Vorstellung und Anleitung zum Messerbau

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    • So hier mal meine Anleitung zum Schliff der Schneiden und der Klinge. Einen kleinen Teil habe ich ja bereits oben schon erklärt und hier kommt der Rest. Das Anzeichnen und Ritzen der Linien ist ja schon geschehen und das Schleifen der Schneiden auch. Das Ergebnis sollte dann etwas so aussehen.

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      Jetzt wird ein letztes mal geprüft ob alle Kanten und Linien wirklich parallel und gerade sind. Wenn nicht muss dies zuerst korrigiert werden. Sonst wird nachher alles schief. Wenn alles passt wird mit einem Edding Linien auf die Schneide gemalt. Von der Mitte bis zur Kante.

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      Diese Linien helfen beim Schleifen Unebenheiten zu erkennen. Jetzt wird mit der quergelegten Feile in Längstrichtung über die Schneide gezogen. Wichtig ist hier den richtigen Winkel genau einzuhalten und das über die ganze Länge der Klinge. Dort wo der Edding abgetragen wird steht Material über. Schön zu sehen auf den beiden Bildern.

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      Jetzt bloß nicht den Winkel der Feile verändern nur um den Edding abzutragen. Bei gleichbleibendem Winkel einfach weiterschleifen bis der ganze Edding weg ist. Dabei aber nicht über die Mittenlinie kommen. Jetzt sollte man eine plane Fläche haben und kann mit der anderen Seite anfangen.

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      Wenn beide Seiten fertig sind geht es an die Spitze. Es wird wieder mit Edding angezeichnet und dann geschliffen.

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      Wichtig ist hierbei die Kante zwischen den Schneiden der Spitze schön gerade und mittig zu halten.

      Wenn jetzt alle Flächen parallel und gerade sind geht es an den mittleren Teil. Die eingeritzen Linien können jetzt weggeschliffen werden. Die ganze Klinge wird jetzt von vorne bis hinten mit der Feile abgezogen bis alles schön glatt ist.

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      Leider erkennt man auf den Bildern jetzt kaum noch den Schliff. Der Mittenteil wurde zuerst plan abgezogen und dann die Kanten zur Klinge ein wenig abgerundet. Wie genau man diese Stelle gestaltet bleibt jedem selber überlassen. Schön rund, eine scharfe Kante oder wie auch immer. Ist Geschmackssache. Ich habe mich für die runde Variante entschieden vorallem weil ich später viel weniger Arbeit haben werde beim Schleifen. Bei einer scharfen Kante muss ich sonst drei Flächen plan schleifen und außerdem die Kanten wirklich gerade halten. Das ist sehr aufwendig. Bei einer runden Kante muss ich eigentlich nur gerade und gleichmäßig abziehen.
    • Ich habe noch mal zwei Bilder gemacht wo man hoffentlich das Ergebnis besser sieht. Die feinen Riefen werden natürlich noch entfernt. Ab hier geht es nur noch mit Schmirgelpapier weiter.

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      So langsam muss ich mir Gedanken machen wie ich die Klinge härten werde. Aufgrund der Größe passt das Teil nicht in meine Gasesse. Für eine größere Gasesse fehlt mir leider der Platz. Außerdem ist ein Schwert auch eine Ausnahme und ich möchte primär ja Messer bauen. Daher werde ich das Härten wohl in fremde Hände geben müssen.
    • Die Griffschalen wurden abgerundet und mal ein wenig getestet. Ich möchte vor dem Härten wissen ob der Griff passt. Später würde es sehr viel mehr Aufwand bedeuten den Griff zu ändern.

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      Ansonsten habe ich die ganze Klinge mal grob abgeschmirgelt. Es dauert aber noch eine Weile bis sie glatt genug ist zum Härten.

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      Ich möchte jetzt zuerst mal den Griff und die Griffschalen fertig bekommen. Erst dann wird die Klinge fertig geschliffen.
    • So nach langer Pause geht es hier weiter. Die Klinge wurde noch einmal geschliffen. Der mittlere Teil gefiel mir noch nicht so richtig. Ich habe mich für eine ovale Klingenform entschieden. Also wurde mit der Feile noch ein wenig mehr abgerundet.

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      Der Griff wurde auch noch ein wenig abgeändert. Der Knauf wurde rund und die Griffschalen nach vorne hin auch.

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      Hier ein Bild vom Ganzen.

