehen die Preise nach oben. Das steigert die Nachfrage noch mehr und es geht noch mehr nach oben. Wenn aber irgend etwas passiert, z.B. ein großer Inhaber viel verkauft wird der Kurs fallen, wenn dann viele Leute angst bekommen und verkaufen geht es genau so schnell wenn nicht sogar schneller wieder nach unten
    das ist eben das problem, wenn spekuliert wird. nichts anderes machen die leute mit den bitcoins gerade!

    angebot und nachfrage ist da glaube ich treffender! es gibt auf die frage, was etwas wert ist, immer nur eine richtige antwort: das was jemand bereit ist zu zahlen, wenn man diese sache verkaufen muss! als beispiel: man baut sich ein haus und es ist mit grundstück 50.000€ wert.
    wenn man es nun verkaufen muss und keiner will in die ecke ziehen, oder das haus ist 30 jahre alt (also architektinisch nicht mehr ganz frisch) oder muss sarniert werden oder was weiß ich, dann kann man sich die 50.000€ an die backe nageln! wenn mir dann jemand 20.000, 15.000 oder 30.000€ bietet, ist das haus genau das wert!
    und so ist es auch mit dem geld: es ist immer nur genau so viel wert, wie dir waren oder dienstleistungen, die man dafür bekommt! wenn der bäcker an der ecke kein geld sondern lieber deine uhr will (wird er wohl nicht ;) ) dann ist das geld eben nix mehr wert
  • Der Euro ist gedeckt durch die Produktivität seiner Mitgliedsländer.

    Erst wenn das Vertrauen darin erschüttert wäre würde es zu einer starken Inflation kommen. So etwas ist nicht ungewöhnlich siehe Russland, siehe Simbabwe, siehe Venezuela...

    Unser Geld hat also einen sehr realen Gegenwert.

    Der Bitcoin andererseits ist eine sehr spannende Geschichte, denn der ist nicht nur reine Phantasie mit einem Wert von Null (wie Glasperlen), in Wirklichkeit ist sein wahrer Wert sogar stark negativ, denn die Erzeugung und der Handel mt Bitcoin kosten extreme Mengen Elektrizität und das muss irgendwer bezahlen.
    Sollte also eines Tages sein Kurs auf Null stürzen hat sich unterm Strich das Geld nicht auf Verlierer und Gewinner verteilt, sondern es wird weitaus mehr Verlierer als Gewinner gegeben haben. Außer man zählt die chinesischen Kohlekraftwerksbetreiber auch zu den Gewinnern.

    Übrigens gilt das auch für Gold. Auch das hat Kosten für die Gewinnung und den Handel, aber im Vergleich zu Bitcoin ist dies moderat.

    MfG
  • Cephalotus schrieb:

    Unser Geld hat also einen sehr realen Gegenwert.
    Das mag für manche gelten. Ich nehme lieber Waren statt Geld (wenn es möglich ist!!!)

    BugOutSurvival schrieb:

    Zu diesem Thema (Was ist unser Geld eigentlich wert) gibt es ein schönes Thema von "Terra X Lesch und Co."


    Darauf wart ich ja. Das alle Ihr Geld abheben und die Banken auflaufen.
    Ich lass schon seit Jahren kein Geld mehr auf dem Konto. Immer wenn was drauf ist direkt leer machen ist die Devise und sofort ausgeben.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von profan ()

  • Cephalotus schrieb:

    Der Euro ist gedeckt durch die Produktivität seiner Mitgliedsländer.

    Erst wenn das Vertrauen darin erschüttert wäre würde es zu einer starken Inflation kommen. So etwas ist nicht ungewöhnlich siehe Russland, siehe Simbabwe, siehe Venezuela...

    Unser Geld hat also einen sehr realen Gegenwert.
    Sehr richtig.

    Das Aufkaufen von Staatsanleihen durch die Zentralbank wird erst dann zum Problem, wenn sie dafür mehr Geld schöpfen muss, als der dann anliegenden Gesamtgeldmenge reale Güter überstehen, in dessen Folge Inflation entsteht (trotzder gewaltigen Staatsanleihenkäufe der EZB haben wir derzeit in Europa aber keine Inflation, bzw. nur die 2% die man sich aus volkswirtschaftlichen Gründen wünscht).