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      Als nächtest werden die Griffschalen geschliffen und dann beschichtet. Die Klinge wird auch noch einmal fein geschliffen und kann dann gehärtet werden.
    • So die Griffschalen sind fertig. Die schwarze Beschichtung ist eigentlich ein hitzefester Lack zum einbrennen. Sehr robust und vom Farbton her im Bereich Seidenmatt einzuordnen. Bei der erste Schicht konnte man noch ein wenig die Kratzer vom Schleifen sehen. Ich habe mit Absicht nicht alle Kratzer komplett rausgeschliffen weil ich sehen wollte wieviel dieser Lack überdeckt. Man möchte sich ja nicht mehr Arbeit machen als nötig. Nach dem Trocknen wurde ein wenig geschliffen und dann kam die zweite Schicht Lack drauf. Alle Kratzer waren verschwunden und die Griffschalen kamen in den Backofen zum einbrennen.

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      Die Klinge wurde dann auch noch einmal fein geschliffen. Somit ist das Härten der nächste Schritt. Dafür muss ich aber die Klinge abgeben. Meine Gasesse ist zu klein dafür und extra eine neue Esse zu bauen um mal ein Schwert zu härten ist mir zu aufwendig. Wenn ich keinen Betrieb in meiner Nähe finde dann schicke ich es per Post an den Messerhersteller wo ich den Stahl gekauft habe.

      Eigentlich war ja geplant die Klinge auch schwarz zu beschichten. Aber mir gefällt der Kontrast zum Griff ganz gut. Das werde ich dann ganz spontan entscheiden wenn es soweit ist.
    • Immer wieder schön deine Arbeiten anzusehen und natürlich die dazu verfassten Beiträge zu lesen.

      Wirklich ein schönes Schwert.
      Ich würde auch nicht versuchen das Schwert selbst zu härten, so lange Werkstücke haben die Tendenz sich beim härten zu verziehen wenn sie nicht gleichmäßig warm sind. Ein erfahrener Schmied kann sich in einer großen Esse zwar helfen aber ein Härteofen macht das sehr viel einfacher und gleichmäßiger.
      Zum Klingenschutz könntest du eine Brünierung versuchen diese bekommen je nach Zusammensetzung von Stahl und Brünierlösung auch eine schöne blaue Farbe oder Ceracoate da bekommst alle möglichen Farben dann.

      Lg. Reigner
      Kalinka, Schrödingers Katze

      Der Libertär begrüßt es, das ein schwarzes homosexuelles Ehepaar seine Hanfplantage mit seinen eigenen Waffe verteidigen darf.

      Despite what your momma told you... Violence does solve problems (Craft int.)
    • Ich habe schon mal ein wenig rumgefragt in meiner Umgebung wegen dem Härten. So richtig vertrauenswürdig war keiner der Betriebe. Von Klingen härten haben die meisten halt keine Ahnung weil es nicht deren normales Geschäft ist. Daher geht die Klinge an den Messerhersteller wo ich den Stahl gekauft habe. Der hat wenigstens Ahnung was er tut.

      @Reigner
      Eine Brünierung kommt für mich nicht in Frage. Mit sowas habe ich früher viel rumprobiert und kein Ergebnis hat mir wirklich gefallen. Ceracoat habe ich mir mal angesehen. Da muss ich aber noch einige Infos sammeln bevor ich mir das Zeug anschaffen würde.

      @Pinoccio
      Trainieren sollte man gerade als Anfänger auf keinen Fall mit einem scharfen Schwert. Das kann/wird böse enden. Probeweise habe ich das mal gemacht jetzt wo die Schneiden noch nicht scharf sind. Ein Schwert ist was ganz anderes als ein Messer. Mehr Gewicht, mehr Moment und viel länger. Vielleicht bastel ich mir noch einen "Schwertschoner" zum üben. Also so ein Überzug aus Kunststoff welcher die Schneiden abrundet. Wird sich zeigen.
    • Lange hat es gedauert aber nun geht es weiter mit dem Schwert. Früher war einfach kein Budget übrig für das Härten. Aber nun ist es vom Härten zurück und wurde direkt mal grob abgeschliffen. Ich wollte den groben Ruß runterhaben bevor es ans Begutachten geht.

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      Die blanke Stelle am Griff war schon so. Keine Ahnung warum. Sieht eigentlich ganz gut aus und gerade ist die Klinge auch geblieben. Leider gibt es ein kleines Problem. Die Härte. Aus irgendeinem Grund ist die Klinge nicht richtig hart geworden. Ein kleiner Test mit der Feile erzeugte richtige Riefen im Stahl. Meine selbstgehärteten Messer aus identischem Stahl kann die Feile nichts anhaben.

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      Daher habe ich Kontakt mit dem Händler aufgenommen und das Schwert wird noch einmal eingeschickt. Das verzögert leider das Projekt ein wenig aber es geht halt nicht anders.
    • So es geht weiter mit dem Projekt. Zuerst mal zur blanken Stelle am Griff. Diese dient zur Prüfung der Härte. Die oberste Schicht vom Stahl muss abgeschliffen werden um einen zuverlässigen Wert zu bekommen bei der Härteprüfung. Daher auch die drei Kreise welche man auf dem Foto erkennen kann.

      Das Schwert ging zurück an den Händler und ich habe mich telefonisch mit ihm ausgetauscht. Scheinbar wurde irgendwo der Temperaturbereich nicht eingehalten. Daher wurde noch einmal von vorne angefangen (also weichglühen, härten und tempern) und jetzt habe ich eine brauchbare Härte. Leider habe ich ein wenig Verzug im Material. Etwa 2-3mm auf der ganzen Länge. Denke das geht in Ordnung denn besser hätte ich es auch nicht hinbekommen.

      Um den ganzen Zunder zu entfernen habe ich zum ersten mal die Flex mit einer Drahtbürste versucht. Zuerst am Griff wo man es nicht sehen würde und dann am Rest. Da die Drahtbürste deutlich weicher ist als der Stahl hinterlässt man auch keine Spuren. Nur bei den Kanten muss man vorsichtig sein da sich die Drahtbürste dort leicht verfängt. Der nächste Schritt war das grobe Schleifen der Schneide mit dem Bandschleifer. Ganz wichtig ist hier das Kühlen. Als die Form stimmte wurde auf einen groben Handschleifstein gewechselt. Die Spitze kam zuerst dran und ich hatte schon beim Schleifen das Gefühl die Spitze zu filigran ausgearbeitet zu haben. Beim Hantieren setze ich die Spitze gerne auf einem Weichholzbrett ab um besser arbeiten zu können und dabei ist sie auch direkt abgebrochen. Nach dem kurzen Aufregen habe ich beschlossen eine neue und robustere Spitze auszuschleifen.

      Die Spitze und die Schneiden wurden mit einem groben Schleifstein bis etwa 400er Körnung ausgeschliffen. Bevor ich mit jetzt noch mehr Arbeit mache geht es ans Testen. Erst wenn das Schwert wirklich funktioniert geht es an die feineren Arbeiten. Deshalb sieht man auf den Bildern auch noch überall Bearbeitungsspuren.

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      Die nächsten Tage komme ich hoffentlich zum testen und dann sehen wir weiter.
    • So heute konnte ich das Schwert mal ein wenig testen. Dafür wurden Holzreste aufgestapelt und mit aller Kraft kleingehackt. Keine Beschädigung an der Schneide feststellbar und somit Test bestanden. Die Spitze wurde so tief es ging ins Holz getrieben und dort gehebelt und gedreht. Alles blieb heile also konnte es weiter gehen mit der Bearbeitung.

      Ich hatte ja schon geschrieben das die Klinge etwas schief ist. Irgendwie störte es mich nun doch und daher habe ich versucht die Klinge zu richten. Dafür wurde die passende Stelle rausgesucht und drei Stahlteile als Auflagepunkte fixiert. Alles kam in den Schraubstock und wurde mit sehr viel Kraft verformt. Hier war es wichtig die Klinge weit genug zu überbiegen das sie gerade wurde aber nicht zu weit denn sonst wäre sie nur zur anderen Seite krumm geworden.

      Hier mal Bilder vom Aufbau.

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      Jetzt ist die Klinge wirklich gerade und beim nächsten krummen Messer weiss ich wie es geht.

      Ein wenig habe ich auch schon mit dem Feinschliff begonnen aber mehr macht momentan keinen Sinn. Zuerst möchte ich die Scheide bauen. Dabei können noch ein paar Kratzer entstehen und außerdem wird die Klinge eh beschichtet was die vorhandenen Kratzer ausfüllen dürfte.

      Eine Scheide aus Kydex würde sicher ganz gut aussehen aber ich muss zuerst mal schauen wo ich so ein großes Stück herbekomme und dann wie ich es warm machen kann zum pressen. Vielleicht wird es aber auch ein anderes Material werden. Darüber mache ich mir die nächsten Tage Gedanken.
    • So nach sehr langer Pause ist das Schwert fertig geworden. Die letzten Stellen wurden geschliffen und die ganze Klinge schwarz beschichtet. Der Bereich vor dem Griffstück wurde noch ein wenig matt geschliffen mit sehr feinem Schleifpapier. Somit ist alles sehr glatt und optisch ist es auch recht hübsch geworden. Die Schneiden wurden dann noch einmal scharf geschliffen und sind wieder metallisch blank. Der Kontrast gefällt mir besonders gut vom schwarzen Mittelteil zu den blanken Schneiden.