    Aufgrund der Mittel-/ Langfristigkeit von Inflations- und Deflationsproblemen (5 Jahre aufwärts) sind diese für einen Prepper nicht interessant.

    Aus sich eines Preppers interesserant (ich gehe mal davon aus, dass das die eigentliche Intention des Threads war) sind folgende kurzfristig schnell akut werdende Währungs-Risiken:

    1. Bankenkrise mit Bankrun (eine Bank gerät in finanzielle Schwierigkeiten, die Kunden heben ihr Geld ab, die Bank wird zahlungsunfähig, die Kunden einer zweiten Banken bekommen Angst, sie heben bei der zweiten Bank ihr Geld ab, die zweite Bank wird zahlungsunfähig, die Kunden einer dritten Bank bekommen Angst, ...)
    2. Ausfall des Banken-/ Währungssystem durch Hacking (das Vertrauen in die Währung ist da, man bekommt sie aber nicht mehr aus der Bank/ dem Geldautomat raus)
    3. Ausfall des Banken-/ Währungssystem durch Atomkrieg (die Computersysteme der Banken und Zentralbank sind durch den elektromagnetischen Impuls einer/ mehrerer Atombomen zerstört worden, wodurch man ebenfalls die Währung nicht mehr aus der Bank/ dem Geldautomat raus bekommt)


    Consuli
    ITCHCANSCRATCH

    Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von consuli ()

  • profan schrieb:


    BugOutSurvival schrieb:

    Zu diesem Thema (Was ist unser Geld eigentlich wert) gibt es ein schönes Thema von "Terra X Lesch und Co."


    Darauf wart ich ja. Das alle Ihr Geld abheben und die Banken auflaufen.Ich lass schon seit Jahren kein Geld mehr auf dem Konto. Immer wenn was drauf ist direkt leer machen ist die Devise und sofort ausgeben.
    Und dann kommt eine größere nicht geplante Ausgabe und du musst Schulden aufnehmen...
  • Cephalotus schrieb:

    profan schrieb:

    Das mag für manche gelten. Ich nehme lieber Waren statt Geld (wenn es möglich ist!!!)
    Ich nicht. Ich stelle mir vor mein Arbeitgeber würde mich mit Kartoffeln bezahlen, der Vermieter nimmt aber nur Perserteppiche als Zahlung an und die Krankenkasse hätte lieber ein halbes Schwein.
    Ein einziges Elend wäre das.

    Das gilt auch für Krisen.
    Das hieße im Klartext also preppen mit Bargeld+ Tresor mit Zahlencode ?

    Bei massiver Währungskrise mit Bankrun hilft das aber auch nicht mehr, weil dann das Vertrauen in das Geld an sich verloren geht. Was kann man dagegen preppen? Kleinteilige Gold und Silbermünzen als Ersatzwährung?

    Consuli
    ITCHCANSCRATCH

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von consuli ()

  • consuli schrieb:

    Das hieße im Klartext also preppen mit Bargeld+ Tresor mit Zahlencode ?

    Bei massiver Währungskrise mit Bankrun hilft das aber auch nicht mehr, weil dann das Vertrauen in das Geld an sich verloren geht. Was kann man dagegen preppen? Kleinteilige Gold und Silbermünzen als Ersatzwährung?
    genau! das wird auch soweit ich weiß von anlageberatern empfohlen. man soll ca 10% seines anzulegenden kapitals (sofern man das glück hat welches zu haben) in edelmetalle anlegen. in einer kriese haben gold und silber immer einen bestimmten wert. zumindest den materialwert.

    ich tendiere ja zu silber als kriesenwährung! das ist rein vom wert besser handhabbar als gold! gold als reserve wäre auch nicht schlecht!

    leider bin ich was das angeht noch nicht in der finanziellen situation mir da was zuzulegen ;( !

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von gil ()