      Ein kleiner Minuspunkt ist leider das Gewicht geworden. 1750g wiegt das Ganze nun und ist damit deutlich schwerer als ein original Gladius. Das liegt vorallem an den Stahlgriffschalen und der durchgängigen Materialstärke der Klinge. Bei guten Schwertern wird die Klinge nach vorne hin dünner und somit auch leichter. Aber für meinen ersten Versuch bin ich ganz zufrieden.

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      Ob ich noch eine Griffwicklung anbringe weiss ich nicht aber das wird sich zeigen. Die Scheide muss noch gemachen werden aber das eilt ja nicht. Eine richtig gute Idee fehlt mir leider immer noch. Kydex in der Größe dürfe schwer zu bekommen und vorallem zu bearbeiten sein.

      Für das nächste Projekt habe ich schon mal den passenden Stahl bestellt und eine grobe Planung gemacht.
    • Das nächste Messerprojekt startet nun. Ein kleines, leichtes Messer sollte entstehen. Vom Design her wird es meinem Bushcraftmesser sehr ähnlich sein aber einen Paracordgriff bekommen und von der Optik eher in eine taktische Richtung gehen. Kleinigkeiten wurden aber anders gemacht. Der Fingerschutz vor der Schneide wurde ein wenig verlängert um ein Abrutschen sicher zu verhindern. Meine Holzschablone vom Bushcraftmesser wurde übernommen und im Bereich der Griffwicklung wurde das Material um 3mm abgetragen. Das Paracord braucht halt seinen Platz. Der Stahl ist wieder der Carbonstahl wie bei allen meinen Messern bisher aber diesmal in 3,2mm Stärke. Mehr brauche ich nicht bei einer Klingenlänge unter 12cm.

      Vom Rohbau habe ich leider keine Bilder gemacht aber es unterscheidet sich nicht zum Bushcraftmesser also bitte etwas weiter vorne im Thread lesen.

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      Als die Klinge fertig war habe ich die ersten Versuche mit Paracordwicklungen gemacht. Eine einfache Wicklung war mir zu dünn vom Griff her und eine zweite Lage fühlte sich zu weich an. Daher habe ich aus 2mm Alublech Griffschalen gefertigt. Die kleinen Löcher im Messergriff sind für die Pinne in den Griffschalen. Die Griffschalen werden nicht geklebt oder verschraubt sondern halten alleine durch die Paracordwicklung. So kann ich sehr einfach alles zerlegen und z.b. den Stahl neu beschichten. Durch die Pinne verrutschen die Griffschalen nicht beim Wickeln. Die größeren Löcher sind fürs Paracord ebenso wie die Nut in einer der Griffschalen. Alle Teile wurden wie mein Gladius mit einem hitzefesten Lack versehen und eingebrannt.

      Hier mal Bilder mit aufgelegten Griffschalen.

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      Als nächstes kommt dann die Wicklung.
    • Die Wicklung sollte aus schwarzem Paracord entstehen. Passend zur Lackierung und weil es vorhanden war.

      Hier ergibt sich auch der Sinn der Nut in der Griffschale. Sonst hätte ich auf einer Seite eine Unebenheit durch das Paracord.

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      Geplant war eigentlich eine einfache Wicklung mit eine Art Lanyard am Griffende. Hier Bilder vom Ergebnis.

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      Vom Handling gefiel mir das aber garnicht. Ich wollte eine Auflage für den Daumen am Griffende haben für mehr Kontrolle und dort störte das Lanyard gewaltig. Also wurde die Wicklung entfernt und geändert.

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      Jetzt ist das Griffende frei und das Handling viel besser. Das Ende vom Paracord ist gesichert durch die Führung durch die Löcher und das Schmelzen des Endes an der Wicklung. Der Griff fühlt sich sehr gut an und gibt eine Menge halt. Paracord als Griffmaterial werde ich sicher öfters mal verwenden.

      Das Ergebnis ist sehr gut geworden besonders wenn ich bedenke wie schnell das Messer entstanden ist. Besonders die schnelle Wicklung und die Lackierung verringern den Aufwand enorm. Die Erfahrung und Übung kommt natürlich auch dazu.
    • Naja theoretisch schon. Leider habe ich recht wenig Freizeit und daher hat meine verbleibende Zeit einen recht hohen Stellenwert für mich. Soll heißen wenn ich ein Messer für andere anfertige dann möchte ich eine entsprechende Vergütung haben. Dann kommen noch Material und Verbrauchskosten dazu und dann wird es nicht billig. Handgefertigte Einzelstücke kosten halt gutes Geld. Einen genaueren Preis könnte ich auch erst nennen wenn ich weiss was gewünscht wird.

      Momentan kann ich auch leider nur den Carbonstahl 1.2235 Stahl verarbeiten weil meine Gasesse nicht wirklich über 850Grad kommt. Daher fallen Edelstähle leider raus. Die Länge ist ebenfalls auf etwa 30cm begrenzt wegen der Gasesse. Oder ich müsste die Klinge einschicken zum Härten. Ein weiteres Problem momentan ist mein Bandschleifer. Dieser ist absolut ungeeignet für Stahl und daher muss in Zukunft was passendes her. Das kommt aber hoffentlich bald und ich sammel schon Infos und Preise für solche Geräte.

      Ein weiterer Punkt ist mein Anspruch an Qualität für Auftragsarbeiten. Wenn ich Geld für etwas bekomme dann möchte ich auch eine entsprechende Qualität abliefern. Vielleicht seht ihr es nicht auf den Bildern aber keines meiner Messer hat eine perfekte Verarbeitung. Technisch sind sie zwar gut aber halt nicht optisch. Mich stört es nicht und daher spare ich mir die mühselige Arbeit die feinsten Kratzer wegzuschleifen da eh neue reinkommen beim Gebrauch. Bei einer Auftragsarbeit möchte ich sowas aber nicht abliefern.

      Anders sieht die Sache bei einer Art Bausatz aus. Wenn ich nur den Klingenrohling herstelle und Härte und du den Rest der Arbeit erledigst dann wird die Sache natürlich deutlich günstiger. Den Hauptteil der Arbeit macht nämlich das Schleifen nach dem Härten und das Anpassen des Griffes aus.

      Du kannst mir gerne mal eine PN schicken und dann schauen wir mal weiter.
    • So es geht ein wenig weiter. Es ist zwar kein wirkliches Messer aber ich möchte es trotzdem vorstellen. Die Idee kam mir als ich meine Japansäge benutzt habe. Mir gefiel die Grifflänge und die Sägeblattform. Ich wollte eine Art Hackmesser und Hobelkombination bauen. Also mehr ein Werkzeug für Holz. Die Schneide sollte nur auf einer Seite ausgeschliffen werden wegen der Hobelfunktion.

      Hier mal Bilder vom Rohbau und der Säge als Vergleich.

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      Da es ein Reststück von einem anderen Messerprojekt war hatte ich leider einen kleinen Einschnitt im Griffbereich. Das war mir aber egal da ich eh eine Griffwicklung machen wollte und somit die Kerbe darunter verschwinden würde.
    • Die Schneide wird natürlich nur auf einer Seite ausgeführt. Ansonsten ist der Ablauf wie bei den anderen Messern auch. Anzeichnen, abtragen und dann alle größeren Riefen rausschleifen.

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      Somit ist alles vorbereitet zum Härten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Hurricane2033 ()

    • Der nächste Schritt wird natürlich das Härten. Leider gab es hier viele Schwierigkeiten. Zum einen die Länge der Klinge und dann die einseitige Schneide.

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      Der Griffbereich passt schon nicht mehr in die Esse aber damit kann ich leben. Hauptsache die Klinge wird hart.

      Leider ist das Härten gründlich schiefgelaufen wie man auf den Bildern sehen kann.

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      Durch den einseitigen Schliff hat sich die Klinge arg verzogen und sogar ein Teil der Schneide ist rausgebrochen. Der Riss geht sogar noch deutlich tiefer ins Material. Nach dem anfänglichen Ärger habe ich einfach mit der Flex den vorderen Teil abgetrennt um wenigstens eine Art Hackmesser zu erhalten.

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      Man erkennt auf den Bildern auch gut den Verzug in alle Richtungen. Der Klingenrücken war eigentlich mal gerade und jetzt ist er leicht geschwungen. Für ein Hackmesser nicht wirklich schlimm aber bei einem Hobel eher ungünstig.

      Jetzt muss ich mir überlegen ob ich weitermache oder das Projekt als Lehrgeld abstreiche. Das wird sich noch zeigen.